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geschichtsübersicht
Die Ortschronik von Reinhard Kuhlmann - Seite 155

Aus der Franzosenzeit.

1789 brach in Paris die große französische Revolution aus, die in ihren Auswirkungen viel Unglück über Deutschland brachte, wenngleich sie auch manches Gute für uns im Gefolge hatte. Über zweieinhalb Jahrzehnte unruhigen kriegerischen Lebens zogen in ihrer Folge über unser Land hin. Auch unsere engere Heimat hat die Nöte der Zeit erfahren müssen, sowohl in den Revolutionskriegen, als auch unter dem Dreispitz Napoleons. -

In der Mitte der 1790er Jahre, als sich Östreicher und Franzosen mit wechselndem Glücke auf dem Westerwalde bekriegten, hatten die Dörfer unserer Gegend viel unter den Drangsalierungen der Franzosen zu leiden. Ein ausführlicher Bericht über die Einfälle der Franzosen in Schönbach in den Jahren 1795 und 1796, von der Hand des Schönbacher Pfarrers Roth, findet sich am Schlusse eines alten Schönbacher Kirchenbuches vom Jahre 1798. Hier möge derselbe im Auszug folgen:

"Der 18. September 1795 war der traurige, unglückliche Tag, an welchem die Franzosen in diese Gegend mit starker Heeresmacht gleich Räuberbanden eindrangen". Dann erzählte er, wie sie das Dorf, besonders das Pfarrhaus, geplündert hätten, und ihm unter Bedrohung mit dem Tode Uhr, Geld u.s.w. abgenötigt hätten. "Geld her!" riefen sie, es ist noch mehr Geld hier" - hielten mir den Säbel an den Hals und die Pistole auf die Brust, spannten den Hahn und sagten: " Wir schießen, wenn du nicht mehr Geld gibst". Der Kirchenkasse raubten sie 150 Gulden. -

"Im Jahre 1796 bin ich wieder zweimal von den Franzosen geplündert worden, nämlich im Juni und Juli. Alles, was ich im Haus von Kleidungsstücken und Lebensmitteln hatte, wurde mir genommen, selbst die noch oben auf den Balken in der Scheuer verborgene Kleidung. Das Bettwerk wurde aufgeschnitten, das Tuch von den gepolsterten Stühlen abgerissen, der Hausrat entzwei geschlagen und die Kühe fortgeführt. Da sie nach den Leuten schossen, floh alles. Einen ganzen Tag habe ich allein in einem leinenen Kittel und einer Kappe (als Bauer verkleidet) im alten Berg hinter einem Strauch gelegen im schrecklichsten Regen. Ich konnte von da alle die Greuel sehen und hören, die im Dorf verübt wurden. Des Abends kam ich wieder hier ins Haus, worin kein Mensch war. Im Haus war alles ausgeleert. Ich fand nichts zu essen, nichts zu trinken. Ich ging in den Stall - auch die Kühe waren fort. Keinen Menschen im Dorf sah ich. Endlich kam ein Licht in die Schule. Ich ging dahin und fand Männer, Weiber und Kinder in der Schulstube. Sie waren froh, daß ich wieder da war, denn sie hatten geglaubt, ich wäre totgeschossen. Ich war ganz durchnässt, hatte aber keine Kleider zum Wechseln. Ich mußte mich dann so aufs Stroh legen. In der Nacht waren meine Kühe von selbst wiedergekommen und den Franzosen entlaufen ... Alle, welche noch Vieh hatten, triebens in den Breischeider Wald. Und da hier weder Mensch noch Vieh si-


1792, November 28. ist ... eines preußischen Soldaten und Musquetiers unter dem Infanterie- Regiment von Kinig, eheliche Hausfrau bei dem Durchmarsch von Coblenz auf Herborn, Dillenburg, u.s.w. alle hier (= Driedorf) gestorben".

(Von Ernst Henn frdlichst aus dem Kirchenbuch zu Driedorf übermittelt.)

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von Kornelia Pelz übersetzt

 

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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