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geschichtsübersicht
Die Ortschronik von Reinhard Kuhlmann - Seite 191a

wandte. Pfarrer Wolff begrüßte die frommen Versammlungen und ermunterte zu ihrem Besuch. Die Gemeinschaftsleute hielten sich auch wieder mehr zur Kirche, und schon 1866 konnte Wolff in die Kirchen-Chronik schreiben: "Die sogenannten Pietisten, gläubige Christen, die seither die Kirche zu Haiger besucht hatten, besuchen wieder die Kirchspielskirche dahier". Gelegentlich einer Kirchenvisitation in Breitscheid ermahnte auch Kirchenrat Dr. Otto zur Einigkeit: "Lasset keine Spaltungen unter euch sein! Seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens!" Er erkannte die Gefahr, die eine religiöse Spaltung in die Gemeinde für den Fortbestand der Kirche sowohl, wie auch das friedliche Zusammenleben der Dorfleute zur Folge haben mußten. Dem Einflusse Wolffs war es wohl mit zuzuschreiben, daß das Verhältnis zwischen der Kirche und der Versammlung auch noch lange nach seinem Weggange von hier ein verhältnismäßig freundliches war. Die "Frommen" besuchten morgens die Kirche und nachmittags ihre "Versomling". So ist es bis heute in vielen Gegenden zum Segen der Gemeinden geblieben. In Breitscheid und vielen Orten der Umgegend ist es zu einer Trennung gekommen. Wir wollen im folgenden die Hauptlinien der Entwicklung kurz aufzeichnen, wobei wir uns der Schwierigkeit, ja Unmöglichkeit einer rein sachlichen Geschichtsschreibung wohl bewußt sind. (*)

Pfarrer Hain (1873-1886) lehnte das Sektenwesen ab, wie auch seine Nachfolger. Sie haben alle in der Kirchenchronik mehr oder weniger in verneinendem Sinne zu ihm Stellung genommen. Hain sagte bei seiner Abschiedspredigt in Medenbach, wo die religiöse Zersplitterung besonders groß ist: "Ich habe 13 Jahre an dieser verkrüppelten Gemeinde gestanden."
- Vom Ende der 1860er Jahre bis 1882 waren die Versammlungen in Krämers Haus (jetzt Dienst, Haus Nr. 88). Die wenigen Gläubigen dort hielten schon besonderes "Brotbrechen". Manche gingen auch zum Abendmahl zu ihren Brüdern nach Haiger, bis zur Gründung einer eignen Abendmahlsgemeinschaft im Jahre 1907.
- Von 1882 bis 1898 fanden die Zusammenkünfte beim "Binner" statt, August Thielmann (Haus Nr. 23, unten links in der Wilhelmstraße, jetzt Reeh).
Von 1898 bis 1900 in Große-Jonase Haus (Nr. 117), wurde die Versammlung dann in 1900 nach Martins Haus (Nr. 112) verlegt, wo sie bis zum Bau des Vereinshauses in 1908 blieb.

Im Jahre 1890 erhielt die Sache der Gemeinschaftsleute einen starken Auftrieb durch den Beitritt eines großen Teils der schulentlassenen Jugend. Zunächst waren es nur die Mädchen, natürlicherweise folgten bald auch die Jungen. Pfarrer Schmalz vermerkte wohl gern in der Kirchen-Chronik, daß sie mit dem seitherigen Wirtshausleben brachen, fügte aber dann hinzu, sie "nännten" sich aber wohl besser "erweckt" als bekehrt und ließen das junge Glaubenspflänzlein erst etwas mehr in sich wurzeln. "Die Mädchen gehen ins Wirtshaus! Gott seis geklagt" - so hatte Schmalz in 1887 in der Kirchen-Chronik geschrieben, und jetzt stellte er wohl gern fest: "Das wüste Treiben in den Wirtshäusern


Siehe auch über die Ausbreitung der Gemeinschaftsbewegung in unserer Gegend die Ausführungen in der Chronik des Theodor Zöllner-Rabenscheid. (Abschrift in dieser Chronik S. 316!)

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von Kornelia Pelz übersetzt

 

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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