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Das Kirchspiel Breitscheid wünschte sich 1636 einen "anderen tüchtigen" Pfarrer"

Als Vergeltung für die Einnahme der Feste Braunfels durch den Grafen Ludwig Henrich von Nassau-Dillenburg hatte der Graf von Mansfeld im Frühjahr 1635 das Dillenburger Land geplündert und gebrandschatzt; es war das verheerendste Ereignis in diesem Raum während des 30jährigen Krieges. Dazu kam die Pest, die bis in das folgende Jahr hinein große Opfer von Menschenleben forderte.

In dieser Lage wollte man im Kirchspiel Breitscheid nicht länger ohne einen ständig anwesenden Pfarrer sein, nachdem Pfarrer Gottfried Heidfeld schon vor dem Mansfeld'chen Überfall aus gesundheitlichen Gründen nach Herborn gezogen war, um als Lehrer am dortigen Pädagogium tätig zu sein. Den Pfarrdienst in Breitscheid und Medenbach besorgte er - wahrscheinlich neben anderen Vertretern - aushilfsweise mit. Zu Anfang des Jahres 1636 richteten die Kirchspielgemeinden an den Kircheninspektor in Herborn ein Gesuch, das in leicht geänderter Schreibweise und mit Zusätzen in Klammern lautet:

"Ehrwürdiger hochgelehrter Herr Inspektor, Euer Ehren wissen sich großgünstigt zu erinnern, welchergestalt wir wegen unseres Pfarrers blöden (!) Hauptschwachheit und Gebrechlichkeit nicht allein bei Euer Ehren, sondern auch bei dem hochwohlgeborenen Herrn supplicando gesucht und gebeten, daß wir doch ohne einen Nachteil dieses (Pfarrers) einen anderen Pfarrer bekommen möchten. Nun wäre es wohl längst im vergangenen Frühling erfolgt; (es sind) aber Plünderungen, Durchzüge und Pestster-ben dazwischengekommen, (so) daß es unterblieben (ist). So müssen wir auf des Pfarrers eigenes Anhalten und Ansuchen unterdienstlich bitten, die großgünstige Beförderung zu tun, daß wir einen anderen tüchtigen Pfarrer bekommen möchten. Dessen dienstlich erinnernd, den 10. Januar Ao.D. 1636. Gemeinde zu Breitscheid und Medenbach".

Der Wunsch der Gemeinde wurde bald erfüllt: Ostern 1636, mitten in einer Pestwelle, kam Henrich Wissenbach, der infolge der Rekatholisierung des Siegerlandes aus Rödgen vertriebene Pfarrer, nach Breitscheid. Was er antraf und was unmittelbar zurücklag, fasste er im neuen Sterbebuch - das alte war verschwunden - in die Worte zusammen: "multi peste obierunt" (viele sind an der Pest gestorben).

Aus einer Veröffentlichung von Ernst Henn im August 1975 in den "Heimatblättern" nacherzählt von Manfred Thielmann, Breitscheid-Erdbach

 

 

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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