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geschichtsübersicht
Die Ortschronik von Reinhard Kuhlmann - Seite 272

Diese war uns. größtes Schmerzenskind. So entstand im westlichen Teil des Dillkr. die erste Ortsgruppe der NSDAP. Es soll hier vermerkt werden, dß der Müller E.Th. uns. jung. Stützp. damals über manche Klippe geholf. hat, obwohl er noch nicht Mitgl. war. Die Mühle war das "Braune Haus" in Br. Ende Juli 1930 war der Reichstg. wieder einmal aufgelöst worden. Es galt für uns, sich zu bewähren; so bekamen wir gleich feste Arbeit. Am 14.Sept. sollten Neuwahlen stattfinden, u. es galt, in Br. den N.S.-Gedanken noch weiter auszubreiten u. auch auf den Nachbardörfern Anhänger zu gewinnen. Die abzuhaltenden Versamml. mußten geschützt werden, denn an Gegnern fehlte es uns auch nicht. Es mußten Flugbl. verteilt u. Plakate angeklebt werd. Verspottet u. verhöhnt wurden wir auch, doch ließ uns das kalt, wußten wir doch, u. glaubten wir fest daran, daß Ad.Hitler einmal der Führer aller Deutschen werden würde. Als der Abend des 14.Sept. kam, konnten wir feststell., dß sich in uns. Stützpunktbereich fast 50% aller Wähler zu A.Hitler bekannt hatten. Ein schöner Erfolg, der uns ermunterte, nun weiter zu arbeiten, bis der Sieg errungen sei.

- Das Jahr 1931 mußte im allg. der weiteren Aufklärung der hiesigen Einwohner dienen, wobei die fortschreitende Verelendung als guter Bundesgenosse zuhilfe kam. Auch in Br. waren die Arbeiter ohne Arbeit, u. auch viele Handwerker waren auf die Wohlfahrtshilfe angewiesen. Hatten wir auch mit den marxist.Parteien wenig zu kämpfen, so jedoch desto mehr mit dem hier stark vertretenen sog. "Christlichen Volksdienst" (allg. "Volksmist") genannt. Oft mußten wir Lügenmärchen, von jenen Volksmistleuten ausgehend, zurückweisen. Immer wieder wurde versucht, die hier stark religiös eingestellte Bevölkerung gegen den Führer u. seine Bewegung aufzubringen. Doch hatten all diese frommen Lügen kurze Beine u. brachen schnell in sich zusammen. Als Redner sprachen in 1931: Koch, Felsch, Gänslein u. Becker; die Versammlung. waren gut besucht.

- Im Sept.1931 übernahmen wir die Verpflegung der S.A. des Dillkr. an einem Sonntag anläßl. eines Propagandamarsches. Hierfür waren auf dem Mühlplatz einige Kessel vorzüglicher Erbsensuppe gekocht worden.

- Das Jahr 1932 empfingen wir als das entscheidende mit neuem Kampfesmut. Es mußte nun alles eingesetzt werden. Als erster Redner vor dem ersten Wahlgang zur Präsidentenwahl sprach hier Pfr. Lossin. Der Erfolg der Arbeit zeigte sich nachher bei der Wahl: von 589 abgegebenen Stimmen erhielt Hitler beim ersten Wahlgang 488 in Breitsch.

- Der 7.April 1932 war für uns ein unvergeßlicher Tag. Damals sahen u. hörten wir den Führer zum erstenmale in der Festhalle zu Frankfurt. Die Mitgliederzahl war bis dahin erheblich angewachsen. - Bei den Vorarbeiten zur Preußenwahl hatten wir eines Tages ein ziemlich kitzliches Erlebnis. Mit vieler Mühe hatten wir uns eine schöne, große Fahne angefertigt, und diese flatterte eines schönen Morgens im schönsten Sonnenschein vom höchsten Breitscheider Schornstein. So sehr uns dieser Anblick erfreute, so gab es auch Leute, die wild wurden, wenn sie eine Hakenkreuzfahne erblickten. Unser stolzes Beginnen sollte bald ein schnelles Ende finden. Nach einigen Stunden wurde die Fahne ziemlich unsanft von dort oben zur Erde befördert. Sie wäre wahrsch. dem Feuer zum Opfer gefallen, wenn nicht einige beherzte S.A.-Männer im rechten Augenblick zur Stelle gewesen wären und sie zurückerobert hätten. Doch daß unsere S.A.-Männer für ihre brave Tat nicht vor den Schranken einer gefesselten Justiz zur Rechenschaft gezogen wurden, kostete einige Bemühungen. Einer von jenen, welche damals mit dem Gummi-Marschallstab behangen waren, hat uns hierbei wohlwollend unterstützt. Diesem hing aber sein Arbeitgeber (Severing) selbst zum Halse heraus. Unsere Fahne aber flatterte am Abend dieses Tages noch viel schöner von unserm "Braunen Haus" (Mühle), und es war, als riefe sie uns zu: "Haltet aus,

(Fortsetz. S.274)

gl

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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