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Die Ortschronik von Reinhard Kuhlmann - Seite 306

chen uns nicht mehr zu schämen, daß Deutschland beinahe unterging in Haß und Zwietracht. Wie draußen an der Front, so ist es wieder geworden. Wir alle gehören wieder zusammen, und so soll es bleiben. Aus einem geeinten Deutschland rufen wir Euch das zu, Ihr Kameraden, die Ihr starbet für unser geliebtes Heimatland!" (Die Stadtkapelle Dillenburg hatte das Niederländische Dankgebet gespielt nach der Vertonung von Kremser mit der wundervollen Einleitung. Der Männerchor sang ...

Ferner wurde das Lied vom guten Kameraden am Denkmal gesungen.) Nun gings zum Zelt, das zwar ...00 Personen fassen konnte, aber was war das für die Massen? Nur die Abgeordneten fanden Platz, die Menge der übrigen Teilnehmer verteilte sich im Dorf, auf den Straßen, in den Wirtslokalen und in den Privathäusern. Wer nur irgendwelche Beziehungen zu unserem Dorf hatte, war heute gekommen; alte Breitscheider, die die Heimat seit vielen Jahren nicht gesehen hatten, suchten sie heute wieder auf. Die Hauptstraßen waren belebt wie die auf einem Jahrmarkt der Dillstädtchen, besonders sammelte man sich "auf der Brück" bei der Ehrenpforte. Hier war der Verkehr gegen die Abendzeit (6 Uhr), als mancher Verein sich wieder zur Abfahrt oder zum Abmarsch rüstete, am größten. Ich saß kurze Zeit auf Schumanns Bank und dachte: nein, solch ein Getümmel hat dieser Platz doch noch nicht gesehen an einem weltlichen Fest. - Doch zurück zur Hauptversammlung.

In dem Festzelt auf dem Mühlplatz hielt der Kriegerbund die Versammlung der Abgeordneten ab. Herr Jung hielt die Begrüßungsansprache und erteilte dann dem Vorsitzenden des Breitscheider Kriegervereins, Kamerad Hermann Käppele das Wort. Dieser wendete sich mit kurzen, aber kernigen Worten an die Kameraden und führte aus, daß er es sich zur besonderen Ehre rechne, den 100. Abgeordnetentag in Breitscheid begrüßen zu können. Er grüßte die alte Fahne schwarz-weiß-rot und die Fahne des neuen Deutschland und wünschte, daß die heutige Tagung dazu beitragen möge, den Dillkriegerbund zu stärken und zu fördern.

Darauf hieß Bürgermeister Bechtum den Dillkreisbund namens der Gemeinde in Breitscheid herzlich willkommen und dankte ihm für die Wahl unseres Dorfes. Feiere doch der Kriegerverein Breitscheid mit dem 100. Abgeordnetentag zugleich sein 60-jähriges Bestehen; ganz besonders aber freue es ihn, daß dieser Festtag in die Zeit der nationalen Erhebung falle, ein Erlebnis, das wir Reichskanzler Adolf Hitler zu verdanken haben. Wir hätten hier alles aufgeboten, um eine durchschlagende Werbung für die Kriegervereinssache zu erzielen aus Liebe und Treue zu Preußen und Deutschland. Unsern Kriegerverein hätten wir nach dem Kriege 1870/71 gegründet. In Liebe und Treue zum Vaterland seien wir in den Weltkrieg gezogen. Schon wie zu Cäsars Zeiten lebe auch heute noch der alte Germanengeist. Die Bestrebungen müßten dahin gehen, die nationalen Kräfte zusammenzufassen, und zwar so, daß der Geist des Geschlechts, das vier Jahre lang einer Welt von Feinden standgehalten habe, erhalten bleibe und weiter entwickelt werde unter der Führung des Reichspräsidenten Hindenburg und seines Kanzlers Adolf Hitler. Das sei sein Wunsch. Den Dillkriegerbund aber heiße er nochmals herzlich in Breitscheid willkommen.

- Hauptmann Jung dankte beiden Rednern für die goldenen Worte aufs herzlichste. Damit war die Begrüßung zu Ende. Die nun folgenden Verhandlungen des Dillbundes sind hier von wenigerem Interesse. --

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von Kornelia Pelz übersetzt

 

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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