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geschichtsübersicht
Die Ortschronik von Reinhard Kuhlmann - Seite 216

Aus dem Jahre 1913.

Am 27.1. Kaisers Geburtstagsfeier. "Jedes Kind erhielt drei Wecke. (*) Schulspaziergang nach Dillenburg.
Im Februar hielt Obstbaulehrer Schilling - Geisenheim einen Vortrag über Obstbaumschädlinge und Gemüsebau. Am folgenden Tage gab er den Knaben praktische Anweisungen in der Obstbaumpflege.

- 10.II. Schulfeier zur Erinnerung an die Erheb. Preußens in 1813. "Jedes Kind erhielt 2 Wecke".
- Am 9.III. kirchliche Feier, an der sich Krieger-, Turn- und Gesangverein beteiligten. Text: "Gerechtigkeit erhöhrt ein Volk" pp. Nachmittags 4 Uhr feierten die 3 Vereine gemeinschaftlich bei Schumann. "In bester Harmonie schloß auch diese Feier".
- 11.III. von morgens 8-1/2 2 Uhr Prüfung der hiesigen Schule durch Ortschulinspektor Pfarrer Weyel. Der gesamte Schulvorstand war anwesend. "Jedes Kind erhielt drei Wecke". - 193 Schulkinder.
- Am 23. V. anläßlich der Verheiratung der Kaisertochter (!) Schulfeier (!). "Jedes Kind erhielt drei Wecke".
- 16. VI. Schulfeier aus Anlaß des 25jährigen Regierungsjubiläums des Kaisers. "Jedes Kind erhielt drei Wecke". Dann Spaziergang nach Rabenscheid, Waldaubach, Heisterberger Weiher.
- 15. VII.: Errichtung der Kreisschulinspektion im Hauptamt! Bis dahin versahen 3 Pfarrer im Kreis im Nebenamt die Schulaufsicht.
"Der 2. September (Sedantag) wurde würdig gefeiert. Jedes Kind 3 Wecke. Von 10-12 spielte Klasse I auf der Viehweide". "Lehrer Rinn führte am 3. September zwei Schlagballabteilungen nach Herborn zum Schlagball Wettspiel". (Erst seit 1911 wird sich der Jugend in dieser Beziehung angenommen.)

18. Oktober. 100jährige Wiederkehr des Tages der Schlacht bei Leipzig.. "Am Vormittag wurde auf dem sogenannten Napoleonsplatz (Eckerfeld) unter Beteiligung vieler Schulkinder ein großer Holzstoß aufgeschichtet und mit brennbaren Stoffen getränkt und übergossen. In der Dämmerung bewegte sich ein stattlicher Fackelzug, gebildet von den hiesigen Vereinen unter Vorantritt des Kriegervereins, der Schulkinder und vielen Ortseingesessenen nach oben genanntem Platz. Punkt 7 Uhr wurde nach Übereinkunft mit den übrigen Orten ... der Haufen angezündet. Unter loderndem Feuer wurden von Lehrer Rinn den Anwesenden jene Tage lebhaft vor Augen gemalt. ... Nach einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Fürst und Vaterland und nach Singen einiger Vaterlandslieder, auch vom Gesangverein, begaben sich die Mitglieder der Vereine in den Saal Schumann zum Festessen, wo außerdem durch Reden, Gesänge und turnerische Vorführungen die Stimmung noch erhöht wurde". (Schulchronik) (Nach der Rückkehr von Pfaffenrain sammelte sich die Volksmenge "auf der Brück" ein wenig, ehe sie sich verlief. Der Bürgermeister Georg, groß und wohlbeleibt, stand im Fenster des Wachtzimmers. Eine Rede erwartete man nicht von ihm; endlich glaubte er doch etwas sagen zu müssen, tat seinen Mund auf und sprach: "Ich glaawe mr giht haam!", worauf sich die Menge dann verzog.)

- In 1913/14 wurde das Bahnhofsgebäude in Breitscheid für die Bahn Haiger-Gusternhain errichtet. (Der hereinbrechende Krieg verhinderte auf lange Zeit den Bahnbau.) (Ab 1.7.1917 wurde der Warteraum im Bahnhofsgebäude an die Gemeinde Breitscheid zur Unterbringung der Kleinkinderschule vermietet. - Vom 1.7. 1920 bis 31.3. 1926 Schulraum für die unterste Schulklasse, die dann im neuerbauten kirchlichen Vereinshaus untergebracht wurde. Bis zum Jahre 1929 wohnte dann der technische Eisenbahnsekretär Durchschlag im Bahnhof, ein Mann, der sich großer Beliebtheit im Dorf erfreute. Allzeit hilfsbereit trug er gern den Zugleuten abends ihr Gepäck von Erdbach herauf.
wurde von hier nach Limburg versetzt.


*) Ich habe etwa 6 mal in 1913 Verzeichn. gefunden: "Jedes Kind erhält 3 Wecke". "Es war einmal", darf man wehmutig feststellen. Bis heute hat die Gemeinde den alten Brauch, der fast 100 Jahre lang nachweisbar ist (Siehe S. 168!), nicht wieder einführen können. In meiner Jugendzeit gab es 3 mal jährlich 2 Wecke, dazu den Kaffee in Binners Wirtschaft. Die Schulvorsteher und der Bürgermeister nahmen auch teil. Später ist dann der Kaffee durch einen 3. Weck abgelöst worden.

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von Kornelia Pelz übersetzt

 

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Eine Gesellschaft hat keine Zukunft, wenn sie sich nicht an die Vergangenheit erinnert.
zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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