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Breitscheid im 19. Jahrhundert

Diesmal möchte ich die Leserinnen und Leser der "Breitscheider Nachrichten" anhand von zwei Berichten, die Ernst Henn im Jahr 1972 für die "Heimatblätter" geschrieben hat, in das 19. Jahrhundert zurück-führen. Es sind Schilderungen von Geschehnissen, die mit den heutigen Gegebenheiten nicht verglichen werden können und uns vor Augen führen sollen, mit welchen Problemen die damaligen Bewohner unseres Ortes belastet waren bzw. wie sie diese meisterten. Darüber hinaus zeichnet uns der Autor mit seinen Artikeln ein Bild der Lebensumstände, die zum Anfang des vergangenen Jahrhunderts in unserem Dorf herrschten. Hier seine zwei Berichte:

Pfarrer Jousseaume in Breitscheid und die Sommerschule im Jahre 1808

Der ganzjährige Volksschul-Unterricht ist in den nassau-oranischen Fürstentümern Dillenburg, Hadamar und Siegen in der sogenannten "Franzosenzeit" (1806 bis 1813) von der großherzoglichen Verwaltung eingeführt worden. Vorher wurde (neben der täglichen Winterschule) in den Monaten Mai bis September wöchentlich nur einige Stunden Schule gehalten; in manchen Orten freilich auch nicht, wenn die Landbevölkerung ihre Kinder lieber bei der Feldarbeit als in der Schule sah und auch die Lehrer mit ihrer Landwirtschaft zu tun hatten. Die (französisch gesteuerte) bergische Regierung zog damals das Schulwesen, das noch eine Angelegenheit der Kirche war, nach und nach in ihre Zuständigkeit hinüber, womit wahrscheinlich auch politische Ziele verfolgt wurden.

Im Herbst 1808 beanstandete Provinzialrat Graf von Borcke, der Leiter des Arrondissements Dillenburg, bei dem Kaiserlich-Königlichen Konsistorium dortselbst, dass es - wie die monatlichen Polizeiberichte bewiesen - "mit den Sommerschulen in verschiedenen Kirchspielen gar verschieden gehalten werde; dass deren an mehreren Orten gar keine, an anderen Orten aber nur sehr unregelmäßig gehalten würden" und daher eine Verordnung des Konsistoriums notwendig sei, "um überall der Willkür sowohl von Seiten der Lehrer als auch der Eltern Schranken zu setzen und Regelmäßigkeit und Ordnung einzuführen". In einem Schreiben des Konsistoriums vom 14. November 1808, unterschrieben: von Bierbrauer, wurde nun der Konsistorialrat und Kircheninspektor Vollpracht in Dillenburg aufgefordert zu berichten, wie es in jedem Pfarrdorf und in jedem Filialort bisher gehalten worden sei. Jeder Pfarrer möge "diejenige Einrichtung der Sommerschule in Vorschlag bringen, die er für das Lokale seines Kirchspiels oder selbst der einzelnen Filialgemeinden am passendsten hält". Die gesammelten Berichte der Pfarrer sollte der Kircheninspektor dann in möglichst kurzer Zeit an das Konsistorium einsenden .

Die Abschrift der Verfügung des Konsistoriums und die Aufforderung zum Bericht gingen bei Pfarrer Jousseaume in Breitscheid am 13. Dezember 1808 ein. Man hätte annehmen sollen, dass dem früheren Lehrer am Pädagogium in Herborn nichts lieber gewesen wäre, als Vorschläge zu machen, wie die -keineswegs guten- Verhältnisse der Volksschulen hätten verbessert werden können. Davon aber steht nichts in dem Bericht, den er zwei

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Eine Gesellschaft hat keine Zukunft, wenn sie sich nicht an die Vergangenheit erinnert.
zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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