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Breitscheider Bauernsohn heiratet 1608 eine Apothekerstochter in Herborn

Trotz der früher stärker betonten Standesunterschiede und des gesellschaftlichen Abstandes zwischen Stadt- und Landbevölkerung war es vor fast 400 Jahren möglich, dass ein Bauernsohn aus Breitscheid die Tochter des Apothekers an der Hohen Schule zu Herborn heiraten konnte. Das erfahren wir aus dem Gesuch des Bräutigams an den Landesherren in Dillenburg um Überlassung der "Communität" (des Speisesaals) der Hohen Schule für die Hochzeitsfeier. Das Gesuch hatte (in heutiger Rechtschreibung) folgenden Wortlaut:

Hochwohlgeborener Graf, gnädiger Herr,
demnach ich mich mit des neuen Apothekers Tochter in Herborn ehelich versprochen und vorhabe, mich in der Stadt Herborn niederzulassen und den hochzeitlichen Ehrentag auf Dienstag vor nächstkünftigen Michaelis zu halten, weil aber Bastian Kuchenbeckers sel. Sohn auf denselben Tag auch seine Hochzeit halten wird, dazu er das Rathaus bei den Bürgermeistern bereits bestellt hat, und dann ich gegen solche Zeit das, was zu meiner Hochzeit gehörig oder nötig alles bestellt und den angestellten Tag nicht ändern kann, so bitte ich untertäniglich, Euer Gnaden wollen mir gnädiglich erlauben, dass ich meine Hochzeit in der Communität zu Herborn haben und halten und dazu brauchen möge; will mit Fleiß daran sein, dass nichts zu Ungutem gestellt werden soll.
Gnädigster Antwort wartend, Datum den 27. August Anno 1608

Thomas Wüst
von Breitscheid

Der Bräutigam stammt aus einer angesehenen Familie in Breitscheid. Zwei Brüder der vorigen Generation waren nacheinander Heimberger (Ortsvorsteher) gewesen: 1566 Wüsten Clees und 1571 Wüsten Christ. Einer von ihnen war wohl der Vater des Thomas Wüst.

Welchen Beruf der junge Ehemann in Herborn ausüben wollte, wissen wir nicht; da sein Name in der Matrikel der Hohen Schule nicht genannt wird, kann es sich nur um einen gewerblichen Beruf gehandelt haben, zu dem der Hoheschul-Apotheker sicherlich die nötige Starthilfe hat geben können.

Manfred Thielmann, Breitscheid-Erdbach

 

 

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Eine Gesellschaft hat keine Zukunft, wenn sie sich nicht an die Vergangenheit erinnert.
zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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