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Die Lebensbedingungen der Einwohner von Breitscheid im Jahre 1821

Am 27. August 1821 sandte der Herzogliche Amtmann in Herborn, Justiz-rat Helmrich, den nachstehenden Bericht über die landwirtschaftlichen Verhältnisse der Gemeinde Breitscheid an die Landesregierung in Wiesbaden :

"Die dasige Gemarkung, die ca. 750 Morgen kultiviertes Land enthält, wovon 500 Morgen Ackerland und 250 Morgen Wiesen sind, ist an und für sich für die 100 Familien, die das Dorf zählt, zu beschränkt. Zum Klee-anbau kann sie von dem Ackerland nicht viel entbehren und unter ihren 250 Morgen Wiesen sind nur 13 Morgen, worauf Grummet gemacht werden kann; alle übrigen sind magere Himmelswiesen, die, weil der kleine Bach gleich unter dem Dorf versinkt, nicht bewässert, auch selbst auf andere Weise keiner besonderen Kultur fähig sind. Diese reichen auch bei weitem nicht zu, um den aus 342 Stück Rindvieh und 400 Schafen bestehenden Viehbestand zu ernähren Die Gemeinde besitzt nun zwar etwas über 400 Morgen inclusive der fraglichen Waldblößen, diese sind indessen größtenteils von so schlechter Qualität, daß nur ein geringer Teil davon für das Rindvieh von bedeutendem Vorteil ist .... "

Demnach hatten im Jahre 1821 die Breitscheider Familien im Durchschnitt nur siebeneinhalb Morgen Äcker und Wiesen und vier Morgen Weide als Nutzland zur Verfügung. Auch wenn im Mittel drei bis vier Stück Rindvieh und vier Schafe je Haushalt vorhanden waren, konnten sich die 475 Einwohner von der Landwirtschaft nicht allein ernähren. Das war nur möglich mit Nebenerwerb in den 22 damaligen Häfnereien, mit Tongraben und Kalksteinbrechen, mit Kalkbrennen im Gemeinde-Kalkofen (im Pfaffenkäutchen) und mit Waldarbeit (Holzfällen und Köhlern).

So gab es in Breitscheid vor 175 Jahren zwar keinen Wohlstand, aber auch keinen Notstand, der eine Hilfe durch die Regierung erforderlich gemacht hätte.

Von Ernst Henn im Oktober 1981 in den "Heimatblättern" veröffentlicht; erneut publiziert von Manfred Thielmann, Breitscheid-Erdbach.

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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