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geschichtsübersicht
Die Ortschronik von Reinhard Kuhlmann - Seite 187

1845/46 Bau unseres Pfarrhauses.

Das alte, im 30 jährigen Krieg gebaute Pfarrhaus stand an der Stelle der jetzigen Pfarrscheuer. Der Platz des heutigen Pfarrhauses nebst dem südlich daran anschließenden kleinen Garten hatte vor 1835 der Zivilgemeinde gehört und war früher von ihr als Baumschule benutzt worden. In 1835 kaufte die Pfarrei dieses Gelände der Zivilgemeinde für 70 Gulden ab. Wahrscheinlich auf Anregung des Vikars Schellenberg, dem man schon manchen Wunsch erfüllt hatte, beschlossen 1836 die Kirchenvorstände von Breitscheid und Medenbach (Rabenscheid wollte nicht) den Neubau eines Pfarrhauses. Ein Jahr später, so berichtet Schellenberg weiter in der Kirchen-Chronik, "erklärte der Kirchenvorstand insgesamt, daß er keinen Neubau eines Pfarrhauses haben wolle, da er der Meinung sey, daß das alte Pfarrhaus noch dienlich sey und die Kosten für das neue ihm zu hoch erschienen." Schellenberg fügt hinzu: "Wegen des projektierten Pfarrhausbaues bin ich vielfach angefeindet worden. Gott sey gnädig allen armen Sündern!" Nun verlautet in der Kirchen-Chronik nichts mehr über den Neubau bis 1845. (F) Von 1842 bis 1846 waren fünf Vikare hier; vielleicht wollte ein verheirateter Pfarrer die Stelle nicht wegen des alten Pfarrhauses. In 1845 schreibt Vikar Thies in der Kirchen-Chronik: "der längst projektierte Pfarrhaus-Neubau dahier wurde in diesem Jahre begonnen und die Fundamentmauern vollendet, in kommendem Jahre soll es vollendet werden". Im folgenden Jahre schreibt Vikar Cuntz: "Das neue Pfarrhaus wurde in diesem Jahre vollendet und wird mit Anfang des neuen Jahres schon bewohnt werden. Die trockene Witterung dieses Jahres war für die Erbauung des Hauses sehr günstig."
- Soweit die Nachrichten in der Kirchen-Chronik. Der mündlichen Überlieferung zufolge ist in der südlichen Mauer des Pfarrhofes eine Flasche eingemauert, welche Schriftstücke, Münzen und dergleichen enthalten soll. Das Holz am Pfarrhaus soll aus dem Schwarzwald stammen, in Flößen den Rhein herab befördert. Es wird erzählt, der Maurermeister aus Burg, der unser Pfarrhaus gebaut hat, sei später erblindet. Als er nach Jahren wieder durch Breitscheid gekommen sei, habe er sich ans Pfarrhaus führen lassen und habe es mit beiden Händen noch einmal betastet mit den Worten: "Laßt es mich noch einmal anfühlen, ich habe es gebaut!" (Anm. in Blei: Konrad Betz aus Schönbach)


F) Einschaltung oben (. Im Jahre 1839 schrieb Kirchenrat Otto - Herborn an unsern Vikar Hatzfeld: "Da nach dem Gutachten der technischen Behörde über den baulichen Zustand des bestehenden Pfarrhauses in Breitscheid eine Reparatur desselben dem Zwecke nicht entsprechend und unräthlich ist, indem das Gebäude, selbst nach einem Kostenaufwand von 1600 Gulden, für eine Pfarrwohnung stets zu beschränkt und dabei ungesund bleiben wird, so hat herzogliche Landesregierung Anstand genommen, den Antrag des Kirchenvorstandes auf Vornahme einer Hauptreparatur zur Vermeidung eines Neubaus zu genehmigen". Es soll aber zur Schaffung eines Baufonds für den Neubau von 1840 ab jährlich ein Simplum Kirchensteuer erhoben werden. (A 4)
- Vom 1. September 1842 ab ist wohl das alte Pfarrhaus nicht mehr bewohnbar gewesen, weil der Kirchenvorstand von diesem Zeitpunkt ab im 2. Stock des Hauses des Johs. Heinr. Schmidt (wahrscheinlich in Jörge Haus, das dem Schwiegervater des Pfarrers Mencke gehörte; es gab in 1848 vier Johs. Hr. Schmidt hier) eine Stube und eine Kammer für den Vikar mietete. (Fortsetzung folgende Seite!)


1846. Bepflanzung des Vicinalwegs nach Medenbach mit Obstbäumen. In Ausführung der Anordnung des herzoglichen Amtmannes in Herborn vom 8.5.1846 beschloß die hiesige Gemeindeverwaltung am 1. Oktober desselben Jahres: "An dem Vicinalweg nach Medenbach soll mit der Bepflanzung begonnen werden, und im Laufe dieses Herbstes sind noch 300 Bäumchen zu setzen, welche nach dem Wunsche des Ortsvorstandes Apfelbäume sein sollen. Die Bäume werden aus der Gemeindekasse bezahlt und hierauf von den Gutsbesitzern wieder vergütet".

(G.-A. Cirkularbuch, Seite 16.)

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von Kornelia Pelz übersetzt

 

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Eine Gesellschaft hat keine Zukunft, wenn sie sich nicht an die Vergangenheit erinnert.
zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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