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geschichtsübersicht
Die Ortschronik von Reinhard Kuhlmann - Seite 91

1591 wird Pfarrer Herbst (Oporinns) in Breitscheid erwähnt (1586 - 1594)

1594 bis 1605 war Wendelin Gudelius als Pfarrer hier. Er hat in schöner Schrift ein Verzeichnis der Einkünfte unserer Pfarrei in 1603 aufgesellt, das noch im Pfarrhaus vorhanden ist. Er kam von hier nach Ballersbach. Nach Vogels Archiv starb er plötzlich 1622 auf dem Wege zum Herborner Markt. Seine Witwe wurde im 30 jährigen Kriege, 1635, bei dem Angriff der kaiserlichen Mansfeldschen Truppen auf Dillenburg von diesen auf der Hütte erschossen.

1597, Ende des Jahres, herrschte die Pest stark im Dillenburgischen, auch in Breitscheid. Nach den Urkunden zur Beilsteiner Kellerei-Rechnung berichtet der Bürger Wöber von Herborn am 30. Dezember 1597 an den Grafen Johann von Dillenburg über eine Unterstützung an die Breitscheider. Wöber hat danach "in itzigen sterbensleuften" denen von Breitscheid und anderen Wein, Bier und Brot vorgestreckt und zu Haus geschickt. Als Bezahlung erhält er neben den Schafen der Breitscheider auch die von anderen pestbefallenen Orten, die er auf den Mengerskirchener Markt zum Verkauf bringt: *)

Von 1615-1622 war Joan Jacob Hermanny Pfarrer hier. Er glaubte noch an einen leibhaftigen Teufel und will (nach dem Rückblick in unsere Kirchenchronik) auf dem Wege zwischen Hühnerkaut und Elgersberg (?) eine Disputation mit ihm gehabt haben. (Philippi hat diese Nachricht in seiner Erzählung "Der Enkelsohn vom alten Fuchs" [in "Hasselbach und Wildendorn"] verwertet).

Unsere älteste Kirchenrechnung ist diejenige aus dem Jahre 1602; älteste (Almosen =) Kastenrechnung aus 1609. Die Rechnungen aus diesem Jahrhundert sind von kulturgeschichtlichem Werte, und werden wir deshalb im Anhang dieses Chronikbuches einen Auszug bringen.


*) Limburger Chronik: "Anno 1597 das ist das sterbjahr, dan es starbe allenthalten ... an der pest, und wo es nit ware, dahin kam es im ganzen Land .... . Es zogen die bürger zu Camberg gemeinlich heraus, etzliche ins feld unter hutten, die andere sunst hin, wo sei (sie) kunten unterkommen. Da aber die pest auch in die hutten kommen, seint viele wieder eingezogen. Zu Lympurg warn die pest dreirlei, die eine kame von Neisen, die andern von Herborn, die dritte von Vilmer, also worden sei auch genant; rotrohr (Ruhr) ware dr anfang, wehret wol 3 jahr ...".

1610. "Um den 18. Augusti dieses jahres 1610 ist zu Dietz eine Kutsche durch gefurt, darin ein man mit isenbanden und ketten gebunden", der im Jahre 1605 ein Attentat auf den König von England und das dortige Parlament beabsichtigt gehabt habe. Er "solle in Engelland dem konig zu hochstem gefallen praesentirt werden. Sei (Sie) haben in gebracht aus der Pfalz und alle weg durch irer Hern und religion (prot.) land gehalten oder die nacht gebraucht und tags still gelegen, von den hochen landstraßen gar sich enthalten, seint durch die Staffler morgens ehe tag von Dietz uff Offheim, dannen uff Steinbach begleitet worden, vorters uff Tilleberg". (der seltsame Zug ist also höchstwahrscheinlich über unsere Rheinstraße gekommen.)-" Im September berichtet die Limburger Chronik weiter: "ist der obgemelte Engelenderj so von Dietz mit Ketten gebunden geführt, zu Siegen angelanget und dannen mit 300 musquetirern naher dusseldorf begleitet worden, und hat ein schweres geld bei sich gehabt, ( F. daß 4 man die kiste vom wagen und wieder daruff zu erheben genog zu schaffen hatten.) das geld in hispanien von almusen (Almosen) zum behuf der gefangner cristen gesamlet, uff der wechsel von Augspurg durch die ... Pfalz geführt, und daselbst man und geld arrestiert worden." Er sei ein Jesuitenpater gewesen. Wie es weiter mit ihm geworden ist, ist in der Limburger Chronik nicht angegeben.

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von Kornelia Pelz übersetzt

 

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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