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Die Ortschronik von Reinhard Kuhlmann - Seite 322

mählich die von dem Weidevieh verschmähten Sumpfgräser und machten nahrhaften Weidegräsern Platz. Maulwurfshaufen und sonstige Unebenheiten des Bodens (vor allem die zahlreichen "Köppel") wurden abgetragen und damit die durch das Ausgraben der Basaltblöcke entstandenen Löcher eingeebnet.

Die Kosten dieses Meliorationswerks wurden aufgebracht a) durch Beihilfen, sogenannte verlorene Zuschüsse des Staates und des Bezirksverbandes, sowie des Kreises, b) durch niedrigverzinsliche Darlehen des Staates und des Bezirksverbandes, c) durch eigene Mittel der Gemeinde, d) durch Darlehensaufnahme der Gemeinde bei der Deutschen Bodenkultur = Aktiengesellschaft in Berlin.

Im Jahr 1924 wurde mit der Weidemelioration begonnen und zunächst die zwischen dem Steingrund (2. Neuwiese) und der oberen Schutzhecke belegene, etwa 26 ha große Fläche in Angriff genommen. Diese Fläche erstreckt sich vom Hickenhain bis etwa an die Stelle, wo die alte Rheinstraße in die vorgenannte Schutzhecke (ein)mündet.

Zur Fortsetzung der Melioration wurde dann in 1925/26 der Teil der Weide verbessert, welcher rechts des Fahrweges nach Rabenscheid liegt, und zwar wurde damit an der Gemarkungsgrenze begonnen und ein etwa 10 ha großer Teil der Weide fertiggestellt. Hier galt es besonders große Mengen von Basaltsteinblöcken zu entfernen, welche zum Teil an die längs der Rabenscheider Grenze angelegte Schutzhecke geschafft wurden und auch bereits zu einem großen Teil für Wegebauzwecke abgefahren worden sind.

In 1926/27 wurde der restliche Teil der Weidefläche zwischen dem Steingrund und der oberen Schutzhecke bis zum Rabenscheider Pfad (Kirchenweg) melioriert - etwa 17 ha -, wo gleichfalls große Steinmengen zu beseitigen waren. Unmittelbar unter der oberen Schutzhecke sind auf Veranlassung des Landeskulturamts-Präsidenten eine Anzahl dieser großen Blöcke in ihrem Urzustand belassen worden, um der Nachwelt wenigstens einen kleinen Rest des früheren Zustandes zu erhalten.

Das Jahr 1927/28 sah die Fortsetzung der Melioration bei der Verbesserung der Weidefläche, welche rechts des Viginalwegs nach Rabenscheid hinter der oberen Schutzhecke liegt. Soweit diese Fläche nicht bereits im Jahr 1925/26 melioriert worden war, wurde sie mit Ausnahme eines zur Aufforstung vorgeschlagenen Teiles fertig gestellt.

Der Teil der Viehweide, welcher zwischen dem Gemeindeobstbaumstück (über dem Altstück) und der unteren Schutzhecke liegt, wurde in 1928/29 ebenfalls melioriert und gleichzeitig der durch den Steingrund führende Viehtrieb instandgesetzt. Ebenso wurde in diesem Jahr die westl. Hälfte - etwa 30 Morgen - der Jungviehweide, welche inzwischen wieder an die Gemeinde zurückgefallen war, melioriert, denn die in 1902 von dem landwirtschaftlichen Bezirksverein vorgenommene Melioration war keineswegs vollständig gewesen. - (Um diese zeit ließ auch der Kommunalverband die Eschen am Rabenscheider Weg pflanzen).

In 1929/30 erfolgte dann die Melioration der links des Weges nach Rabenscheid und nördlich der Fahrt nach Heisterberg belegenen, etwa 10 ha großen Weidefläche. Da hier der Boden infolge des lehmigen Untergrundes besonders an stauender Nässe litt, wodurch nur saure und von dem Weidevieh nur ungern aufgenommenen Gräser gedeihen konnten, galt es hier vor allem durch Anlegung von mit Steinen angefüllten Gräben für den Abzug des Wassers Sorge zu tragen. Die Arbeiten auf dieser Fläche wurden als sogenannte Notstandsarbeit ausgesucht, d.h. es wurde eine große Anzahl Arbeitshelfer, darunter auch solche aus den Nachbargemeinden, vom Arbeitsamt in Dillenburg zugewiesen und der Gemeinde neben den sonstigen Beihilfen des Staates, Bezirksverbandes und des Kreises eine Grundförderung von 3.- RM pro Tagewerk für jeden zugewiesenen Arbeitslosen bewilligt.

Im Herbst 1931 wurde der östliche Teil der früheren Jungviehweide (etwa 30 Morgen) melioriert. Gleichzeitig wurde der Viehtrieb am Buchenlindenrain (zwischen Schutzhecke und Wald) durch Beseitigung der vielen, seit Urzeiten dort lagernden Basaltblöcke verbessert (Da, wo der Viehtrieb nahezu die Höhe erreicht, sah es am wüstesten und tollsten aus; kaum, daß sich das Vieh auf den schmalen Pfaden zwischen den Blöcken hindurcharbeiten konnte. Siehe auch meine Notiz auf Seite 266 unten! K.)

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von Kornelia Pelz übersetzt

 

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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