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geschichtsübersicht
Die Ortschronik von Reinhard Kuhlmann Seite 289











3 Brände in 1929




Am 29. Januar abends 11 ¼ Uhr brach Feuer in Schumanns Schafstall (rechts oben am Hüttenweg) aus. Die Dorfleute eilten rasch zur Hilfe herbei, doch die Feuerwehr konnte sich wegen Mangel an Wasser nur auf das Einreißen des Gebäudes und die Rettung von Schafen beschränken. Viele Schafe, schon ins Freie gebracht, liefen wieder zurück in den Stall, dem Feuertod entgegen. Der Anblick der verbrennenden Tiere soll furchtbar gewesen sein. Von 1... Schafen fielen .... dem Brande zum Opfer. Der Besitzer der Schafe, August Schumann, weilte gerade auf 2 Tage auswärts (in .....), um die Schafe zu verkaufen. Es wurde Brandstiftung vermutet. Schumanns hatten den Schwiegersohn unseres Schäfers, S, dringend im Verdacht. Vorläufig konnte man ihm aber nichts nachweisen, da er angab und nachzuweisen suchte, zur Zeit des Ausbruchs des Feuers in Mademühlen gewesen zu sein. Allgemein hat man den sehnlichsten Wunsch, dass, wenn wirklich Brandstiftung vorliegt, die barbarische Rohheit ihre Sühne findet.

Am 2. März, nachts 2 Uhr, brannte es im Dach des Hauses Ewald Zeiler in der Marbach; das Feuer griff rasch um sich, sodass das ganze Haus abbrannte. Dem raschen Eingreifen der Feuerwehren war es zu verdanken, dass das Feuer auf seinen Herd beschränkt blieb. Das Feuer soll durch Überheizung des alten Schornsteins seitens eines Mieters im 2. Stock entstanden sein. Einer armen Familie, die auch da in Miete wohne, war vieles verbrannt. Durch öffentliche Sammlungen im Dorf wurde ihr jedoch Hilfe zuteil. " Edel sei der Mensch, hilfreich und gut" - und er ist es so gern.

Am Sonntag dem 5. Mai, mittags etwa um 12 Uhr, entstand wieder Feueralarm. "Krämers Scheuer brennt"! Das Mittagessen bleibt stehen, und alles läuft zur Brandstelle, die freilich bald abgesperrt wurde. Bald ist auch das Wohnhaus in Gefahr. Doch viele Hände sind bemüht, den Hausrat retten zu helfen, auch Frauen und Mädchen packen tapfer zu. Das Mittagessen von Krämers Tisch wird auch in einem Nachbarhaus in Sicherheit gebracht. Ich erkundige mich, wie es mit dem Feuer stände und Franze Lieschen ruft mir zu: ,O, ganz Krämers Haus brennt ab." Im Galopp sah ich die Schönbacher mit ihrer Spritze, die mit 4 Pferden bespannt ist, als erste auswärtige Wehr heranstürmen. Sie waren auch am 2/III (dagewesen).

aus der alten Handschrift übersetzt durch Kornelia Pelz

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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