blog  Kontakt  Hilfe  Impressum  Download
www.ge-li.de/blog/
 
www.alt-breitscheid.de/blog/  

Hobby

Schreiben
Gedichte
Bücher
Briefe

Theater
Schauspiel


Musik
Klavier
Zither
Gem.Chor
Posaunenchor
Harmonika
Spielmannszug
Sport
Fußball
Schießen
Laufen
Fliegen
Turnen
Boxen
Ski
Schlitten
Kugelstoßen
Schwimmen
Ausflüge
Spazieren
Fahrt
Fahrrad
Wandern
Leute

Schäfers Naturheilkunde









Ein Gesundheitsbuch
Aus der Apotheke Gottes
Von Johann Heinrich Schmidt/ 4
Schäfer in Breitscheid, 1821-1884
"Schäfershaus (Nr.59)









Vorwort zum Heilkundebuch des Johann H.Schmidt 4 er

Der Übersetzer hat versucht, Worte und Buchstaben so exakt wie es ihm möglich war, wieder zugeben, ohne die heutige Schreibweise ein zubringen. Fehler sind aber trotzdem nicht aus zuschließen, da die Ablichtungen in einem sehr schlechten Zustand waren und sogar Fehlstellen aufwiesen. Weiter muß ich zu meiner Entschuldigung noch bringen, dass die deutsche Schrift mir völlig unbekannt geworden ist, da diese uns in der Schule vor ca. 50 Jahren nur als Nebenfach im Schönschreiben gelernt wurde. Es hat mir Freude gemacht, diese schöne Schrift erneut zu erlernen, denn als Ur Ur Enkel bekam ich von Seite zu Seite immer mehr Hochachtung vor diesem Schäfer und bin heute stolz, dass ich diese Übersetzung machen durfte. Dass es diese Ablichtung überhaupt noch gab, haben alle Leser nur der Frau Ingrid Wenig geb. Lesser zu verdanken, welche in Schäfers-Haus geboren wurde und dieses Haus wird heute noch von Ihrem Sohn Dietrich bewohnt. Am Ende des Buches werden alle Nachkommen, aber nur bis zu den UrUr Enkel aufgelistet, welche von den rechtmäßigen Besitzern dieses Buches abstammen. So mancher wird sich wundern, dass seine Vorfahren aus Schäfers-Haus stammen, aber noch mehr wird er sich wundern, mit wem er verwandt ist !!!

Hans J.Henn Breitscheid, 23.01.04

Schäfers Buch gefürt
Wilhelm Friedrich Schmidt
und
Heinrich Schmidt
in
Breitscheid, den 15 ten
März 1885

Parg.: 1
Für Kolika und Mutterschmerz.

Achtsteinöhl oder Bernsteinöhl ist dem Magen gut, für allerlei hitzige Krankheiten, es stärkt auch die Weibspersonen die Mutter, wie auch die Kolika oder Bauchgrimm. Dieses Öhl in warmen Kamillenthee oder in warmer gekochter, süßer Milch, mit 10, 18, auch zu 20 Tropfen darnach der Mensch alt oder stark ist, etliche mal wiederholt, stillet gleich den Schmerz.

Parg.: 2
Ein Pflaster auf alte Schäden u. machen.

Nehme 4 Lth. Wachs 2 Lth. Harz 6 Lth ausgelassen Rindsunschlitt, vorstehende Theile laß in einem Topf zergehen, seihe es, durch ein Tuch, darnach nehme 2 Lth. getrockneten Speck, 4 Lth. Schmär lege es ins Wasser laß es 2 Stunden drin liegen, schmelze es, drücke es durch ein Tuch, setze es zu den oben benanten Theilen, nehme noch dazu 2 Lth. Bleiweis 1 Lth. Silberglitt 2 Lth Galleney 2 Lth. Alaun, mache vorstehende Theile zu Pulver und Thee dann alles zusamen in einen Topf laß es ein wenig sieden, seihe dieses dann durch ein Tuch in ein anders Gefäß, stoße 1 Lth. Grünspan dazu, laß es etwas sieden, so ist, die Salbe recht gemacht.

Parg.: 3
Eine gute grüne Salbe zu machen vor böse Geschwür.

