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Vom alten Rathaus ( "Gemoa-Haus" )
in Breitscheid (1857-1980)

Mit einem Auszug aus der Orts-Chronik von Breitscheid, den Ernst Henn leicht gekürzt und (in Klammern) ergänzt hat, berichtet er, was der Chronist Reinhold Kuhlmann (1876-1945) über das alte Rathaus (damals als "Gemeinde-Haus" bezeichnet) geschrieben hat:

"1858 bekam Breitscheid sein erstes Gemeindehaus (erbaut 1857/58 unter Bürgermeister Johannes Schmidt). Bis dahin befand sich die Schreibstube des Ortsoberhauptes in dessen Privatwohnung. Die Gemeindehäuser der Dörfer unserer Gegend wurden meist nach demselben Plane gebaut: unten das Backhaus, daneben das Spritzenhaus und darüber im ersten Stock die große Gemeindestube. Neben unserem Backhaus war die sogenannte "Wacht", der Aufenthaltsraum für den Wächter und zugleich das Dorfgefängnis (im Bedarfsfalle auch Übernachtungsraum für durchreisende Obdachlose). Darüber die kleine Stube war für den Bürgermeister bestimmt, eigentlich viel zu klein; mit einer Entwicklung des Dorfes wurde wohl gar nicht gerechnet. Damals hatte Breitscheid etwa 600 Einwohner.

Als aber nach 1900 die Bevölkerungsziffer sprunghaft in die Höhe ging, machte sich auch das Bedürfnis nach einer Vergrößerung oder vielmehr Vermehrung der Verwaltungsräume geltend. Die ersten beiden Bürgermeister des neuen Jahrhunderts, Theodor Petry und sein Nachfolger Wilhelm Georg, fühlten sich in ihrem Käfig, umringt von Schränken und Aktenregalen, ganz wohl und dachten in ihrer genügsamen Bauernart nicht einmal an Änderungen. Der Krieg ist der Vater aller Dinge. Auch in unserem Falle. 1917 wurde Ferdinand Thielmann zum Bürgermeister gewählt, ein jüngerer Mann.... Und als der Krieg beendet war und ihm die Arme freier wurden, tat er seinen ersten großen Wurf: die Erweiterung des Rathauses. Die Gemeindevertretung machte mit; sie bestand zum größten Teil aus jüngeren Leuten, die den Krieg mitgemacht hatten; auch die übrigen verschlossen sich nicht einem fortschrittlichen Geiste....

Der Platz des Rathauses war früher unbebaut, er war Zimmerplatz, eine Zeitlang war auch dort die Gemeindebaumschule. Der freie Raum westlich diente als Turnplatz für die Schule, bis 1896 die erste Molkerei dort aus Backsteinen gebaut wurde. Dieser einstöckige Anbau (von 1899 ab, als die Mühle mit einer Molkerei gebaut wurde, dem Breitscheider Kon-sumverein als Verkaufsraum dienend, danach Wohnung und Metzgerladen des Metzgers Rau, Schwiegervater von August Schumann) erhielt nun im Jahr 1919 einen weiteren Stock als Aufbau (mit den Verwaltungsräumen, die bis 1978 benutzt wurden). Die alte Wand wurde von der Treppe aus durchbrochen."

Soweit der Auszug aus der Orts-Chronik. Zu erwähnen ist noch, dass 1919 in dem unteren, älteren Teil des Anbaus eine "Badeanstalt" mit Wannen-und Brausebädern und eine Wohnung für den Badewärter errichtet wurden.

Aus der Manuskript-Sammlung des Ernst Henn entnommen von Manfred Thielmann, Breitscheid-Erdbach



 

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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