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Die Ortschronik von Reinhard Kuhlmann - Seite 117

bliebe nur eine stunde in der Schul, er aber von morgen an biß in den Mittag". -

Nachdem Wilhelm V. im März 1766 die Regierung angetreten hatte, wurde schon im folgenden Monat verordnet, dass künftighin auf den Dörfern die Schule mit dem 1. Oktober anfangen und erst mit Ausgang des Juni endigen sollte. Aber die Verhältnisse waren stärker als der gute Wille der Regierung, und schon im Mai gab sie wieder nach: da die Schulmeister noch nicht mit hinlänglicher Besoldung versehen seien, auch die Untertanen bei ihrer Arbeit nicht wohl so lange die Kinder entbehren könnten, wolle sie vorläufig noch gestatten, dass die Schule Ende April zu Ende gehe. Damit jedoch die Kinder in der Sommerzeit nicht wieder alles verlernten, sollten die Schulmeister an den Orten, wo nicht von alters her, wie z.B. im Grund Burbach, den ganzen Sommer hindurch Schule gehalten wird, schuldig sein, Sonntags den Katechismus in der Schule zu lehren, dann die Nacht über an dem Ort zu bleiben und Montags Morgens, ehe sie wieder nach Hause gingen, wenn sie anderwärts wohnten, noch einmal Schule zu halten, damit die Jugend in der Übung bleibe: Als Entgelt dafür soll ihnen an Geld oder Frucht etwas zugelegt werden. -

Wie schwer es hielt, die dürftige Sommerschule einzuführen und zu erhalten, geht wieder aus folgendem hervor: Im Jahre 1780 wurde zu erwägen gegeben, "ob nicht die Schulmeister an den Orten, wo sie ohnehin einheimisch sind, mit einer geringen Zulage angewiesen werden könnten, im Sommer außer der Sonntäglichen Kinderlehre dreymal in der Woche in der Mittagsstunde von 11-12 Uhr Schule zu halten?" -

Als die bergische Regierung 1808 in der Absicht, die Sommerschule überall einzuführen, Bericht über diese Art Schule einforderte, konnte von Breitscheid berichtet werden, dass Samstags und Montags von 7-10 Uhr Schule gehalten werde; an den übrigen Wochentagen war frei. - Das Schuledikt von 1817 beseitigte die "Sommerschule"; es soll hinfort im Sommer und Winter in wöchentlich 30-32 Stunden unterrichtet werden. (Das Erscheinen der Schulblumen [Herbstzeitlose] hatte immer den Beginn der Winterschule angekündigt. Unsere Großeltern erzählten uns, wie die Kinder in Breitscheid dann hinausgeeilt seien und die Schulblumen zertreten hätten, um noch nicht in die Schule zu müssen.)

Was die Unterrichtsfächer anbelangt, so war das Rechnen von Anfang an noch nicht eingeführt. Erst viel später ist es ganz allmählich als Unterrichtsgegenstand aufgenommen worden. Jung - Stilling erzählt in seiner Lebensgeschichte, wie er als junger Schulmeister im benachbarten Siegerland in den 1760er Jahren abends den Schülern eine Rechenstunde hielt - zum großen Missfallen des Pfarrers Stollbein: "Wer heißt euch das ? ... Lehrt sie erst einmal das Nötigste, und wenn sie das können, dann lehrt sie auch das Rechnen." Der Dillenburger Regierung unter Wilhelm V. lag aber der Rechenunterricht sehr am Herzen. Um 1780 ersuchte sie die Pfarrer, "den Schulmeistern ernstlich anzubefehlen, ihre Schulkinder etliche Stunden in der Woche auch im Rechnen unfehlbar ... zu unterrichten." Sie sollen sich selbst diese Wissenschaft aneignen, widrigenfalls sie unangenehme Verfügungen zu gewärtigen haben. - Ein Schmer-

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von Kornelia Pelz übersetzt

 

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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