Eine gute grüne Salbe zu machen vor böse Geschwüre und verweichten Theile, machet die Wunde rein und heilet. 1/4 Schoppen Baumöhl, 1/4 Pfd,ausgelassen Rindsunschlitt, 4 Lth. Terbentin, 2 Lth, weises Harz 1/2 Lth. Grünspan, den Grünspan fein kurz gemacht, alles in einen Topf zusammen zergehen lassen, heiß durchgesiepen in einen Topf so hast du eine gute Heilsalbe.

Pag.: 4
Für den Stein bei einem Menschen köstliches Recept

Nehme 2 gute Hände voll Malvas ninoris , gieße 1/2 Maas Wasser und 1/2 Maas Wein darauf 1/4 Schoppen Honig einen guten Löffel voll Butter zusammen in einen zugedeckten Topf, eine halbe Stunde sieden und laß es von sich selbst erkalten, presse es durch im Tuch, laß den Patient öfters ein Gläschen voll nehmen, oder, einen Esslöffel voll, der Stein geht öfter unter Schmerzen fort, wenn der Stein vor das, männliche Rohr gefallen ist und nicht fort, will, so nehme ein Maas guten Wein und vor einen Thaler Safran darunter, zugedeckt,wann aufgeschlagen, oder aufgelößt, öfters ein Gläschen getrunken so muß der Stein fort. Sollte aber der Patient zu viel geschwollen, sein, so wird ein äußerlich warmer Aufschlag gemacht, welcher besteht wie folgt : Eine gute Handvoll Petersilie, eine Handvoll römische Kamille, eine Handvoll wilde Salbei, eine Handvoll Beyfuß, eine Handvoll Quendel, vorstehende Kräuter in ein Säckelchen gethan , dann in Molke von saurer Milch sieden lassen und getrocknet dem Patient auf den Leib äuserlich aufgelegt, dann öfters warm gemacht und wiederholt.

Pag.: 5
Ein Heilmittel für Milz u. Leberfäulniß.

Nehme 3 Schoppen Wasser, einen starken Esslöffel voll frische Wachholderbeeren, 1/2 Lth. Zimmet Rinde, thue selbiges in eine Zinnkanne, decke sie wohl zu, nehme 1/2 Lth . Korianderkern, lege sie mit einem Läppchen einen Tag lang in Essig thue sie in Wasser sieden, thue das Wasser darzu und trinke öfters davon und wiederhole es wie oben beschrieben öfters, bis keine Spuren mehr da sind.

Pag.: 6
Für einen Fehler oder Bruch im Rücken. Mittel

Nehme Bilsenkraut samt der Wurzel, quetche es und binde es auf die befehlerte Stelle, es heilet denselben.

Pag.:7

Lein Läppchen, das Verband feucht gemacht, wenn sich Schmerzen ereignen sollten, doch aber wenn die Wunde eidert, so wird täglich ein Verband angelegt und wenn's erforderlich ist, täglich 2 mal neu verbunden und auf den wie vorgeschrieben öfters angefeuchtet u.s.f. Der Speridus ist folgender und wird verfertigt , wie folgt :
Es wird genommen 2 Pfd, gemahlenes eichen Gerberloh 5 bis 6 Maas Wasser, das Loh und Wasser wird wohl zusammen in einen Topf gekocht, wohl zugedeckt und ziehen, lassen, dann die Brieh abgesieben, in jeden Krug einen Haselnus dick ganzen Kampfer und einer Erbse dick Maßtick , fein kurz oder laß ihn erst mit Speridus , Wenig in einem Kaffeeköpfchen sich auflösen und, schütte dann in einen jeden Krug unter die , gekochte Lohbrieh verhältnismäßig ein. Stopfen von Korken auf die Krüge gethan, wenn der Fehler von einer Quetschung oder von einer Verrenkung ist, so nehme aus der Apotheke, noch etwas Obdelltup dazu, das Obdelltup kann man vor 12 kr, kaufen, vor 12 kr, Kampfer, aber Maßtick ist theuer und muß haben vor 20 kr.
Vorstehende Borzionen können zu 8 bis 10 Krüge jeder Krug zu 1 Schoppen eingeteilt Wenn man den Spiridus kann alt werden, lassen, so brauch man nur den Kampfer und kann das Geld vor Maßtick und Obdelltup ein wenig sparen. Wann der Spiridus 1/2 Jahr oder 1 ganzes Jahr alt kann werden, aber das Gefäß oder die Krüge wo der Spiridus Drinnen ist, muß mit einem wohl versicherten Korkenstopfen zugemacht sein, doch in den, ersten 8 Tagen, bis der Spiridus erst distiliert hat, der Krug darf auch nicht zu voll sein, sonst thut er zerblatzen, wenn der Spiridus Zeit zum stehen hat, so legt sich der Spiridus in eine Decke wie alter Wein, ist er wie oben gemeldet 1/2 Jahr alt, so wird er besser sein, wie der Balsam Professiganum aus der Apotheke zu heilen , welcher auf alle Wunden wie auch auf Brand gebraucht kann werden, welches Ich versichern kann.

