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geschichtsübersicht
Die Ortschronik von Reinhard Kuhlmann - Seite 243

1927/28

1927/28 Bau der neuen Schule

Nach Errichtung der 3. Lehrerstelle (1909) fehlte ein Lehrsaal. Die 3. Klasse musste im Rathaus untergebracht werden. Die Behörde sagte den Bau einer neuen Schule an.
Die Gemeinde bat aber, denselben hinausschieben zu dürfen, bis die Bahn von Haiger gebaut sei. Diesen Diesem Wunsche wurde stattgegeben. Der Krieg vereitelte aber den Bahnbau, und die schlimmen Zeiten der Nachkriegszeit ließen auch keinen Gedanken an einen Schulneubau aufkommen. Ein Hoffnungsschimmer leuchtete 1923 auf: Der Erlös für den im Frühjahr dieses Jahres abgeholzten Teil von Breitstruth sollte zum Schulbau verwandt werden; jedoch die immer toller fortschreitende Geldentwertung verflüchtete den Erlös fast zu einem Nichts. Als sich unserer Währung wieder gefestigt hatte, fehlte es aber allgemein an Geld. Dazu kam die besonderer Verarmung unserer Gemeinde durch die Prozesse mit Dr. Schick von 1924 - 1926. Inzwischen hatten sich die Banken wieder etwas erholt, und seitens der Landesbank konnte ein Darlehen in Aussicht gestellt werden. Als nun auch die Regierung eine Beihilfe i Hohe von 1/3 der Bausumme zusagte, wenn die Schule noch vor 1928 gebaut würde, da wurde der Bau 1926 endgültig beschlossen. Nun frisch ans Werk! Aber wohin soll die Schule kommen? Zwei Plätze kamen schließlich in die engere Wahl: der im "Amerland", in den Gärten an der vorgesehenen Verlängerung der vom Rathaus ausgehenden Nordstraße, und der am und der am Erdbacher Weg. Gegen den letzteren sprach die nach Osten freie Lage, die die Schulkinder dem, neidischen " H...... aussetzte. Bei einer allgemeinen Versammlung im Rathaus stimmte die Mehrheit auch für den Platz im "Amerland", und die Gemeindevertretung entschloss sich nun auch für diesen Platz. Die nun folgenden schwierigen Verhandlungen über den Erwerb des Geländes scheiterten aber schließlich an der Querköpfigkeit Einzelner, die es nicht über sich gewinnen konnten, persönliche Belange zurückzustellen und für die Allgemeinheit ein Opfer zu bringen. So musste dann der Platz im Fildchen genommen werden; mancher zog diesen ja auch von Anfang an vor, auch Bürgermeister Bechtum

Eine feierliche Grundsteinlegung,

wie beim Bau der Schule in der Lück, hat nicht stattgefunden. Bei den maßgebenden Herren war keine Stimmung dafür vorhanden; besonders wusste der Hauptlehrer (Ernst Germann, geb. 1877 in Gusternhein, gestorben 1937 hier; in Schönbach, woher seine Frau stammte, begraben) die Sache auch zu würdigen. Beinah wäre auch die von dem Chronikschreiber angeregte Einmauerung einer Büchse mit Urkunde und den üblichen beigaben unter den Tisch gefallen. Man könnte im Kapitel über "Menschliches, Allzumenschliches" dazu schreiben, wir wollen aber nun die Sache ruhen lassen. Nachdem das Kindlein genügend geschaukelt worden war, kam es endlich zur Ruhe: am 30. August überbrachte Bürgermeister Bechtum in aller Stille den Maurern eine von unserem Spengler (Klempner) Metz angefertigte dauerhafte,

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von Kornelia Pelz übersetzt

 

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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