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geschichtsübersicht
Die Ortschronik von Reinhard Kuhlmann - Seite 28

Die Sage vom Barstein.

"Über dem Lande herrschte einst ein wilder Graf; raue Gesellen waren seine Vertrauten. Die Kunde von dem gewaltigen, rechtbrechenden Herrscher war weit nach Norden zu einem Heldensänger gedrungen. Nach langer Wanderschaft kam er, überall seine Lieder erschallen lassend, auch an den Hof des Westerwaldgrafen, freudig aufgenommen als Verschönerer des Gastmahls. Der Sänger greift zur Laute und schildert in bewegten Tönen die Not des Landes. Er weist den Grafen auf seine entsetzliche Schuld hin und auf die Strafe des Himmels, wenn er nicht sein verruchtes Leben ändert. Da ergrimmt der Graf und verurteilt den Sänger zu grausamene Tode. Droben im Walde, an steiler Felsklippe, wird der Barde, in Fesseln geschmiedet, einem elenden Hungerstode preisgegeben. Doch mag der Haß des beleidigten Herrschers noch so groß sein, - die Tiere des Waldes vereiteln ihn. Sie scharen sich um den gefesselten Sänger, lauschen seinen Liedern und bringen ihm Nahrung; ja, eine Hirschkuh nährt ihn und stillt seinen Durst. - Einst verfolgt der Graf auf der Jagd eine flüchtige Hindin. Verwundet eilt sie vor ihm her und führt den nacheilenden Jägersmann durch Bruch und Moor und Heide auf hohen Bergesgipfel, und hier findet der wilde Graf den totgeglaubten Sänger wieder; voll Reue eilt er auf den Angeschmiedeten zu und zieht ihn brüderlich an seine Brust."

Eine Beschreibung des Barsteins gibt Bergsekretär Becher von Dillenburg 1789 in seiner mineralogischen Beschreibung:

"Vor Breitscheid, nicht fern vom Dorf Rabenscheid, erhebt sich ein Lavafelsen, glattrund, welchen ich Bardenstein nenne. In den nächsten Örtern wird er Bueschstein und Barstein genannt. Er nimmt sich in der Ebene, aus welcher er hervorgetreten, weit aus. Die nördliche Seite, welche 750 Fuß lang, ist mit Lavafelsen garniert, und oben hat er eine 214 Fuß breite Fläche. Die Lava ist dicht und von blaulich grauer Farbe, um ihn herum findet sich aber auch noch fleischrote mit Glimmerblättchen und bräunlichen und weißen Glaspunkten, insbesondere auf den Äckern, welche nach dem Breitscheider Wald zu liegen. Auf der ganzen Nordseite des Bardensteins haben ehedessen die Felsen zusammengehangen und ein Ganzes ausgemacht, welchem an der Höhe wenig an 30 Fuß gefehlt haben wird. Zeit und Menschen arbeiten aber an ihrer Zerstörung, wodurch Stücke eingefallen, noch mehr Lücken aber dadurch entstanden sind, dass die Breitscheider davon ihre Bausteine brechen, wozu sie sehr schicklich sind. Der Felsen hat daher jetzt ein Ansehen, wie ein Gebirge, das der Bergmann zerrüttet nennt. Ich halte ihn in Verbindung mit dem Ganzen für einen besonderen vulkanischen Ausbruch... Da die Gegend hoch und der Bardenstein noch höher ist und gleichsam die Form eines Amphitheaters hat, so genießt man von ihm eine weite Aussicht nach Nordost, Osten und Südwesten, in die Grafschaften Witgenstein, die Darmstädtischen Lande, Wetterau und auf den Vogelsberg...."


(Der Barstein hat eine Höhe von 618 m über dem Meere)

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von Kornelia Pelz übersetzt

 

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Eine Gesellschaft hat keine Zukunft, wenn sie sich nicht an die Vergangenheit erinnert.
zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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