Parg.: 8
Für einen hitzigen Trank. Recept.

Nehme aus der Apotheke vor 4 kr. Ahaberbeer vor 4 kr. Roth Enzefan Wurzel, vor 2 kr, roth Santelholz, vor 2 kr. Franzusenholz, vor 2 kr. Klaprosen vor 2 kr. Lorbirnkern. Dieses vermischt mit weisem Brandwein. Der Patient muß morgens abends davon trinken, es wird besser mit ihm, ist probatum.

Parg.: 9
Einen braunen Spiridus zu machen, oder bei nen gehaunen oder geschnittenen Wunden, gebraucht kann werden.

Er kann auch gebraucht werden bei einem Stück Vieh, das eine Wunde oder einen Stoß bekommen, hat. Damit geschmiert, es wird bald heil sein. Darauf die Wunde tief oder groß ist, werden Fesseln von altem hartem Lein in die Wunde zuerst gelegt, selbige mit dem Spiridus- tropfen weiß angefeucht, dann ein Heftpflaster mit geschlitzten Theilen oben, über die Salben oder Wicken gelegt. Wenns erforderlich ist, so wird die Wunde täglich 2 mal verbunden, über den ersten auch den 2 ten Tag, manchmal auch den 3 ten Tag eben, das erstemal die Wunde aufgemacht, damit sich die fleischliche Blutadern gestillt und zugesetzt haben und der Heileider eingetretten ist, ist der Heileider eingetretten, so wird täglich einmal, auch wenn es erforderlich ist 2 mal neu verbunden, denn die Reinlichkeit ist die halbe Kuhr.
Der Speridus wird auf folgende Art, verfertigt: Man nimt 1 Lth. Allw. Macht den Allw, fein kurz zu Pulver, thut den selben in einen guten Schoppen Brandwein lässt selbigen an der Sonne etliche Tage, distlieren, oder im Winter in der warmen Stube über dem Ofen. Man kann auch das, vorgeschriebene Lth. Allw, einer halben Maas Brandwein aufsetzen und einer Haselnuss , dick ganzen Kampfer kurz reiben oder mit Speridus-winny mit etliche Tropfen in einem Kaffeköpfchen auflösen und dazu schütten. Wo der Speridus älter ist, wo er besser ist.

Pag.: 10
Einen Speridus zu machen vor Verränkung und Quetschung.

Der Speridus ist anwendbar, so sich jemand, an einem Arm oder Bein etwas verränkt oder gequettscht hat, oder an einem Stück Vie, dabei ist der Speridus auch anwendbar. Er wird verfertigt:
Nehme 1/2 Lth. Allw. 1/2Lth, ganzen Kampfer, löse dieses in einem Mörser mit Speridus-winny auf, dann nehme dazu 3 Lth, spanische Seife aus der Apotheke, stoße nun das Alles,' die spanische Seife, Kampfer und Allw, wie vorgeschrieben in einen Mörser zu einer Boliß, dann nehme auf vorgeschriebene Dosis eine gute Mass klaren Brandwein, Laß es an der Sonne oder warmen Ofen, distlieren, wo älter der Speridus so besser. Hat man aber den Speridus nicht im Vorath und ist ihn doch geschwind bedürftig, so nimt man vorstehende Theile, setzt sie zusamen in ein steinernes, sauberes Gefäß oder Krug, setzt den Stopfen nicht zu fest auf, noch besser, man bind ein starkes Papier auf den Krug anstatt des Stopfens, steckt mit einer Nadel etliche Löcher in das Papier, kocht in einem Topf Kartoffeln, schüttet die Brühe ab, stampft die Kartoffel, setzt den Krug in die heiße gestampfte Kartoffel, man thut soviel Kartoffel herraus, dass der Krug oder die Bouteillie in die heißen Kartoffeln gestellt kann werden, jetzt wird der Deckel des Topfs übergesetzt Oder ein altes Tuch anstatt des Deckels, jetzt, distliert der Speridus geschwind u. ist verfertigt.

