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geschichtsübersicht
Die Ortschronik von Reinhard Kuhlmann - Seite 78

Hecke abgehauen, damit man das Mal nicht spüren könne. Da der Platz bei der Heimfahrt des Grafen ihm im Wege gelegen sei, möge er doch den Irrtum besichtigen. 1563, Juni 8, schreibt Gusternhain wieder, daß die Steinsetzung vom Grafen noch nicht bewilligt sei und er verheißen habe, beide Teile zu verhören... "Haben sie (die Breitscheider) aber solches hergefaren den platz mit einem Landtgraben befriddet vnd ingeheget." Ohne Zweifel würde der Graf bei einer Besichtigung spüren und sehen, wie ja schon "Johan pfaiff (*) der zeit e.g. Keller zu Dridorf" berichtet hat, "daß wir armen gantz vnd gar verforteilt vnd bedrangt seien worden." 1564, Mai 16, Gusternhain an den Grafen: daß es sich der Markstein halber "mit demütiger vnnd vlehelicher bit offt vnnd dick" an ihn gewandt habe. Nun hätten darauf gestrigen Tages seine Räte den Augenschein gehalten. Sie (die Gusternhainer) hätten auch gestern gesagt, daß etliche Steine dem ersten Abritt entgegen und gegen ihren Willen "an die itzige mal kommen weren. Ist der Schultheiß von Herborn vß andern gefaren (d.h. auseinander gefahren) (ärgerlich geworden) mit onnotzen trutzlichen worten (uns) gelugen strafft (Lügen gestraft), gesagt, wir hetten die Steine da hin bewilligt. Deß wir nachmals abstrudig vnd sich nimmermehr sol erfinden. Dan gedachter Schultheiß deßmals (damals) vnß betrawet (bedrohet) etliche vnder vnß mit dem pferde vmbritten wollen dardurch die Stein wider vnsern willen auch on vnser hülff ingesetzt vnd daß solches ware (wahr sei).

Nun schweigen die Akten zehn Jahre lang. Der nächste Bericht liegt aus 1574 vor. Rückblickend sagt Gusternhain u. a. Als die Verordneten an den Platz kamen und nach der Buchenhecken fragten, war sie nirgends zu finden, sondern durch die Breitscheider mit der Wurzel ausgerottet (was übrigens von Breitscheid an anderer Stelle gar nicht zugegeben wird), und wir auf die rechte Malstatt, die Breitscheider aber weit hinüber auf ihren Vorteil gegangen; "ist ein solch getommell (Getümmel) zwischen beiden gemeinden geschehen vnd erregt worden. Das (daß) niemand horen oder verstehen kunde" und in dem Zusammenlauf sind dann die Stein gesetzt worden, ganz auf unsere Seite... Nun müssen wir unsere Schäferei abstellen, damit wir unser ander Vieh, wiewohl auch mit großem Hunger, erhalten. 1575, März 3, schreibt die Gemeinde Breitscheid an den Grafen: daß wir zu dem auf Freitag anberaumten Augenschein in Gegenwart der Beilsteinischen Befehlhaber erscheinen sollen, "das wir (aber) Gleichfals morgen tags vff e.g. Neuen Hoff veltpach mit vnsern pflügen vnd pferden geforderte Dienste (Frondienste) leisten sollen." (**)


*) Dieser Johann Pfaff stammte aus Siegen wo sein Vater Bürgermeister war. Von ihm stammen alle "Pfaff" auf dem Westerwald ab, also auch die beiden nach Breitscheid verheirateten, jetzt lebenden Familienväter Pfaff. (Eduard Pfaff und Otto Pfaff).

**) Damals legte gerade der Graf seinen Hof Feldbach an, anstelle des Dorfes Feldbach. Den Bewohnern des Dorfes Feldbach schenkte er Güter in der Umgegend und sie siedelten sich in Dillenburg, Niederscheld und Eibach an. Die Breitscheider Bauern mußten auf dem neuen Hof Frondienste leisten. Was würden sie heute dazu sagen, wenn sie mit Pferd und Pflug nach dem Hof Feldbach ziehen und dort umsonst arbeiten müßten? Es ist doch in vieler Hinsicht besser geworden.

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von Kornelia Pelz übersetzt

 

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Eine Gesellschaft hat keine Zukunft, wenn sie sich nicht an die Vergangenheit erinnert.
zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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