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geschichtsübersicht
Die Ortschronik von Reinhard Kuhlmann - Seite 157

hange an, da wir auch nicht wissen können, wie sie auf die beiden Zeitabschnitte zu verteilen sind. Nur das, was sicher der napoleonischen Zeit angehört, möge dort seinen Platz finden.

In einem Breitscheider Pfarrbuch heißt es in 1810, "in den unruhigen Kriegsperioden 1795 und 1796, da man flüchtete", sei wahrscheinlich ein gewisses Pfarrbuch abhanden gekommen. Von einer solchen Flucht erzählte uns auch unser Bürgermeister Petry, der von der Ziegelhütte stammte. Sein Vater, der "G'hannes-Anton", hat seinen Kindern viel von den Ereignissen in ihrem Hause, einem Wirtshaus, erzählt. In den 1790er Jahren, als er noch ein Junge war, rückten einst französische Truppen von Schönbach aus an. Von der Höhe des Schönbacher Weges sahen sie, wie die Breitscheider in Scharen auf der anderen Seite des Dorfes dem Walde zueilten. Unser Johannes-Anton war zurückgeblieben; am Eingang des Hofes der Ziegelhütte stehend, fragten ihn die eingerückten Franzosen: "Wie heißt hier die (so!) Dorf?" Er antwortete: "Breitscheid!" Darauf sie: "Nein, nicht Breitscheid, sondern Beutscheut!" Wie diese "Leute" zu scheuen waren, das zeigten sie eben auf dieser Ziegelhütte bei dieser oder anderer Gelegenheit. Sie suchten von dem Wirt allerlei zu erpressen, stießen ihn mit dem Kopf an die Dohne (Trägerbalken), daß ihm das Blut aus Mund und Nase floß. Ein andermal warfen sie ihn in den Teig im Backtrog, um ungehinderter plündern zu können. Der Frau des Hauses raubten sie 1700 Gulden aus der Schürze, als sie über den Hof ging und im Begriffe war, das Geld draußen in Sicherheit zu bringen, weil es im Geheimfach ihres Kleiderschrankes nicht mehr sicher war; in Schautese Kalkofen am Schönbacher Weg verteilten sie dann den Raub unter sich. Die Familie Petry hoffte nach dem 70er Kriege, als wir wieder oben waren, auf Ersatz des Geldes, aber es kam nicht dazu. -

In Älberte Haus mißhandelten die Unholde einen alten Mann, sodaß Hilfe aus den Nachbarhäusern geholt werden mußte. -

Das Dienstmädchen von der Ziegelhütte das in dem jetzt abgebrochenen alten Nickels Haus (Hofmanns) etwas zu tun hatte, hielten französische Soldaten dort zurück. Als es ausblieb, forschte man nach und sah durchs Fenster, wie etwa sechs Franzosen das Mädchen auf dem Tisch liegen hatten und festhielten. Drei handfeste Männer, darunter der Bruder des Mädchens, drangen nun, mit Hacken und dergleichen bewaffnet, ein und verjagten sie. Die Franzosen nahmen Reißaus durchs Fenster, fassten aber draußen wieder Mut und drangen nun auf die Verteidiger des Mädchens ein. Diese flüchteten auf den Speicher und ließen die Falltüre nieder. Die Franzosen durchstachen diese, die Breitscheider aber konnten sich durchs Dachfenster retten. Sie entflohen dann in den Wald, wo sie sich drei Wochen versteckt halten mußten; ihre Angehörigen brachten ihnen heimlich das Essen. -

In Stahl's Haus (Weyel) am Gusternhainer Weg fingen zwei Franzosen Fangball mit dem Säugling im

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von Kornelia Pelz übersetzt

 

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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