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1774: Falschgeld in der Gelbermühle?

Von den alten Wassermühlen, die in Wäldern und oft an Grenzbächen der ehemaligen Kleinstaaten standen, war in den vorigen Jahrhunderten nicht jede ein "Hort der Tugend", besonders nicht in Kriegs- und Nachkriegszeiten, wenn Marodeure, Räuberbanden und Flüchtige unterwegs waren. Mehr unfreiwillig als vorsätzlich mag damals mancher Müller dazu gekommen sein, lichtscheuem Gesindel Unterschlupf, Verpflegung und Übergang über die Grenze zu gewähren, oder Hehler und Mitwisser bei Schmuggel oder Wilddieberei zu werden. Aber auch ohne Druck und Erpressung war in Notzeiten, begünstigt durch die einsame Lage, die Versuchung zu Ungesetzlichkeiten nicht gering, und man kann sich vorstellen, dass die Obrigkeit ein Auge auf Mühlen und Müller hatte.

Mit der Gelbermühle auf Breitscheider Boden im Aubachtal, an die man sich in den umliegenden Dörfern noch erinnert, war es nicht so schlimm.
Einmal jedoch stand sie, die von 1692 bis 1907 bewohnt war, im Verdacht, einen Falschmünzer (oder zumindest einen Besitzer von Falschgeld) unter ihrem Dache zu haben. Im Spätwinter 1774 wurde der 55 Jahre alte Müller Johannes Peter Nix, der nach Vater und Großvater der dritte Inhaber der Mühle war, verhaftet. Dass er ein Falschmünzer sein könnte, war wohl kaum anzunehmen, dazu bedurfte es sicher mehr als das Können eines einfachen Müllers; aber Hehler zu sein und Falschgeld zu verbreiten, war leichter. Und dessen war er anscheinend verdächtig, wie aus den "Cammer Acten - Die sogenante Gelper- oder Kohlenmühle bey Breitscheid betr. Müller Johannes Peter Nix" (im Hauptstaatsarchiv Wiesbaden) hervorgeht. Dort heißt es:

"Pro Memoria ! Bey der ohnlängst geschehenen Arretierung des puncto falsae monetae (in Sachen Falschgeld) sich verdächtig gemachten Müllers Nix von der Gelpermühle ohnweit Breitscheid, fanden sich bey demselben 10 fl (Gulden) an Geld, davon er vorgab, daß er solche an den Land-Keller Preußen für Mühlenpfacht (-pacht) zu bezahlen willens gewesen. Han hat daher dieses Geld an die Fürstliche Rentkammer damit abgegeben und sich über den Empfang eine Bescheinigung erbitten wollen.
Dillenburg, den 15. Herz 1774
Fürstl. Justiz Cantzley hieselbst,
Lorsbach."

Der Müller Johannes Peter Nix war in der Falschgeld-Affäre doch wohl nicht oder nur gering schuldig gewesen, da ihm die Belehnung mit der Mühle nicht genommen worden ist. Ohne diese hätte er auch als Eigentümer die Mühle nicht weiterbetreiben können. Er starb im Dezember 1784 in der "Kohlenmühle" (so der amtliche Name der Gelbermühle) kurz nach Vollendung des 66. Lebensjahres. Nachfolger in der Mühle wurde sein Schwiegersohn Johannes Dittmann aus Langenaubach, der 1778 die Tochter Anna Elisabeth geheiratet hatte.

Einer Publikation von Ernst Henn im Oktober 1977 in den "Heimatblättern" nacherzählt von Manfred Thielmann Breitscheid-Erdbach.

 

 

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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