www.ge-li.de

geschichtsübersicht
Die Ortschronik von Reinhard Kuhlmann - Seite 74

(ihn) also mit dem Kopf vff der Erden gehalten. ... Derselbig dether sey ein langer man, hab einen schwartzen Bardt (wie der Schäfer sagt), wan er Inen (ihn) sehe, wolt er Inen wol kennen, als er Inen nhun also mitt der Hauwgabel bey dem Hals vff der Erden gehalten hab Im Ein ander mit der Hauwen an ein seitten geschlagen, der dritt hab Inen mitt ein weer hinder dem Elenbogen in ein arm gestochen, die kenne er all nitt (er war erst am letzten Michelstag nach Breitscheid gekommen), aber einer hab einen grüenen, der ander ein weissen Huth vnd all beid schwartze bärth gehapt, da sey ein Jung dabey gestanden, hab gesagt, Ey thudts nitt, weß zeicht (zeiht) Ir Inen (ihn). Da sie nhun Iren muthwillen an Im volnbracht, sein sie hinder sich wider ghen Gosternhain geloffen." Dem Zuhirten, der fortlief, warfen sie ein Beil ans Bein. Er lief ins Dorf, solche Tat anzuzeigen. Die Breitscheider liefen heraus und fanden den Schäfer verwundet liegen, sie sahen noch einen "eines armbrost schuß weit" vor sich dem Dorf Gusternhain zulaufend. Daß die Gusternhainer solchen Frevel begangen haben, schließen die von Breitscheid daraus, daß sie die Glocken die Gemein von Gusternhain vor und nach der Tat haben zusammenläuten hören. Sie erfahren nun, daß der Gusternhainer Schäfer "vor dem Rump stück am Kyß, In Einer wyß feyffen In den Erlin, den Rumpen zu Breidtscheidt zustendig (*) ... mit den Schafen der Gusternhainer hütet, gehen hin und treiben die ganze Herde Schafe in das Dorf Breitscheid und führen den Schäfer gefänglich mit sich. Soweit das Protokoll. Die Breitscheider berichten dann an demselben Tage alles dem Grafen. Am Donnerstag ist auch schon eine Beschwerdeschrift der Gusternhainer in Dillenburg wegen der Wegnahme ihrer Herde. Der Graf ist nicht "inheimsch;" am Freitag schreibt er an den Keller, daß er, "als wir nechten (gestern abend) spadt zu Huß (Haus) kommen," das Schreiben empfangen habe, zugleich aber auch die Klage der Breitscheider betreffend den Überfall auf den Schäfer. Er tritt, "nachdem er ausführlich dargelegt hat, daß die Nassauischen die mancherlei Übergriffe der Driedorfischen nicht ungestraft hinnehmen könnten, dafür ein, daß die Gusternhainer dem Schäfer Wiedergutmachung leisten; wie es Gott der Allmächtige mit den schwer Verwundeten schicken werde, das stehe noch dahin. Ihre Schafe sollen die Gusternhainer wieder erhalten, auch ihren Schäfer, Christgin Klinger von Oberrod "ist der hafft vnd gefencknuß erledigt vnd vßgelassen hatt Ein gemeinen vrpheden (Urfehde) geschworn, dise gefencknuß nitt zu rechen" (rächen). Das Schreiben an den Keller schließt: "Seind Euch sunst mit gnaden geneigt." Die Gusternhainer wollen den Schäfer gar nicht geschlagen haben; es seien am Mittwoch die meisten von ihnen zu Driedorf zu Gericht gewesen, wie etliche von Breitscheid auch gesehen hätten, die auch dagewesen seien. Der Graf wünscht, daß sich der Keller selbst nach Dillenburg verfüge, damit ihm wahrhaftiger Bericht gegeben werden könne. Der Keller antwortet am Samstag: Was Euer Begehren anbe-


*) wahrscheinlich war es auf dem "Rimplätz", welcher Namen wohl "Rümpplätz, Rumpfplätz" bedeutet, von dem Familiennamen Rumpf, der schon seit 1349 in Breitscheid nachweisbar ist; die Plätze, die den Rumpen gehören. (Links am Wege nach Gusternhain, oben auf der Höhe, bevor man ans Erdbacher kommt.)

seite-73 - seite-75

von Kornelia Pelz übersetzt

 

zu den Seiten: Übersicht
I II III IV 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47a 47b 47c 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191a 191b 192a 192b 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 206 207 208 209 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 264 265 266 269 270 271 272 273 274 275 276 277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 359 361 362 363 364 365 366 367 368 369 370 371 372 373 374 375 376 377 378 379 380 381 382 383 384 385 386 387 388 390 391 392 393 394 395 396 397 398 399 400 401 402 403 404 405 406 407 408 409 410 411 412 413 414 415 416 417 418 419 420 423 424 425 430
Inhaltsverzeichnis

zurück zur Chronik

 

home | blog alt-breitscheid
hausnamen || liste | karte | ansichten | flurnamen | familien |
geschichte || Geschichtstafel | chronik | karte | kriege | friedenszeit | ereignisse |
schulen || kirchweg | lick | neue schule | klassenfotos |
kirchen || evangel. | konfirmandenfotos | freie evangel. | katholische | pfarrer | kirchgeschichte | feg-entstehung | posaunen | kirchhof |
arbeit || rathaus | landwirtsch. | töpferei | haus | ton-ind. | post | a-dienst | bahn | verkehr | stein | wald | wirtschaften | arzt |
fritz philippi || fortsetzungsgeschichte | buch | über ihn | gedichte |
freie-zeit || vereine | feste | gedichte | spazieren | sport | feuerwehr | musik | hochzeiten
kinder || vor der schulzeit |
 
höhle >
kontakt
anfahrt >
gästebuch >
site map
impressum

powered by FreeFind

Eine Gesellschaft hat keine Zukunft, wenn sie sich nicht an die Vergangenheit erinnert.
zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

Diese Seite "Alt-Breitscheid" wird von diesem Blog begleitet: http://altbreitscheid.wordpress.com/

Copyright 2008-10 G.Lingenberg.