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Kalkbrennen als Gemeinschaftsarbeit in Breitscheid um 1795
Einwohner, Gemeindekasse und Rentkammer Dillenburg hatten Gewinn

Im baufreudigen 18. Jahrhundert war das Kalkbrennen in Breitscheid eine gute Einnahmequelle, sowohl für die Dorfbewohner, als auch für die Gemeinde Breitscheid und die Staatskasse in Dillenburg. Im "Pfaffenkäutchen", günstig in der Nähe des Medenbacher Wegs gelegen, hatte die Gemeinde einen größeren Kalkofen zum Gemeingebrauch und für Einzelbenutzer erstellt; letztere waren um die Mitte des 18. Jahrhunderts: Der Heimberger (Bürgermeister), der Förster, einige Bauern und Fuhrleute. Alle hatten vom Verkaufswert des gebrannten Kalks den Zehnten an die Fürstliche Rentkammer in Dillenburg zu zahlen.

Kalkstein konnte an verschiedenen Stellen in der Gemarkung gewonnen werden, und an Brennholz war lange Zeit kein Mangel, da der Wald infolge der starken Bevölkerungsverluste im vorhergehenden Jahrhundert durch Kriege und Pest noch nicht übermäßig beansprucht war. Durch Bevölkerungswachstum und Gewerbegründungen (Zieglerei und Häfnerei) steigerte sich jedoch nach dem Jahre 1700 der Holzverbrauch mehr und mehr, sodass die Rentkammer in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts das Kalkbrennen in Breitscheid bremste; 1767 übertrug sie das alleinige Recht dazu auf die Gemeinde, und zwar nur für einen Brand im Jahr. Bei besonderen Ausgaben der Gemeinde (Backhausbau 1772, Landvermessung 1778, Orgelanschaffung 1788) gab jedoch die Rentkammer einen zweiten Brand frei. - Im Jahr 1795 "ließ die Gemeinde einen Kalkbrand in Gemeinschaftsarbeit ausführen. Daran beteiligten sich 54 der 67 Breitscheider Haushaltungen. Vermutlich ist dafür ein Holztag im Gemeindewald angesetzt worden, an dem dürre Bäume und Wurzelstöcke gerodet wurden, denn es waren etwa 100 Raummeter für den Brand erforderlich. Auch das Brechen und Anfahren der Kalksteine wird wohl gemeinsam vorgenommen worden sein.

Im Juli 1795, als rund 155 Maß gebrannter Kalk für 258 Gulden und 5 Albus verkauft worden waren, zahlte Johannes Paulus, der "verpflichtete Rechnungsführer" der Gemeinde die nachstehenden Beträge aus:

  1. An 54 Gemeindeglieder "für Holz und Mühewaltung bei dem Brennen" je 3 1/2 Gulden = 189 Gulden;
  2. an Johann Henrich Stahl für die "Brennarbeit am Kalkofen" 11 Gulden und 20 Albus;

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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