Pag.: 11
Einen gelb weißen heil Speridus zu machen

Welcher bei Menschen und Vieh gar öfters, zu gebrauchen ist, selbiger ist anwendbar bei neuen Schäden und Wunden und ebenfalls bei alten Fehlern. Der Fehler mag bei einer ofnen Wunde sein oder nicht, dieser Speridus wird vorzügliche Dienste thun , er wird verfertigt wie folgt : Nehme 4 Lth. Kupferwasser 1 Lth, ganzen Kampfer, 1/2 Lth. Maßtick. Das Kupferwasser, Kampfer und Maßtick, wird fein zerstoßen in einem Mörser, Alsdann wird eine halbe Maas Brandwein, und ein Schoppen guter Weinessig genomen mit vorstehenden Theilen in einen irdenen Topf etwas gekocht und ausziehen lassen. Nun wird 1/4 Pfd. Pottasche mit drei Schoppen Brandwein und 1/2 Maas guten Weinessig, auch zusammen gekocht, ausziehen lassen abseihen durch ein Tuch, wenn selbiges geschehen ist, so wird der erste Sutt mit den vorgeschriebenen Medegamenten zu den letzten genomen und zusamen in Krüge oder Bouteillen mit einem wohlversehenen Stopfen verwahrt und zum Gebrauch hingestellt.

Pag.: 12
Ein vorzügliches Heftpflaster zu verfertigen

Ich bemerke, dass bei tief oder starker Fleischwunde kein besseres Heftpflaster sei, als das gedoppelte Teaklumspflaster, oder im allgemeinen Wort, genannt, Gummy Pflaster mit 1 auch 2 Lth. in der Apotheke gekauft oder 4 bis 6 kr, und das zum Beiziehen des Fleisches bei einer großen Wunde, auch ebenfalls zur Befestigung der Schapin oder Fesseln oder Wicken in der Wunde. Das Heftpflaster wird auf folgende Art aufgelegt, wie die Figur zeigt.
A
Der Querstrich a ) ist die Wunde, so wird, das Heftpflaster auf Lein oder wenn mans haben kann, auf zartes Leder gestrichen, dan an schmale Riemcher, wie vor steht geschnitten und so aufgelegt. Ist aber die Wunde von so gar großer Bedeutung, nicht, so werden die Wicken mit dem befeuchteten Speridus ebenfalls in die Wunde gelegt und so bis jedes Mal, das Fleisch, frisch oder dem gesunden Fleisch, wieder gleich ist. Damit die Wunde nicht oben zusammen geheilt wird und unten nicht gehörig geheilt ist, so wird das Heftpflaster auf folgende Art aufgelegt, wie folgende Fugur zeigen wird. Ist die Wunde rund oder eckig, so wird Auch das Heftpflaster gestrichen, ebenfalls, im Ganzen und dann in der Mitte geschlitzt, doch aber an beiden Enden zusamen gelassen, wie hier zu sehen ist. Das das Brandwasser der Wunde oder Heileider zwischen den Wundritze oder Pflasterschnitte durch ziehen kann, dass die Wunde immer rein ist, bis das Verband, wieder angelegt ist. Ist die Wunde an einer Hand oder an einem Fuß, um die Zehen oder Finger sind mit oder nicht verwundet, so wird das Heftpflaster auf vorstehende Art angelegt, an einem Ende ganz durch geschnitten wie die Figur zeigt. Daß, die Finger oder Zehen Luft haben. Ist aber 1 auch 2 Finger oder Zehen mit, beschädigt, so kann man den Finger oder Zehe mit der Heftsalbe auch mit versehen.

