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Die Ortschronik von Reinhard Kuhlmann - Seite 245

ruar im kirchlichen Gemeindehaus eine allgemeine Volksfeier zu Ehren dieses wahrhaft großen Erziehers. Die Menschen fühlen es instinktiv, dass er sie an die Quelle der Kraft führt, zu Gott selbst, der Liebe ist. "Pestalozzis brennende Herzensgüte, seine Liebeskraft, sein tragisches Leben stellen ihn heute, 100 Jahre nach seinem Tode, wie einen mythischen Helden vor jeder Seele auf, der Erziehung kein leeres Wort ist". Seine Schriften sind Fundgruben reiner Menschenweisheit. Seine Wirksamkeit durch das Wort ist heute noch schrankenlos. Sie ist in der Tat unendlich.

(Nun folgen einige Kerngedanken Pestalozzis):
Des Menschen tiefste Kräfte ruhn im Grunde seines Herzens! Es sind Glaube und Liebe. Der Glaube gibt der Seele die Schwingen zum Höhenflug aus aller Erdgebundenheit. Und die Liebe? "Die Offenbarung der Liebe ist die Erlösung der Welt. Liebe ist das Band, das Gott und Menschen verbindet. Ohne Liebe ist der Mensch ohne Gott, und ohne Gott und ohne Liebe, was ist der Mensch?" "Aber irret euch nicht, die Liebe besteht nicht in Einbildung und Worten, sondern in der Kraft der Menschen, die Last der Erde zu tragen, ihr Elend zu mindern und ihren Jammer zu heben." "Gott ist nah, wo die Menschen einander Liebe zeigen." "Alle Liebe der Menschen, die ohne Kraft und ohne Wirkung ist, ist soviel als keine....". "Die Religion .... besteht mehr in Kräften als in Vorstellungsarten und Worten ... .Die erste Religion lehrt und stärkt den Menschen, die Welt zu brauchen. Der Weg zum Himmel ist die Erfüllung der Pflichten der Erde." "Gott ist die näheste Beziehung der Menschheit. Der Glaube an Gott ist die Quelle aller Weisheit und alles Segens. ... Die Quelle der Ruhe des Lebens ....". Es kommt nur sehr darauf an, welche Vorstellung man von Gott hat. "Gott ist für die Menschen nur durch die Menschen der Gott der Menschen. Daher soll auch ein Mensch den anderen nicht durch Bilder und Worte, sondern durch sein Tun zur Religionslehre emporheben. Denn es ist umsonst, dass du dem Armen sagst: Es ist ein Gott! Und dem Waislein: du hast einen Vater im Himmel! Mit Bildern lehrt kein Mensch den anderen Gott kennen. Aber wenn du dem Armen hilfst, dass er wie ein Mensch leben kann, so zeigst du ihm Gott; und wenn du das Waislein erziehst, wie wenn es einen Vater hätte, so lehrst du es den Vater im Himmel kennen, der dein Herz also gebildet, dass du es erziehen musstest."

Glück auf! Zu diesem Geiste, du Breitscheider Pestalozzischule! Gott schirme und schütze dich und gebe seinen Segen zu der Arbeit in dir, damit ein gesundes, frohes und im guten Sin-ne des Wortes frommes Kindergeschlecht in deinen Räumen großwachse.

Und nun ihr lieben Breitscheider einer fernen Zukunft, die ihr vielleicht erwartungsvoll dies Blatt entfaltet habt, um Kunde zu empfangen von einem längst dahingegangenen Geschlecht: Das Breitscheid von heute grüßt Euch! Es grüßt Euch mit dem ewig - schönen Gruß des Ein-zigen: Friede sei mit Euch! Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft!" R.K.

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von Kornelia Pelz übersetzt

 

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Eine Gesellschaft hat keine Zukunft, wenn sie sich nicht an die Vergangenheit erinnert.
zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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