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Johann Henrich Lang aus Breitscheid

Die Möglichkeit, aus eigener Kraft in eine höhere Lebensstellung aufzusteigen, war für junge Leute in früherer Zeit nur selten gegeben, so dass nur wenige Männer bekannt sind, denen dies gelungen ist. Einer von ihnen war Johann Henrich Lang aus Breitscheid, der 1789 als Sohn eines Häfnermeisters geboren wurde und 1856 als pensionierter Professor (vergleichbar mit einem heutigen Studiendirektor) in Wiesbaden starb.

Vielleicht wäre Johann Henrich Lang auch Häfner geworden wie seine bei-den Brüder und viele seiner Alterskameraden, wenn ihm nicht an der lin-ken Hand ein Finger gefehlt hätte und ein anderer lahm gewesen wäre (so das Musterungsprotokoll). Vermutlich hat er es zunächst auch mit dem Handwerk versucht und sich erst nachher einem anderen Beruf zugewandt. Als er sich im Jahre 1809 in Dillenburg zur Musterung für den Kriegsdienst stellen musste, war er "Schulkandidat" mit dem Aufenthaltsort Niederdresselndorf. Dort hatte er wahrscheinlich das Lehrerbil-dungsinstitut des Pfarrers Georg Wilhelm Jüngst besucht oder besuchte es noch, um zum Volksschullehrer -mit der damaligen Bezeichnung "Schul-meister"- ausgebildet zu werden. Da der junge Mann nicht nur den Fehler an der linken Hand hatte, sondern auch auf dem linken Ohr taub war, wurde er 1809 als nicht für den Kriegsdienst tauglich befunden. Der Schuldienst scheint während der "Franzosenzeit" (1806 - 1813) in unserem Heimatgebiet nicht günstig gewesen zu sein, sodass Johann Henrich Lang am 2. Januar 1812 als Freiwilliger in ein Großherzoglich Bergisches Infanterie-Regiment der Rheinbund-Truppen einzog. Er wurde schon nach einem halben Monat Gefreiter (Korporal), nach acht Monaten Unteroffizier (Sergeant) und nach vierzehn Monaten Gesamtdienstzeit Feldwebel (Sergeant-Major). An einem Feldzug hat er in dieser Zeit offenbar nicht teilgenommen. In nassauische Dienste übergetreten, kam Feldwebel Lang bei der Blockade von Mainz 1814 in französische Gefangenschaft.

Johann Henrich Lang blieb nach den Befreiungskriegen im Militärdienst. Am 4. Januar 1816 zum 1. Nassauischen Infanterie-Regiment in Wiesbaden versetzt, wurde er am 10. Januar 1820 zum Leutnant und am 2. Januar 1833 -nach genau 21 Dienstjahren- zum Oberleutnant befördert. Am 1.Juli 1844 wurde der 54jährige Oberleutnant, der inzwischen seinen Namen von "Johann Henrich Lang" auf "Heinrich Lange" ein wenig modernisiert hat-te, aus dem aktiven Militärdienst verabschiedet und zum Professor der Mathematik und der Kriegswissenschaften an der Militärschule in Wiesbaden ernannt. Damit war er in die höhere Beamtenlaufbahn aufgestiegen und mit einer Besoldung von jährlich 1400 Gulden einer der ranghöchsten Lehrer der Schule.

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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