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Die Breitscheider Mühlen (2)

vorderen Teil der Flur südlich der damaligen Mühle.

Den Flurnamen "Auf der Mühle" gibt es in Breitscheid heute nicht mehr. Er ist wahrscheinlich bei der Zusammenlegung des Feldes, die in den 1790er Jahren von dem Schulmeister Thielmann (als nebenamtlichen Feld-messer) vorgenommen wurde, durch den jetzigen Flurnamen "Hinter der Ziegelhütte" ersetzt worden. Damals war die Mühle seit Menschengedenken nicht mehr vorhanden. Es lag nahe, den auf sie bezogenen Flurnamen auf-zugeben und den neuen Flurnamen auf die nach 1700 vor der Flur entstan-dene Ziegelhütte (Ziegelbrennerei, jetzt Bauernhof "Off dr Zilett") zu beziehen.

Die zweite uns bekannte Breitscheider Mühle wurde 1692 durch die Eheleute Peter Nix aus Breitscheid im Walddistrikt "Kohle" am Aubach erbaut. Sie wurde anfangs Kohlenmühle und später Gelbermühle genannt. Die Ursache der Namensänderung ist nicht bekannt. Das Gebäude brannte 1907 ab, nachdem es einige Jahre nicht mehr als Mühle benutzt, sondern von einem Einsiedler benutzt worden war. Mühlgraben, Geländeeinschnitt für das Mühlrad und Reste der Gebäudefundamente sind noch vorhanden: Fotokopien eines gemalten Bildes der Gelbermühle gibt es in Breitscheid noch.

Da die Mühle am Aubach für das Dorf Breitscheid ungünstig lag und der Weg über die Höhe beschwerlich war, wird verständlich, dass man in Breitscheid wünschte, eine Mühle in der Nähe zu haben. Im Jahre 1838 war der damalige Gemeinderechner Johann Henrich Schmidt IV. bereit, unterhalb der Pfarrwiese eine neue Wassermühle zu erbauen. Der Plan scheiterte aber daran, dass der Mühlgraben über die Pfarrwiese geführt werden sollte, was die Abtretung von 8 Ruten und 16 Schuh Wiesengelände erfordert hätte.

Die dritte (eingangs erwähnte) Mühle wurde 1899 durch eine von Breitscheider Bauern gegründete Müllereigenossenschaft erbaut. Sie war eine Dampfmühle, wurde aber kurz vor dem ersten Weltkrieg auf Elektrizität umgestellt. Die Genossenschaft übernahm damals auch das Ortsnetz der Stromversorgung. Säge- und Dreschbetrieb waren der Mühle angeschlossen -vor dem ersten Weltkrieg auch eine Molkerei, die jedoch auf die Dauer nicht rentabel war und aufgegeben wurde. In den dreißiger Jahren wurde die alte Müllereigenossenschaft aufgelöst und eine neue mit Beteiligung der Raiffeisen-Organisation gegründet.

Es bleibt noch die Frage zu beantworten, ob Breitscheid zwischen 1476 und 1692 keine Mühle hatte. Bei der Bedeutung des Getreides für die Ernährung von Menschen und Vieh in der damaligen Zeit, als die Kartof-fel noch nicht angebaut wurde, möchte man das kaum glauben. Doch ist bis jetzt über eine Mühle in dieser Zeit nichts bekannt geworden. Das Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden kann einen Hinweis auf Mühlenakten nicht geben. Auch Reinhold Kuhlmann erwähnt in der Ortschronik von Breitscheid zwischen dem Ende des 15. Jahrhunderts und dem Ende des 17.Jahrhunderts keine Mühle. Da Erdbach im Jahre 1624 zwei Mühlen, Breitscheid aber anscheinend keine hatte, werden wir annehmen müssen, dass die Breitscheider Bauern (vielleicht auf Anordnung der Landesherren, die über Wasserrecht und Mühlenbann verfügten) lange Zeit ihr Getreide in Erdbach haben mahlen lassen. Vielleicht wurde das "Eselspädche", der Abkürzungsfußweg in der "Gasse Schlucht", schon damals von den Trageseln der Erdbacher Mühlen benutzt.     >

Aus der Heimatgeschichte 1995, bearbeitet von Manfred Thielmann, Erdbach

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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