www.ge-li.de

geschichtsübersicht
Die Ortschronik von Reinhard Kuhlmann - Seite 184

In den 1830er Jahren entstanden die ersten Häuser im "Kleinen Frankreich". Das kleine Johanns Häuschen (jetzt Sammet) wurde, nachdem es aufgeschlagen war, in der folgenden Nacht von einem Sturm umgestürzt. In diesem äußersten Dorfteil siedelten sich die ärmeren Leute an. Die Gemeinde gab das Gelände, meist Ödland, gegen ganz geringes Entgelt her. Auch Schönbach hat ein "Kleines Frankreich". In Straßburg sah ich den alten engen Teil and der Ill so benannt.
Möglich, dass Soldaten den Namen hierher verpflanzt haben. Unser "Kleines Frankreich", ist nach und nach entstanden in etwa 3 bis 4 Jahrzehnten. Die Neuzeit hat das Bahnhofsgebäude (1913) in seine Nähe gebracht, und "die Letzten werden die Ersten sein." (Nun ist es doch nichts mit der Herrlichkeit: der Bahnhof soll neuerdings an den Siegweg kommen, wenn die Bahn - überhaupt gebaut wird!)

1838 Ein Mühlgraben über die Pfarrwiese wird abgelehnt! (Siehe S. 336!)

1840 hatte Breitscheid nach Vogels "Beschreibung des Herzogtums Nassau" (1843) 105 Häuser, 193 Familien und 598 Einwohner. (Unter den Dörfern des Dillenburgischen, die 1793 zum Vergleich dienten, statt an 7. nun an 4. Stelle.) - Die Häfnerei betreffend siehe S.

Unsre Schutzhecken.

Um 1840 setzten die Bemühungen des Regierungsrates Dr. Albrecht ein, seine schon lange gehegte Idee der Anlegung von Schutzhecken auf dem Westerwald in die Wirklichkeit umzusetzen. Die Vorgeschichte der Schutzhecken reicht bis 1830 zurück.

Der Sommer 1829 war nass; der Winter setzte früh ein mit großer Strenge. Die Kartoffeln konnten zum Teil wegen des Frostes nicht geerntet werden, ein anderer Teil erfror in den Dörfern. Der Westerwald kam wieder in Not. "Das aus angefrorenen Kartoffeln und unreifer Frucht bereitete Brot war kaum als menschliche Nahrung zu erkennen. Infolgedessen brachen Krankheiten unter Menschen und Vieh aus."

Dr. Albrecht sann darauf, wie für die Zukunft solchen Notzeiten vorgebeugt werden könne. Nach dem Vorbilde Schleswig-Holsteins, wo man durch dichte Gehege, sogenannte Knicks, die Wirkungen der Meereswinde linderte, suchte er dem Westerwalde auf ähnliche Weise zu helfen, nämlich durch Anpflanzung von Tannen - Schutzhecken. Denn er war überzeugt, dass der Westerwald bei seinem guten Boden durchaus nicht so unwirtlich sei, wenn man nur die große Nässe beseitige und Dörfer und Fluren vor den starken Westwinden schütze.

Der Ausführung der schon 1837 fertiggestellten Pläne stellten sich mancherlei Hindernisse entgegen, denn das Gute wird nicht immer gleich als solches erkannt und angenommen. Manche Gemeinde leistete Widerstand, als es galt, Gelände herzugeben oder zu erwerben.

Aber endlich wurde es doch. Die ersten Schutzhecken erhielten die Gemeinden Hohenroth und Homberg. Für Breitscheid lag die Sache insofern günstig, als kein Privatland erworben werden musste. Ob Breitscheid der Regierung Schwierigkeiten machte, weiß ich nicht, aber seine erste Schutzhecke, diejenige unter dem Steingrund, die sich jetzt zu lichten beginnt, wurde erst um 1860 angelegt. Wie mir alte Leute erzählten,

seite-183 - seite-185

von Kornelia Pelz übersetzt

 

zu den Seiten: Übersicht
I II III IV 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47a 47b 47c 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191a 191b 192a 192b 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 206 207 208 209 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 264 265 266 269 270 271 272 273 274 275 276 277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 359 361 362 363 364 365 366 367 368 369 370 371 372 373 374 375 376 377 378 379 380 381 382 383 384 385 386 387 388 390 391 392 393 394 395 396 397 398 399 400 401 402 403 404 405 406 407 408 409 410 411 412 413 414 415 416 417 418 419 420 423 424 425 430
Inhaltsverzeichnis

zurück zur Chronik

 

home | blog alt-breitscheid
hausnamen || liste | karte | ansichten | flurnamen | familien |
geschichte || Geschichtstafel | chronik | karte | kriege | friedenszeit | ereignisse |
schulen || kirchweg | lick | neue schule | klassenfotos |
kirchen || evangel. | konfirmandenfotos | freie evangel. | katholische | pfarrer | kirchgeschichte | feg-entstehung | posaunen | kirchhof |
arbeit || rathaus | landwirtsch. | töpferei | haus | ton-ind. | post | a-dienst | bahn | verkehr | stein | wald | wirtschaften | arzt |
fritz philippi || fortsetzungsgeschichte | buch | über ihn | gedichte |
freie-zeit || vereine | feste | gedichte | spazieren | sport | feuerwehr | musik | hochzeiten
kinder || vor der schulzeit |
 
höhle >
kontakt
anfahrt >
gästebuch >
site map
impressum

powered by FreeFind

Eine Gesellschaft hat keine Zukunft, wenn sie sich nicht an die Vergangenheit erinnert.
zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

Diese Seite "Alt-Breitscheid" wird von diesem Blog begleitet: http://altbreitscheid.wordpress.com/

Copyright 2008-10 G.Lingenberg.