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Erdgeschichte

Erdbachhöhle
Erforsch.2.T.
Kleingrubenl.
Wieder 1983/84
Wieder 1985/90
1991
1992
1992/93
Schwinde C

Herbstlabyrinth
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Entdeckung
Erforschung
Erschließung
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Eröffnung
Steinbr.1952

Steinbr.1953

Erdb.Höhlen
Kleingrubenl.
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Schauhöhle
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Fritz Philippi und die Erdbachhöhle

In den Erzählungen des Wiesbadener Pfarrers Fritz Philippi, der von 1897 bis 1904 in Breitscheid als Pfarrer wirkte, finden sich Stellen, die sich auf Höhlen in unserer Heimat beziehen. Da seine Erzählungen nur noch wenigen Bewohnern unserer Gemeinde bekannt sind, soll an dieser Stelle der Versuch unternommen werden, durch den Abdruck eines Auszugs aus einem Werk von Fritz Philippi den Leser neugierig zu machen auf die unterirdische Wunderwelt, die unsere Höhlen dem aufmerksamen Besucher bieten können.

Diese Veröffentlichung ist zugleich der Einstieg in weitere Berichte über Höhlen im Bereich unserer Gemeinde, die an dieser Stelle veröffentlicht werden sollen. Mit einem Buchauszug über die "Erdbachhöhle" beginnt in dieser Woche unsere Serie.
Die heutige Geschichte stammt aus der Erzählung "Das Borntier" von Fritz Philippi. Da ist die Rede von "Nixe Jakob", den sie im Dorf das "Borntier" nannten, weil er allein rundum das Geschäft der Brunnenreinigung verstand. Er stieg in die "dunklen Brunnen um die Kost und wenig Entgelt"; er "ließ sich vom kalten Wasser stundenlang die Beine herauf bis an den Leib fühlen, ohne sich alle neunundneunzig Krankheiten auf einmal zu holen." Und er hatte auch - hinter den Fremden her, die das Naturwunder bestaunten - das "Kleingrubeloch" sozusagen für sich entdeckt und sogar für sich erworben. Darüber aber war er - zum Sonderling schon von Haus aus veranlagt - ein einsamer Irrer und ein Mörder geworden, der erst im Zuchthaus seinen richtigen Namen und ein ruhiges Ende fand.
Hier der Auszug:

Das Kleingrubeloch

Immer zur gleichen Zeit im Sommer, wenn in den Städten weitab die Gassen und Stuben sich auftun und die Leute auf kurze Zeit hungrig zur grünen Weide laufen, stiegen Fremdlinge auf aus den tiefen Tälern, denen alles, was sie sahen, neu und blitzblank vorkam, die Heide, der Himmel und die Wolkenzüge, die mit Sack und Pack hinreisten nach der Unendlichkeit.
Solche Fremdlinge machten mit Übereinstimmung die Hasselbacher (Breitscheider) darauf aufmerksam, welch ein wunderlich Gewässer der Erdbach sei.

Kaum hatte der am untersten Haus vom Dorf in den grünen Wiesen die Tagwässer von der Heide, die verborgenen Rinnsale und was aus den Borntrögen plätschernd überlief, in sich versammelt als stattlicher Bach, zog es ihn alsbald vom Tageslicht wieder in die Tiefe. Knapp soweit von den Häusern über dem grünen Grund, dass man den lautesten Schreier im Dorf und bissigsten Hund noch hörte, ließ sich der Bach spurlos von der Erde aufschlucken.

Im Kleingrubeloch wich auf den Umkreis einer Hofgerechtigkeit das Weichbild der Äcker zurück und ließ noch die letzte Erdfalte ein wenig überhängen, ohne den nackten Kalkstein zu verdecken, der wie ein gebleichtes Gebein steil aus der Grube ragte. Dort lief der Erdbach erst geradeaus auf den Fels zu, als wolle er mit ihm zusammenrennen und schlüpfte dann willig unter ihn hinein wie die Schlange ins Loch. Es geschah so unerwartet, dass jeder fragte: Wo ist der Bach hin? Und nur ein dumpfes Rauschen gab Antwort aus der Tiefe.

Die Fremden, die nicht Zeit hatten, gingen kopfschüttelnd weiter, und die Hasselbacher schrien Hü-hot um das Kleingrubeloch herum seit Altväterzeiten und meinten: Es wüsste doch jedes Kind, dass der Erdbach im Kleingrubeloch verschwand.

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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