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geschichtsübersicht
Die Ortschronik von Reinhard Kuhlmann - Seite 46

1522 war Heinz Rode Waldförster, einziger im Amt Herborn, der zu Pferde sein weites Gebiet beritt. Laut seiner Bestallungsurkunde erhielt er jährlich 6 Gulden, 20 Malter Hafer, zwei Wagen Heu und eine Sommer- und eine Winterkleidung. Ferner bekam er von jedem neuen Bau, zu welchem er das Holz anwies, 6 Albus und die Hälfte des Pfand- und Forstrechts; die andere Hälfte stand dem Schultheißen zu Herborn zu. (Nach Arnoldis Geschichte)

Dieser Heinz Rode war ein oberer Forstbeamter, welchem mehrere Unterförster, sogenannte "Zwingknechte", unterstanden. Von einer Pflege des Waldes war damals noch kaum die Rede, aber aus jagdlichen Gründen bedurfte es schon eines gewissen Stammes von Forstpersonal.

1525: Bauernkrieg in Süd- und Mitteldeutschland. Im größten Teile Deutschlands fristete der Bauer im 14. und 15. Jahrh. ein armseliges Leben in seiner Unfreiheit und Abhängigkeit von den Herren. Luthers Lehre von der Freiheit des Christen erweckte in ihm die Hoffnung, nun endlich auch sein äußeres schweres Dasein von Grund aus gebessert zu sehen. Die Bauern in Süddeutschland stellten 12 Artikel auf, die über das ganze Reich verbreitet wurden; darin legten sie ihre Forderungen dar auf Verminderung der Abgaben, Abschaffung der übermäßigen Frondienste, Schutz ihrer Äcker vor dem Wild, freie Fischerei pp. Alles ganz maßvoll und bescheiden. Dann erhoben sie sich, bildeten Haufen, durchzogen das Land, begingen aber nun furchtbare Greuel. Da wandtete sich die Gunst der Besserdenkenden von ihnen ab, selbst Luther. Die Fürsten stellten Heere gegen sie auf, gegen welche die ungeübten Haufen der Bauern nicht stand hielten. Die in ihren Zielen gerechte Sache der Bauern unterlag. Unmenschliche Rache wurde an den Bauern genommen. An 100 000 sollen niedergemetzelt worden sein, viele endeten auf dem Blutgerüst. Der Führer der thüringischen Bauern hatte sich in einem Heuboden versteckt, er wurde entdeckt, grausam gefoltert, dann hingerichtet. Fortan wurde das Los der Bauern noch trauriger.

- Auf dem Westerwald blieb es ruhig, war doch hier die Lage der Bauern besser. Und doch war es unserm Grafen nicht wohl zu Mute, als die Schreckenskunde aus den brenzlichen Gebieten hierherdrang. Ein Dillenburger Chronist schreibt 1525: "Ist der große bauren auffruhr gewesen, darumb grave Wilhelm sowohl als andere Herren in großen Sorgen und gefahr gesessen, hat etlich reuter und knechte geworben, die zu Dillenburg und Herborn gelegen, der landsknecht 12 vor Drabanten zue Dillenburgk jlieben, die mein g. Herr grave Wilhelm mit kost und kleidung underhalten." F) - Philippi weiß in seinem Roman "Weiße Erde" zu erzählen: "Im Bauernkrieg kam es nach dem Erddorf (Breitscheid) wie fressend Feuer. Das getretene Volk brüllte wider die Faust. Da haben sie über der Galgenmauer den Ritter Hinz von Sunnewalt geschlachtet wie ein Tier". Das ist reine Dichtung. Um ihn schmackhafter zu machen, tun die Dichter gern solche Rosinen in ihren kuchen. (Weiteres hierzu siehe S. 60!)


F) Am 18. Mai schrieb unser Graf an seinen Bruder Heinrich: "Min buerschaft (Bauernschaft) ist gott hab lop und geb lang noch rueig und zufrieden, aber das wetter ist umb mich allethalb."

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Eine Gesellschaft hat keine Zukunft, wenn sie sich nicht an die Vergangenheit erinnert.
zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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