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Das Dorf Breitscheid im Jahre 1885

Bei der Volkszählung am 1. Dezember 1885 hatte Breitscheid drei Wohnplätze: Das Dorf selbst, die Kohlen- oder Gelbermühle im Aubachtal und das heute noch existierende Verwaltungs- und Wohngebäude der früheren Braunkohlengrube "Ludwigs Zuversicht" an der oberen Kirchstraße (gegenüber dem oberen Ende des Friedhofs). In Breitscheid waren 129 Wohngebäude mit 145 Haushaltungen vorhanden. Von der Zählung erfasst wurden nur die am 1. Dezember 1885 im Dorf anwesenden Einwohner, nicht die auch nur vorübergehend abwesenden Soldaten, Berufspendler und auf Reisen befindlichen Breitscheider Bürger. Die Zählung ergab, dass die damalige Dorfbevölkerung 741 Personen umfasste; davon waren 376 männlich und 365 weiblich. Nach Konfessionen gegliedert waren 728 evangelische, 1 katholischer und 11 "sonstige christliche" (= Freikirchliche) Bürger, sowie 1 Person "unbestimmten Bekenntnisses" in Breitscheid zu verzeichnen .

Es gab nur 16 Häuser, die zwei Familien beherbergten, alle anderen wurden nur von einer Familie (oder auch Einzelpersonen) bewohnt, so dass eine Wohnungsnot nicht vorlag. Im Durchschnitt bestanden die Haushalte aus etwas mehr als fünf Personen, was einige kinderreiche Familien nicht ausschließt. Die Schule hatte im Jahr zuvor 128 Schülerinnen und Schüler, statistisch gesehen aus jedem Haus einen Schulpflichtigen.

Die Gemarkung Breitscheid war 890 Hektar groß; davon waren 188 Hektar Ackerland, 131 Hektar Wiesen, 330 Hektar Wald, 241 Hektar Weide, Ödland, Wege und Gewässer. Wäre die gesamte Gemarkungsfläche von 890 Hektar gleichmäßig auf die 145 Haushalte verteilt worden, dann hätte jede etwa sechs Hektar = 24 Morgen, davon etwa 15 Morgen Acker, Wiese und Weide, bekommen, was natürlich zur Ernährung aller Einwohner nicht ausgereicht hätte.

Die Breitscheider hatten aber vor hundert Jahren neben der Landwirtschaft und dem Kleinhandwerk weitere Möglichkeiten des Broterwerbs; es gab die Braunkohlengrube, einige Kalksteinbrüche und die Häfnerei (mit damals 53 Meistern und Gesellen). Auch im Erzbergbau und in der Eisenindustrie des nahen Siegerlandes waren Arbeitsmöglichkeiten für Wochen- oder Monatspendler, die von Niederdresselndorf aus die Eisenbahn für die An- und Abreise benutzen konnten.

Quelle: Gemeindelexikon für die Provinz Hessen-Nassau, 1885

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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