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geschichtsübersicht
Die Ortschronik von Reinhard Kuhlmann


(Seite 177)


ischen noch mehr als Flurnamen vor und benennt meist, wie auch bei uns ein nach ei=
ner Tiefe sich ziehendes Stück Feld: Hinab zur Unterwelt, dem finsteren Reich der
altgermanischen Göttin "Hel".! Im unteren Teil unserer "Höll" war ein großer
Platz mit Hainbuchen bestanden, und die Gegend hieß "bei den Hainbuchen".(Jetzt ge=
hört das Feld den Kalksteingesellschaften, wie das ganze Randgebiet im Osten). Der
über Erdbach auf dem Wald liegende teil unseres Hochfeldes heißt "Henkenthal"
das bedeutet "hängendes Tal". In der Gegend darüber ist der "Karrnberg" 1/ 1717
werden noch im Hochfeld genannt: "uffm Holler"; uffm Schafweg"; "vorm Floß";
"unterm adtig" ( Attich ist eine Art Hollunder);"uff Ecken", d.h. "auf den Eichen";
"bey der dicken Eich uffm Köbel" (Köppel = Hügel)"vor der untersten Hainbuch"; un=
term heiligen Stock"(auch im Eckerfeld kommt der Name vor: "vorm heiligen Stock",
im Faulfeld überm Feldweg heißt eine Gegend; "bei der Stockmauer", auch auf
der Hub, am Rabenscheider Weg, heißt ein Ort: "beim Heiligentock"); vor der vordersten
Hainbuch". Damit mag die Reise der Flurnamen im Hochfeld abschließen.
Das Eckerfeld, geschrieben Eckenfeld. Das eigentliche Eckerfeld, oben am Siegweg
ist unser jüngstes großes Feld. Das Eckerfeld ist das am meisten gegliederte, es zer=
fällt in viele kleinere Teile. Sein kleines Feld ist das Fildgen (Feldchen). Der Me =
denbacher Weg teilt das Fildgen in 2 Teile. Auf der Karte enthält der teil, obig
dem Weg, hinter dem Erdfeld und beym Kalkofen" noch mehr Feld als heute, da in=
zwischen der neue Hüttenweg angelegt worden ist. Es sind vor dem Pfaffenkäutches=
weg unten am Medenbacherweg noch 9 Gewannen, davor dann Gärten; weiter
oben reicht das Feld von Pfaffenkäutchen 2/ bis an Pierers Winkel, ohne von einem
Weg durchschnitten zu werden. Der Pfaffenkäutchesweg, geht durch Pfaffenkaut.
(Heute ist der linke Arm beseitigt). Bei Pfaffenkäutchen lag der Osterberg ( jetzt
der Abhang vor dem Wohnhaus), so genannt, weil an diesem Rain die Breitschei=
der Jugend in Begleitung der älteren Leute ihre Osterspiele hielt. (Welche Freuden
haben wir als Kinder dort erlebt, wenn wir die Eier und Bälle den Abhang herab
"schibbelten"!) Nach dem Weltkrieg verkaufte die Pfarrei den Osterberg an eine Gru=
ben-Gewerkschaft, welche ein Wohnhaus dort errichtete (heute Haus des Lehrers The=
nert). Zu bedauern aber war es, daß nicht eine andere Osterwiese den Kindern ge =
geben wurde, etwa die Pfarrwiese mitten im Dorf. Man soll solche durch das Al =
ter geheiligten ehrwürdigen Volkssitten nicht so leichthin untergehen lassen. Die
bis Breitstrut über dem Medenbacherweg liegenden Äcker zählen auch zum Ecker=
feld. Ferner die Äcker über dem Tiergarten, unter Kunzenloch; diese heißen auf
der Karte " Eckertz Helden", mundartlich "Eckerts Hälle"(Eckert von Eckhart Halden).
In ihm liegt noch am Hüttenweg "Kunzenlochs-Heckelchen". Überschreiten wir
nach Osten den Hüttenweg, dann sind wir im "Furth". Furt bedeutet nicht nur
"Übergang über ein fließendes Wasser", sondern schlechthin auch "Weg". Die Acker
liegen in einer Senke. Wer weiß, ob nicht in alten Zeiten ein Weg dort gelau =
fen ist. "Im Furth" heißt das Gelände. Am Südrand der Äcker, nahe am Hütten=

weg

1/ Arnold sagt in "Ansiedel u. Wand. Deutsch. Stämme". Karnberg sei aus den ahd. "Quirn" Mühle Holz=
mühle, entstanden; es kann also dort ein Mühlenbetrieb der alten Art bestanden haben, der
nicht vom Wasser abhängig war. (Vor dem 11 Jahrh.)
2/ Jetzt Besitzung des Lehrers Thenert.

aus der alten Handschrift übersetzt durch Hans Henn

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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