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Der Posaunenchor der Freien evangelischen Gemeinde

Auszug aus einem Interview mit Willi Thomas

Posaunenchor 1900

im Jahr 1900 Betrachtet man die Aufgaben und das Wirken des Posaunenchores in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts, so muss man bedenken, dass die gesellschaftlichen und individuellen Rahmenbedingungen mit heute nicht zu vergleichen sind. Es gab weder Computer noch Fernsehen, später höchstens mal ein Radio, und das Leben der Menschen auf dem Lande war durch den täglichen Arbeitsablauf mit Beruf und Landwirtschaft bestimmt. Für Freizeitaktivitäten, wie wir sie heute kennen, war meist kein Geld da und mobil war man nur, "so weit die Füsse trugen".

Posaunenchor 1912

Dadurch hatte das Gemeindeleben für die Gestaltung der wenigen Freizeit, die übrig blieb, einen viel höheren Stellenwert als heute. Der Sonntag war geprägt durch zwei Gottesdienste und eine Chorübungsstunde am Abend. Für die jungen Leute war die Teilnahme an den Chören fast selbstverständlich und Instrumente wurden oft innerhalb der Familien weitergegeben. im Jahr 1912

Der Posaunenchor spielte in den Sommermonaten auf vielen Jahresfesten der umliegenden Gemeinden. Dadurch kamen die Bläser bis Burbach oder Nisterau. Die meisten Gemeinden wurden zu Fuss besucht und unterwegs, wenn man durch Orte oder die Wälder zog, wurde musiziert. In erster Linie aus den Büchern "Kuhlo Band 1 + 2", sowie den "Siegerländer Posaunenchor 1921 Marschliedern". Es gab nur vereinzelt Trompeten und Posaunen, gespielt wurde überwiegend auf Hörnern.

1921

Durch die vielen Besuche wurden Beziehungen zu allen umliegenden Gemeinden geknüpft und auch erhalten. Die persönlichen Bande zu den verbundenen Christen hatten einen höheren Stellenwert als heute und wurden bei vielen Möglichkeiten gepflegt.

Innerhalb der Gemeinde beschränkte sich das Spielen nicht nur auf den Gottesdienst. Wenn die Gemeinde zu einem Ausflug oder Fest in die Natur ging, führte der Posaunenchor musizierend die Gemeinschaft an, während die Nichtbläser mit Sack und Pack hinterhergingen.                              1933

Posaunenchor 1934

In der Zeit des Nationalsozialismus kamen die meisten Bläser in der Sanitätskolonne unter und konnten den Chor aufrechterhalten. Als der Krieg jedoch begann, wurden die Männer eingezogen und die Chorarbeit musste "mangels Masse" aufgegeben werden. Erst nach Kriegsende, als die Männer aus dem Krieg und der Gefangenschaft wieder zurückkamen, konnte wieder ein kleiner Chor installiert werden.

1934

Der erste Einsatz des Posaunenchores nach dem Krieg war ein Besuch auf dem Jahresfest der Gemeinde in Medenbach. Auch hier führte der Chor die Gemeinde auf dem Fussweg von Breitscheid nach Medenbach an und führte so die seit einigen Jahren unterbrochene Tradition fort.

Auszug aus einem Interview mit Gerhard Müller

Die Arbeit des Chores nach Kriegsende wuchs sehr rasch und kam schnell wieder zu alter Stärke. Sehr viele Bläser engagierten sich und viele junge Bläser kamen zu dem Chor hinzu. Mangel gab es höchstens an Instrumenten. Aufgrund der großen Begeisterung und Nachfrage wurde jedes Instrument zum Einsatz gebracht, welches einigermaßen tauglich war. Die Heimkehrer, die aus der Gefangenschaft kamen, wurden alle mit einem Ständchen des Chores begrüßt.

