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Heute soll berichtet werden von einem Ereignis, welches im Jahre 1772 stattfand und über das im Mai 1974 in den "Heimatblättern" wie folgt zu lesen ist :

Der Husarenkorporal Jost Henrich Kolb war der erste Berufssoldat aus Breitscheid

Drei Tage nach Vollendung seines 18. Lebensjahres, am 15. Oktober 1772, trat Jost Henrich Kolb, der vierte und jüngste Sohn des gewesenen Heimbergers (Bürgermeister) und Kirchenältesten Johann Georg Kolb, als berittener Soldat in das Oranien-Nassauische Husarenkorps in Dillenburg ein. Nach 22 Dienstjahren wurde er - im Ersten Koalitionskrieg - 1794 als Husarenkorporal nach den Niederlanden kommandiert, wo sein Landesherr, der Prinz von Oranien und Fürst zu Nassau, Generalstatthalter war. Dort ist Jost Henrich Kolb verschollen, wahrscheinlich ist er im Krieg gefallen.

Das Oranien-Nassauische Husarenkorps war 1768, in der unsicheren Zeit nach dem Siebenjährigen Krieg (1756-1763), als Ordnungstruppe gegründet worden; es hat bis 1806 bestanden. Die im Gendarmeriedienst eingesetzten berittenen Soldaten entstammten meist wohlhabenden Bauernfamilien des nassauischen Landes; sie hatten beim Eintritt in das Husarenkorps eine Kaution bis zur Höhe von 500 Gulden (ein kleines Vermögen zur damaligen Zeit) zu stellen und waren strengen dienstlichen Bestimmungen unterworfen. So sind sie echte Berufssoldaten gewesen und nicht den weniger gut beleumundeten Söldnern oder gar der "Soldateska" zuzurechnen .

Der Kommandeur und sein kleiner Stab saßen in Dillenburg, die vier Korporalschaften zu je 10 Mann waren in Kommandos auf die (vereinigten) Fürstentümer Diez, Dillenburg, Hadamar und Siegen verteilt. Bei gegebenem Anlass konnten die Kommandos von Dillenburg aus schnell zu Sondereinsätzen abgerufen werden. Die Familien der nach sechs Jahren heiratsberechtigten Husaren wohnten in ihren Heimatorten; zwischen den Einsätzen hatten die Männer Gelegenheit, ihre Angehörigen zu besuchen.

Jost Henrich Kolb heiratete als Korporal Ende 1779 die 19jährige Anna Maria Juliane Stahl aus Breitscheid. Dem Ehepaar wurden in zwölf Jahren sieben Kinder geboren, von denen nur die drei letzten das Erwachsenenalter erreichten. Diese zwischen 1788 und 1793 geborenen Kinder haben ihren Vater kaum kennengelernt. Während des Feldzuges der Franzosen in den Niederlanden wurde er mit einem Kadetten und zwei Husaren dorthin kommandiert und am 25. März 1794 an das "Zimmermann ' sche Husarenkorps, mit der ganzen Montierung: Pferde, Sattel und Zeug", in Marsch gesetzt. Dies ist die letzte Nachricht über ihn in den Akten des Husarenkorps. In den Breitscheider Kirchenbüchern wird er in der Folge als "abwesend bzw. verschollen" bezeichnet.

Jost Henrich Kolb wird 1782 in einer Einwohnerliste unter den "Beisässern" (Mieter) aufgeführt. Später hat er ein eigenes Haus am Kirchenweg (jetzt Kirchstraße) gebaut, das nachher von seinem Schwiegersohn Friedrich Immel (aus Frohnhausen stammend) bewohnt wurde. Sein einziger Sohn Jonas (1790-1848) war Zimmermann und baute 1823 ein Wohnhaus mit Scheune an sein Elternhaus an, es wurde bis vor wenigen Jahren von der Familie Quirmbach bewohnt. - Jost Henrich Kolbs Haus ging 1902 durch Kauf an Karl Keßler über; dessen Nachkommen verkauften das baufällige Gebäude auf Abbruch, der 1969 vorgenommen wurde. Noch Anfang unseres Jahrhunderts, mehr als 100 Jahre nach dem Abschied des Husarenkorporals aus seiner Heimat, nannten alte Leute im Dorf sein früheres Wohnhaus "Husorsch Haus".

Bearbeitet von Manfred Thielmann, Breitscheid-Erdbach

 

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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