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geschichtsübersicht
Die Ortschronik von Reinhard Kuhlmann - Seite 113

Ein Schulmeistergeschlecht in Breitscheid und seine Zeit.
(1687 - 1798)

Etwa 100 Jahre nach der Gründung der Breitscheider Schule nahm der Pfarrer Ludovici einen 17. jährigen Jüngling aus seinem Filialdorfe Medenbach zum Schulmeister in Breitscheid an. Er berichtet selbst darüber: "Anno 1687 hab ich pastor zum schulmeister angenommen Joh. Aßman Dieln von medenbach zum schulmeister alhier, v. bin einß geworden mit ihm zu lohn zwölff gulden: ein malter Korn, v. die Suppe bei den leuthen; weil er noch nicht sufficiens (genügend ausgebildet) und ich viel last vor ihn muß tragen helffen, darumb bekomme ich das übrige an lohn vnd hat die Herberg bei mihr."

Wie es scheint, nahm sich der Pfarrer des jungen Schulmeisters väterlich an. Seine Fürsorge erstreckte sich auf die kleinsten Dinge. Einmal trägt er in sein Wirtschaftsbuch ein: "Die 24 albus 4 Pfennig hat der schulmeister vor strimpf dem Kessler geben; vor die strümpf." Das verrechnete er ihm dann an seinen 12 Gulden Jahreslohn. Denn auch im Pfarrhaus ging es schmal her. Es war die Nachkriegszeit des 17. Jahrhunderts mit ihrer Armut und Enge für die Deutschen. In den Jahrzehnten um 1700 hatte der Breitscheider Pfarrer selbst schwer um die nackte Fristung seines Daseins zu kämpfen. Da fiel das arme Leben des Schulmeisters nicht einmal besonders auf.

Die Einkünfte des Schulmeisters und Küsters waren 1671 wie folgt festgelegt worden: "Jedes hauß zu Breidscheid gibt Jahrs 4 albus 4 d. 27 häuser tun 5 Gulden 12 d. - Item der Castenmeister auß dem Casten (Almosenkasten) 2 Gulden. - hat den halben Kirchhoff (die Grasnutzung): vom Glockenampt bekompt er von jedem hauß 1 sechter (Sefter = ½ Meste) Korn: Isset mit den leuthen." (Kostumgang im Dorf wie beim Kuhhirt). -

Die Gemeinde zahlte nichts an den Schulmeister. Was an jährlicher Bareinnahme verzeichnet wird, setzte sich zusammen aus Zinsen ("pensionen") aus Schulkapitalien, die der Schule vermacht worden waren, und aus dem Schulgeld der Familien. Die Renten aus Schul- und Kirchenkapitalien waren aber oft schwer zu erlangen. Im Jahre 1705 wurde angeordnet, von dem Nachlaß einer jeden verstorbenen ledigen Person ein sogenanntes Sterbefallsgeld zu erheben und zu den Schulkapitalien zu schlagen, da das Erheben von Schulgeld zu Unzuträglichkeiten führe. (Dieses Sterbefallsgeld ist erst bei der großen Neuregelung um 1817 aufgehoben worden). Da in den ersten Jahrzehnten der Amtszeit des Schulmeisters Diehl im Sommer höchstwahrscheinlich der Unterricht ganz ausfiel und damit auch die Kost bei den Bauern, so war der Schulmeister genötigt, im Sommer anderen Erwerb zu suchen. So mag unser Diehl sich im Sommerhalbjahr auf dem bäuerlichen Anwesen seiner Eltern in Medenbach betätigt haben und nur Sonntags zur Versehung des Küsterdiensts und zum Traktieren des Katechismus bei der Jugend in der Kirche nach Breitscheid zurückgekehrt sein.

Nach zehnjähriger Dienstzeit landete er im Hafen der Ehe, und da die Erkorene ein Breitscheider Bauernmädchen war, das ihm einige Güter zubrachte, so erhielt sein äußeres Dasein nun in der nebenbei betriebenen Landwirtschaft eine einiger-

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von Kornelia Pelz übersetzt

 

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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