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geschichtsübersicht
Die Ortschronik von Reinhard Kuhlmann (103)


(Seite 103)

(1662-1664) Große Rechtsstreitigkeiten zwischen Breitscheid und Erdbach um die Aspenstrut.
VII A.D.A.-B. 724, ein Aktenband vom Umfange unserer Kirchenchronik, mit
viel Latein durchsetzt.
1662. Aus dem Protokoll des Amtes Herborn.
Gemeinde Erdbach contra die Gemeinde Breitscheid.
Den 7/9 " Johan Moller, Heimberger zu Erdbach erschien nahmens seiner gemeinde
klagte mit weinenden augen, daß in dieser stund zu ihm bey die schafe (: deren er
itzo hüten musste: ) kommen v. geklagt, daß die Breidtscheider ihnen alle ihre schwein
aus der Aspenstruht eigenes gewalts weg v. inß Dorf (Breitscheid) getrieben v. ge =
pfändet, mit vorgeben ihnen allein da zu hüten gebührte. Wan aber seine ge =
meinde mit ihnen die Koppelhüde mit allerley vieh daselbst hergebracht, auch
mit brief v. siegel belegen könnten, Breidscheider gleichwohl dessen allen ohnge =
achtet solchen gewalt mit schmeisen v. iagen ihrer Schwein biß in ihr Dorf ver =
übet, als klagte er vber solchen frevel, mit bitt befehl zuerteilen daß ihnen ihr
vieh wieder ohn den ohrt, da es weggetrieben geliefert v. sie zur gebührenden
straf möchten gezogen werden."( Ein solcher schriftlicher Befehl an die Gemeinde
Breitscheid wurde ihm mitgegeben.)
Den 1. 8br (1.Oktober) " Erschien auß beyden gemeinden,v. zwar wegen Erd =
bach der heimberger, Cuntzen jost v. Hanß Conrad, wegen Breidscheid aber Georg
weiel, Enners Schmitt, peter Thomaß v. peter Lang alle geschworne, weil der
heimberger (Donges groß) krank v. bettlegerig."Breitscheid gesteht den Erdbachern zu, daß sie
mit ihren Pferden, Kühen und Schafen in der Aspenstrut neben ihnen hüten möch =
ten, "zu mastungszeiten aber mit ihren schweinen da zu hüten, geständen
sie ihnen nit. " Ego (d.h. ich, der Oberschultheis): "wan schon die Erdbacher sie
überhuedet hetten, So hatte doch ihnen (den Breitscheidern) nit gebührt, die gant =
ze Herde schwein wegzutreiben (nach Breitscheid) iagen oder zu schmeisen, son =
dern sie hetten vermög der polizeyordnung dem Hirten den Huet (Hut) oder
doch nuhr ein stück (schwein) abpfänden sollen.." Erdbach legt nun einen ver =
siegelten Vertrag vor von anno 1544, der 1608 bestätigt worden wäre, und in
welchem ausdrücklich auch der Schweine gedacht würde. Breitscheid erwidert,
"sie liesen den brief in seinem wehrt, liesen auch deß Sommers ihre (Erdbach) schwein
da grasen v. waiden, in herbstzeiten aber v. wan mast wehre, könten sie
sie da nit hueden lasen, sonderlich weil viel haselnußstreüch auch große bu =
chen da weren so voll mast hingen, beriefen sich uf den augenschein." Die
Erdbacher entgegnen , in dem Brief sei keine bestimmte Jahreszeit angege =
ben, in welcher die Schweine nur da weiden dürften, übrigens hätten sie
keine 20 Schweine, wohingegen die Breitscheider über 200 Schweine hätten und
wenn alle Breitscheider Schweine 2 oder 3 Tage da gewesen, würde wohl
nicht viel mehr übrig sein. Die Breitscheider sagen , Weid und Hutgerechtig =
keit sei keine Mastungsgerechtigkeit. Da weist Erdbach darauf hin, daß frü =

her auch

aus der alten Handschrift übersetzt durch Hans Henn

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Eine Gesellschaft hat keine Zukunft, wenn sie sich nicht an die Vergangenheit erinnert.
zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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