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Breitscheider Kalk (1)

von Manfred Thielmann

Bereits in den vorrausgegangen Ausgaben der "Breitscheider Nachrichten wurde gelegentlich über den Abbau von Bodenschätzen (Ton und Braunkohle) in unserer Heimat berichtet. Neben der Gewinnung von Erzen in der Erdbacher Gemarkung ist noch der Abbau von Walkererde erwähnenswert, weil von diesen Tätigkeiten sich viele Familien in unseren Dörfern ernähren konnten. Der Abbau des reichlich vorhandenen Kalkvorkommens war aber schon von jeher ein Gewerbe, welches den Menschen in "unserer Heimat Arbeit und Brot brachte.

Ernst Henn hat sich mit dem Kalkabbau beschäftigt, ist alten Quellen nachgegangen (Staatsarchiv Wiesbaden und Pfarrarchiv/Pfarrakten Breitscheid) und hat seine Recherchen in nachstehendem Bericht zusammengefasst. Der Artikel wurde im Februar 1967 in den "Heimatblättern" veröffentlicht. Er schreibt:

Die Erschließung der Bodenschätze in der Gemarkung Breitscheid ist für Ton, Walkererde und Braunkohle seit Ende des 16. Jahrhunderts urkundlich belegt. Wesentlich früher anzusetzen ist, auch ohne schriftliche Beweise, die Gewinnung und das Brennen des Kalksteins. Spätestens beim Bau der Kirche - im 14. Jahrhundert - wird ein Kalkofen in Breitscheid vorhanden gewesen sein. Eine Untersuchung des Mörtels im Mauerwerk des Kirchturms steht zwar noch aus, aber wir werden nicht daran zu zweifeln brauchen, dass der Kalk aus der Dorfgemarkung stammte.- Für die übrigen Bauten im Dorf war früher nur wenig Kalk erforderlich. Die Grundmauern der Bauernhäuser und Scheunen wurden trocken oder mit Lehm gemauert und das Fachwerk mit "Sprösseln" und Strohlehm ausgefüllt. Lediglich für das "Weißgebinn" auf dem Lehmputz wurde Kalk verwandt.

Zeugen der früheren Kalkgewinnung sind die "Kauten" in der Feldflur, meist am Schönbacher und Medenbacher Weg gelegen. Der nassauische Geschichtsschreiber Christian Daniel Vogel hat um 1830 als Pfarrer von Schönbach noch über 20 Kauten in der Breitscheider Gemarkung gezählt. Dass er sie für Erdeinbrüche über Kalksteinplatten hielt (Beschreibung des Herzogtums Nassau, Wiesbaden 1843),traf nicht für alle zu. Nur einige der größeren Kauten, die auch in den ältesten Grundstücksverzeichnissen schon mit ihren heute noch gebräuchlichen Flurnamen genannt werden, sind auf diese natürliche Weise entstanden. Die übrigen waren ältere Steinbrüche auf Privatgrundstücken oder Gemeindeland. Heute sind sie zum Teil verfüllt oder am Dorfrand überbaut.

Standort eines alten Kalkofens war das "Pfaffenkäutchen". Nicht nur die mündliche Überlieferung weist darauf hin, sondern auch der Fund von Restmauerwerk im Boden beim Ausheben einer Baugrube nach dem letzten Krieg. Der Platz - früher außerhalb des Dorfes - war vom Medenbacher Weg aus gut zu erreichen und nicht weit von den Rohstoffen Kalkstein und Holz entfernt. Die an der Südseite offene Mulde lag in dem nach Norden ansteigenden Gelände windgünstig für einen auf Luftzug an-

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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