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ANNO DOMINI 1472
Kein Jahr des Heils für Breitscheid !

Ernst Henn taucht durch das Studium alter Quellen, wie z.B. Kirchenbücher, Pfarrarchiv, Unterlagen im Staatsarchiv Wiesbaden usw., immer wieder tief in die Vergangenheit ein. Dabei lässt er uns durch die Erklärung der damaligen Geschehnisse in heutiger Schrift teilhaben an Ereignissen, die unsere Dörfer betrafen. Aber auch Einzelschicksale, die bemerkenswert waren, kommen wieder auf uns zu aus dem Dunkel der Vergangenheit und werden uns bewusst. Im Vergleich mit der heutigen Zeit und den Bedingungen, unter denen wir zu leben haben, können wir uns ein Bild machen von den Lebensumständen, die zu der Zeit herrschten, als diese Generation unserer Vorfahren ihren irdischen Lauf vollbrachten. In dem folgenden Bericht über eine besonders schwere Zeit in der Heimatgeschichte ist dieser Vergleich besonders angebracht und lässt uns sicher zu der Erkenntnis kommen, dass die Zeit, in der wir leben, trotz aller Erschwernisse doch eine bessere ist, als die damalige und im Bericht geschilderte.

Lesen wir, was uns Herr Henn mitzuteilen hat:
Die ungeheuren Bevölkerungsverluste während des 30jährigen Krieges - von den Historikern auf etwa drei Viertel der bei Kriegsbeginn Lebenden und während des Krieges Geborenen geschätzt - waren zu einem großen Teil durch die Pest verursacht. Bis heute ist die Erinnerung an das verhängnisvolle Wirken dieser Seuche erhalten und ihr Name ein fester Begriff für Massensterben geblieben. Wo über den 30jährigen Krieg gesprochen oder geschrieben wird, da bleibt auch die Pest nicht unerwähnt.

Nicht immer war aber in den vergangenen Jahrhunderten ein Krieg die Ur-sache der Verbreitung dieser gefürchteten Krankheit. Auch in Friedenszeiten trat die Pest auf - begünstigt durch den Hangel an Hygiene, Vorbeugungsmaßnahmen, ärztlicher Versorgung und Heilmitteln. So sind für Breitscheid außer den Kriegsjahren 1623, 1626, 1635 und 1636 auch die Vorkriegsjahre 1597 und 1614 als Pestzeiten nachgewiesen (Pfarrbücher und Ortschronik; letztere nach Archivakten).

Ein weiteres Auftreten der Pest in Breitscheid kann nach den "Bedelisten" (Steuerzahlerlisten) aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts (Hauptstaatsarchiv Wiesbaden) für das Jahr 1472 als sicher angenommen werden, obwohl die Seuche selbst nicht erwähnt wird.

Ein Vergleich der Maibedeliste 1472 mit der Herbstbedeliste des gleichen Jahres lässt eine außergewöhnliche Häufigkeit von Sterbefällen in Breitscheid während der Sommermonate erkennen. Zur Maibede waren 35 Haushalte (mit 21 Männern, 12 Frauen und in 2 Fällen Kinder als Haushaltungsvorstände) veranlagt; die Herbstbede wurde von 33 Haushalten (mit 16 Männern, 10 Frauen und in 7 Fällen Kinder als Steuerpflichtige) bezahlt. Vier Familien sind zwischen Mai- und Herbstbede ausgestorben.

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Eine Gesellschaft hat keine Zukunft, wenn sie sich nicht an die Vergangenheit erinnert.
zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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