Posaunenchor 50 jähriges Jubiläum 1950 Natürlich waren auch die Nachkriegsjahre auf dem Lande von Entbehrungen und harter Arbeit geprägt. Deshalb hatte die Arbeit der Chöre einen sehr hohen Stellenwert. Es gab sonst keine Möglichkeit, Musik zu hören oder zu machen und auch die Freizeitgestaltung war noch sehr begrenzt. Der Posaunenchor spielte nach wie vor aus den Büchern "Kohlo 1 und 2" sowie aus den "Siegerländer Marschliedern".                    50.jähr. Jubiläum

FeG Posaunenchor 1950

In den 50er und 60er Jahren gab es eine rundum sehr aktive und große Bläserarbeit. Die "Siegerländer Posaunenfeste" und "Westerwälder Sängerfeste" mit bis zu 500 aktiven Teilnehmern waren immer ein Höhepunkt der Chorarbeit. Bis ins Siegerland, wo eine sehr starke Arbeit gewachsen war, reichten die Kontakte und regelmäßigen       ca. 1950       Besuche.

Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre, mit langsam wachsendem Wohlstand, hielt die Musik über Radio, die ersten Tonbandgeräte und Schallplatten Einzug in die privaten Wohnzimmer. Dadurch entstand eine bis dahin unbekannte Alternative des Musikhörens. So etwas gab es vorher nicht. Dies veränderte allgemein auch die Chorarbeit. JungbläserDie Literatur wurde vielfältiger. Zu den bekannten Büchern kam das "Lobt Gott 1 und 2" hinzu. Die Bläserarbeit wurde strukturiert in verschiedenen Verbänden. Die CVJM Posaunenverbände leisteten einen großen Beitrag in Schulung und Qualifizierung sowie Verbreitung neuer Literatur. Daneben wurde der BCPD installiert, ein Bläserverband der Freikirchen, welchem der Breitscheider Chor Ende der 60er Jahre beitrat.

Durch den zunehmenden Hörgenuss durch Radio, Fernsehen und die Tonträger wurden die einzelnen Hörer anspruchsvoller und es ist der Arbeit der Verbände zuzurechnen, daß die Qualität und die Vielfältigkeit der Ortsposaunenchöre stark zunahmen. Viel neue, moderne Literatur entstand und wurde eingeübt. Dies prägte die musikalische Entwicklung besonders in den 70er und 80er Jahren.

Der Breitscheider Chor war nach wie vor sehr aktiv innerhalb der Gemeinde. Er spielte auf vielen Festen, Sängertagen, Feiertagen und Jubiläen. Er nahm aber auch diakonische Dienste wahr, trat in Gefängnissen, Krankenhäusern und Altenheimen auf und trug so gespielte biblische Botschaft in viele verschiedene Einrichtungen.

Auszug aus einem Interview mit Armin Müller

Heute leben wir im digitalen Zeitalter. Die Hörgewohnheiten haben sich insofern verändert, dass wir überwiegend perfekten Musikgenuss als normal empfinden. Selbst Nebengeräusche, die ein Plattenspieler erzeugt, gehören der Vergangenheit an. Deswegen sollte auch ein Bläserchor im Jahr 2000 versuchen, durch seine Musik die Zuhörer zu begeistern. Das setzt natürlich ein hohes Engagement des einzelnen Bläsers voraus. Aber wenn dies geschieht, hat der Chor nach wie vor seine Bedeutung. Die Einsätze des Chores haben in der Vergangenheit gezeigt, dass gut gespielte Musik die Hörer unterschiedlichster Alterskategorien begeistern kann. Daneben besteht für den Chor nach wie vor die schöne Aufgabe, durch sein Spielen den Schöpfer zu ehren und den Nächsten auf die Liebe Gottes hinzuweisen. Dieser Auftrag bleibt auch im Jahr 2000 und darüber hinaus bestehen.

 

 

mehr in der Festschrift: 50 Jahre Freie evangelische Gemeinde in Breitscheid und auf dem Westerwald 1912-1962
die ganze Festschrift als PDF-Datei !

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Eine Gesellschaft hat keine Zukunft, wenn sie sich nicht an die Vergangenheit erinnert.
zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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