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geschichtsübersicht
Die Ortschronik von Reinhard Kuhlmann - Seite 304

1933

Goldene Worte zum Tag der Arbeit über den Wert der Arbeit.

Fritz Philippi in der Erzählung "Als ich meinem Schatten nachging":

"Ich habe es noch nie als deutsch empfunden, was jener jüdische Mann aus grauer Vorzeit (1.Mose 3) grübelte unter der erschlaffenden Sonnenglut des Morgenlandes: Die Arbeit sei ein Fluch Gottes. Vielmehr eine Wohltat und ein Mitleiden des unendlichen ist´s, daß der kleine Mensch inmitten aller Unbegreiflichkeit nicht dasitzt als wehrloser Rumpf, bis seine Teile auseinanderstieben im Wahnsinn, oder nach dem Gesetz des Stoffwechsels sich auflösen. Arbeit ist Selbsterhaltung. Arbeite und schaffe dir Luft und laß dein Werk dich anlachen. Sei dankbar, daß du deine Tage füllen darfst wie Krüge mit etwas, das ein Gebot hat vom Leben, daß es sein muß. Arbeiten ist besser als Grübeln. Wohl dir, wenn die Unbegreiflichkeit dich sechs Tage lang antrifft, arbeitend im Schweiße deines Angesichts, daß du es erträgst, am siebenten zu ruhen. Wehre dich mit deiner Arbeit! Dem Unbegreiflichen wohnt von Ewigkeit her eine Ehrfurcht inne vor der ernsten Weise der Arbeit. Einen tätigen Mann zerbricht das nicht, was höher ist als alle Namen. Denn es ist ihm verwandt".

Paul Keller in dem Buche "Ferien vom Ich"

"Das ist doch ein kostbares Geschenk, das der Herrgott seinen Erdenkindern machte: die Arbeit!" Hast du ein Leid im Herzen, das nicht heilen will, das dir den Tag grau färbt und deine Nächte qualvoll macht, geh zur Arbeit, zu der herben, tüchtigen Frau, sie wird dich mit so klaren Augen anschauen, mit so morgenheller Stimme zu dir sprechen, daß du das Haupt hochheben und tiefatmend einen frischen Luftzug des Lebens einsaugen wirst. bist du einem Irrlicht nachgegangen und auf sumpfigem Pfad von Schlingpflanzen tiefer Verzagtheit umschlungen worden, rufe die Arbeit, die tüchtige Frau sie wird dich mit derber Hand herausziehen aus deiner Bedrängnis und dich wieder auf eine feste Straße stellen. Hast du Güter verloren, welcher Art es immer sei, wende dich an die Arbeit, die reiche Frau, die leere Taschen und leere Herzen immer neu zu füllen vermag. Sind dir alle Unterhalterinnen des Lebens überdrüssig geworden, laß die Arbeit an deinem Tisch sitzen, bis zum letzten Tage deiner Kraft! -
Denn sie ist deine beste Freundin, sie schützt deine Gesundheit, sie stärkt deine Muskeln, sie würzt dir das Mahl und salzt es, daß es nicht faule. Sie spricht dir alle Tage aufmunternde Worte über deinen Wert ins Ohr und hütet dich doch vor Übermut, durch kleine oder große Mißerfolge. Sie gibt dir für deine Feste das rechte Lachen mit, sie schenkt dir zu deinem Becher den rechten Durst und schließt dir alle Abende mit leisem Finger die Lider.
So bin ich durch die Arbeit über meine Zweifel und Leiden hinweggekommen, so sind meine Eigenwünsche still geworden und wie kleine Heimatbächlein hineingerieselt in den Strom des Willens zum Dienst der Allgemeinheit. Von dem lasse ich mich tragen. Manchmal gluckst noch ein silbernes Stimmlein alter Sehnsucht auf, aber es verklingt, und ich freue mich der starken Alltagswelle, die mein Schiff trägt.-


"Arbeite nur, die Freude kommt von selbst!" -
"Das mußt du erstreben: Arbeitswochen in Sonntagsstimmung zu leben." -
"Kein Sagen kommt dem der Arbeit gleich, und nur der Mensch, welcher sein Leben lang mit Leib u. Seele gearbeitet hat, kann sagen: Ich habe gelebt (Goethe) -
"Ernste Tätigkeit söhnt zuletzt immer mit dem Leben aus." (Jean Paul).
"Stete Arbeit - und steter Krieg wider die Lebensnot bewahrt vor Müßiggang, Weichlichkeit, Unmäßigkeit, Wollust, und allem, was schwächt und frühen Tod herbeiführt" (Sailer).

übersetzt i.A. Robert Petry

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Eine Gesellschaft hat keine Zukunft, wenn sie sich nicht an die Vergangenheit erinnert.
zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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