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Die Ortschronik von Reinhard Kuhlmann - Seite 26

nämlich auf seine Ableitung von dem Eigenschaftsworte "bar", das soviel bedeutet wie unbedeckt, ledig, entblößt; mittel- und althochdeutsch auch "bar". Liegt diese Bedeutung hier vor, so will "Barstein" so viel heißen wie die unbedeckte Felskuppe, das entblößte Gestein, oder der inmitten des einstigen Urwaldes frei hervorragende, unbewaldete Berg. Jedenfalls kommen wir nicht in Verlegenheit, dem Namen "Barstein" eine sinnvolle Deutung unterzulegen. (Es scheint, als habe man früher dieses "Barstein" der Volkssprache auch von "bar" abgeleitet. Nach einer von Arnoldi mitgeteilten Notiz aus der Registratur des Kölner Lehensarchivs vom Ende des 16. Jahrhunderts, war unter anderem der Zehnte am "Barensteyne" Kölnisches Lehen (F: "et decimam an dem Barensteyne". ) Man sieht, dass hier das Eigenschaftswort "bar" abgewandelt worden ist: am baren, entblößten Steine.) *)

Wie steht es nun um "Bardenstein? Hier bewegen wir uns auf weniger sicherem Boden. Diesen Namen finde ich zum ersten mal in Bechers mineralogischer Beschreibung von 1789 auftretend. Becher sagt von dem Berg: "- welchen ich Bardenstein nenne". Wie er dazu kommt, das verschweigt er. Nach ihm ist der Name "Bardenstein" ins nassauische Schrifttum eingedrungen und die Gelehrten suchten auch Erklärungen für ihn. Vogel sieht den Berg in seiner Beschreibung des Herzogtums Nassau (1843) als keltische Kultstätte an, wo die Barden "als Dichter und Sänger das Lob der Götter verkündeten und das Unsterbliche in den Taten des Volkes bewahrten". Auch Spielmann gibt in seiner Geschichte von Nassau (1909) dieser Ansicht noch Raum. Er schreibt: "Der Bardenstein mag in uralter Zeit oft Zeuge des Bardengesanges gewesen sein, vielleicht auch von Bardengesangwettstreiten". Aber man sieht, er ist seiner Sache schon weniger sicher. "Mag" und "vielleicht!" Die Beziehungen der Kelten zum Westerwald sind wissenschaftlich noch nicht genügend geklärt. Namensdeutungen müssen mit Vorsicht gegeben und angesehen werden. Mancher als keltisch geltende Name hat später wieder eine andere Deutung erfahren. So führte man den Namen "Druidenstein" auf die Priester der Kelten, die Druiden zurück; Rehorn aber gibt dem Namen eine ganz andere Auslegung. Dass er sich für unsern Berg die Bezeichnung "Barstein" zu eigen macht, beweißt , dass er auch nicht an den Gesang der keltischen Barden auf dem Berge geglaubt hat. Bei einigem Nachdenken muß uns die Sache zum mindesten auch recht unwahrscheinlich vorkommen. Zu der Zeit, da die Kelten den Westerwald


(* Nach der Kellereirechnung des alten Amtes Driedorf vom Jahre 1548 zahlt ein Friesz von Gusternhain 4 ½ Schilling Pacht "von den Barsteinen").

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von Kornelia Pelz übersetzt

 

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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