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Bemühungen der Regierung des Großherzogtums Berg im Jahr 1809 um die Förderung der Gewerbe in den vormals nassauischen Landesteilen

Die Regierung des Rheinbundstaates Großherzogtum Berg, eine von Frankreich abhängige, aber mit preußischer Gründlichkeit arbeitende Behörde in Düsseldorf, suchte in den Jahren 1806 bis 1813 mit vielseitigen Maßnahmen - das muss anerkannt werden - die wirtschaftlichen Verhältnisse des Landes zu bessern. Im Hintergrund stand freilich auch der Gedanke an höhere Steuern, die dem damaligen Landesherrn Napoleon mindestens so wichtig waren wie das Wohl der Untertanen. Neben der Beseitigung von einengenden Bestimmungen über Handel und Gewerbe (u.a. Aufhebung der Zünfte), trat damals eine allgemeine Erfassung der Wirtschaftsstruktur mit entsprechenden Neuplanungen, die sich daraus ergaben und Verbesserungen bringen sollten.

So ließ im Jahr 1809 die Direktion der General-Berg- und Münzadministration in Düsseldorf sich von der Berg- und Hüttenkommission in Dillenburg über die Stein- und Schieferbrüche, Tongruben, Kalk- und Ziegelbrennereien in den Räumen Dillenburg und Siegen berichten, was am 4. September 1809 durch Oberbergrat Becher und Oberbergmeister Jung in Dillenburg geschah. Diese wollten es dabei mit den Ton- und Walkererdegruben besonders genau nehmen und erbaten in Düsseldorf eine Terminverlängerung für diesen Teil des Berichtes. Sie schrieben:

"Wegen des Berichtes über den Pfeifen- und Walkerton, der in dem Dillenburger Bezirke vorkommt und von welchem letzterer ein wahrer Schatz ist, bitten wir noch um einen kurzen Ausstand. Wir werden darüber besonders berichten und zugleich Vorschläge tun, wie solche künftig zweckmäßiger und so zugleich wirtschaftlicher gewonnen werden könne und müsse".

Nach knapp drei Wochen hielten die beiden Bergbeamten eine ziemlich ungnädige Antwort aus Düsseldorf in Händen. In dem Schreiben wurden ihnen gleich zwei Rügen auf einmal erteilt: Eine darüber, dass der Teilbericht immer noch nicht eingegangen war, und eine über den schlechten Tonbergbau im Raume Breitscheid, den die Berg- und Hüttenkommission in Dillenburg zu beaufsichtigen hatte. Das Schriftstück vom 20. September 1809, - Unterschrift "Stifft" - sagte unter anderem:

"Endlich hätte ich erwartet, dass Sie den versprochenen Bericht über den dortigen Töpfer-, Pfeifen- und Walkerton bis jetzt erstattet hätten. Ich erwarte diesen umso mehr binnen sechs Wochen, weil diese verschiedenen Tonarten für das Dillenburgische, besonders für die Gegend von Herborn, Breitscheid, Erdbach und Allendorf von der größten Wichtigkeit sind und bei der bisherigen Gewinnungsart derselben sicher sehr schlecht gewirtschaftet worden ist".

***

Dem Direktor Stifft war der Missstand in den Breitscheider und Erdbacher Gruben aus eigener Anschauung bekannt, so dass die Bergbeamten Becher und Jung den letztgenannten Vorwurf wohl unwidersprochen hingenommen haben. Ein Rechtfertigungsschreiben befindet sich jedenfalls nicht in der Akte des Hauptstaatsarchivs Wiesbaden, der dieser Vorgang entnommen ist.

Aus der Manuskriptsammlung des Ernst Henn entnommen von Manfred Thielmann, Breitscheid-Erdbach.

 

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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