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geschichtsübersicht
Die Ortschronik von Reinhard Kuhlmann - Seite 77

geben.

Am 19. August 1560 wurde der Vertrag zu Siegen geschlossen. "Johann Grauwe zu Nassawe" bekennt in der Einleitung, daß "sich lang Zeit herr vnwillen Zwispalt vnnd vnainigkait" zwischen den Gemeinden erhalten habe; Dieweil aber nach dem Willen Gottes das Dorf Gusternhain ihm auch zugewachsen sei und nunmehr beide Parteien seinem Zwang und Oberkeit unterworfen seien, so habe er seine Befehlhaber auf den Augenschein gesandt, ihm zu berichten. Damit nun aller Zank und Uneinigkeit aufgehoben und hingelegt werde, sei wie folgt entschieden worden: "Das (daß) nun hinfüro vielgemelts irrigenn Platzes vnnd weidtgangs mhall (Mal) vnnd abtheilung soll anfangen an dem Hachelbachsgraben bondr (unter) Rabenscheit, soll furters gehenn naher dem Rußdorn (Roß-) vnnd der buchenhecken, von dannen vber zwerch gestracks durch die Aspenstruit bis an die waltecken, Wes dann in sollichem bezirck vnnd vnderscheidt der Aspenstruits Hecken, gelendt vnnd feldts naher Breitscheit gelegenn, das sollen sich gemelte Breitscheider allein gebrauchen, Was aber jenseit diesem mall gegenn Gosternhayn sich erstrecken thut, sollichs soll denenn zu Gosternhayn auch zustendig seinn, Vnnd soll nunmehe zu ewigenn tagen kein theill das ander ann dem seinenn nimmer verhindern engen oder drengenn, Sondernn je ein theill dem andern gutte nachtbarschafft ertzaigen..." Ihres Spans (Weidegangs) sollen sie hiermit "gaar vnnd gantz endlich gerichtet, geschlichtet, vertragen sein vnnd pleiben, Das habenn sie zu baiden seitten mit Handtgebener freuw an eines gehorsamen Eidts stat whar, steet, veest vnnd vnverbruchlich zuhaltenn gelobt, versprochenn vnnd zugesagt..." (Der Vertrag ist in mehreren Abschriften im Archiv vorhanden, für so wichtig wurde er gehalten!).

So war nun der Hauptkampf ausgefochten, eine gemeinsame Grenze festgelegt. Aber nun entspann sich noch ein langwieriges Gepläukel um die Steinsetzung, das 1575 mit dem Abschluß unserer Akten noch nicht beendigt war. In der Hauptsache drehte sich der Streit um das Mal bei den Buchenhecken.

Juni 2o, 1561, beklagen sich die Gusternhainer, die von den Räten gestern vollzogene Steinsetzung sei zu ihrem Nachteil geschehen, sowohl bei den Dornen, wie auch bei den Buchenhecken. Es seien der Buchenhecken zwei, und sie hätten zu siegen auf die untere Hecke gewilligt; die Räte seien auf dem Augenschein auch auf diese Hecke geritten. Es seien aber die Steine in die obere Hecke nächst ihrem Dorf in ihre Flur gesetzt worden. Sie bitten: E.g. wolle g(nädigst) auf den Augenschein kommen und sehen, "wie mir armen des vnsern vertruckt sein worden... Wir sind aber trostlicher zuversicht, E.g. werden solche onformlichen Dinge behertzigen vnd vnß so gantz vnd gar vnser weide, da wir weib vnd kinder, von erneren, auch Bede, steuer, schatzung vnd alle Dinst E.g. von thun müssen, nit nemen laßen." Im folgenden Jahre, April 13, wiederholt Gusternhain seine Klage und fügt hinzu: die Breitscheider haben die untere

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von Kornelia Pelz übersetzt

 

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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