Pag.: 13
Für das Blutstillen so eine starke Ader, zerhauen ist, als da sind : Puls, Roß oder die starke Pilligamsader am Arm.

Samle im Juli und August die hohe Brennnessel mit dem Samen, noch besser, wenn man die gelbe Wurzel mit aus, macht.Trockne die Nessel auf dem Speicher am Schatten, so behalten alle Kräuter ihre gehörige Kraft. Wenn die Nessel gut getrocknet und dörr, sind, so reibe die Blätter samt der Wurzel so, dass sie sich stoßen lässt, mache alles zu Pulver so fein du es bringen kannst. Verwahre es in einer Schachtel oder Papier, es muß an einem guten Ort aufbewahrt, werden, damit es seine Kraft behält. Komt der Fall, dass ein Mensch das Unglück hat und die vorgeschriebenen Adern sind verletzt, so streue geschwind, von dem Pulver darin, dann gleich eine Wicke von zarten Lein Fesseln und dann, das vorgeschriebene Heftpflaster vorschrifts mäßig angelegt. Die durchhauenen oder durchschnittenen Ader 2 bis 4 Tage in dem ersten Verband zugebunden gelassen, sollte der Patient wohl Schmerz bekomen, so, wird mit einer Feder von dem braunen Speridus der in Pag. 7 zu finden ist, tropfenweis eingetröpfelt, so wird sich der Schmerz gleich geben, den 2 ten 3 ten 4 ten , auch wohl gar den 5 ten Tag da die Wunde, geöffnet wird und neu verbunden, so wird die Wunde behutsam aufgemacht, dazu muß aber das zweite Verband vorher, gemacht oder bereit sein, dass die Wunde nicht lange offen bleibt, so wird wieder ein Pulver eingestreut, dann ein Wicke ein gelegt, ein Heftpflaster übergelegt wie das, erstemal wieder etliche Tage zugelassen bis der Heileider eingetretten ist, als dann wird täglich verbunden ein bis 2 mal Wie es dann erforderlich ist. Ich erinnere, dabei, die Reinlichkeit bei einer Wunde das ist die halbe Heilkuhr.

Pag.: 14
Ein Pflaster zu machen 1, zum Erweichen 2, zum Hervorziehen der Vereiderung, u.s.w.

Das Pflaster wird auf folgende Art verfertigt. Man nimmt 4 bis 6 Lth, dicke Derbedien, 2 bis 4 Lth, Jungfernwachs 4 bis 6 Lth, Hirschongel oder Unschlitt, 2 bis 3 Lth, grichisches Harz oder Kalwonigum genannt, 1/2 Schoppen Pechöhl oder Tannezapföhl auch Kienöhl genannt. Vorstehende Theile wird alles zusammen in, ein steinern Gefäß oder in einen Goßtigel mit einer Zaute gethan, als dann auf Den Ofen oder Kohlfeuer ganz langsam, gekocht bis es einen Schaum gibt und alles gehörig zerschmolzen ist, dabei wohl mit einem Spondel gerührt, als dann in einen steinernen Topf gethan, kalt werden lassen den Topf, mit Papier oder einer Blase zugebunden und zum Verwahren des Gebrauchs aufgehoben. Ferner dem vorgeschriebenen Pflaster zur Hilfe, zu kommen, nicht allein aber dem Pflaster, sondern auch dem Patient, man macht, wenn sieht, dass es erforderlich ist, einen Kräuteraufschlag, die Kräuter sind folgende: Eine Hand voll wilde Salbey oder Händleif genannt, auch an einigen Orten Mirkenkraut genannt. Eine Hand voll Beyfuß, eine Hand voll wilde Spenad oder Stolzfemrich auch an, etliche Orten, Hundszunge. Eine Hand voll Wollkraut oder weise" Will" bei Ermangelung, der weise Will das Fingerhutt oder sogenannte Blatzenblumenkraut mit einer Hand voll, und einer Hand voll Bilsenkraut obschon das Bilsenkraut eine Giftpflanze ist. Behandlung der Kräuter. Alle vorstehende Kräuter werden vermischt, gar fein zerschnitten oder zerhackt, darnach der Fehler oder Schmerzhafte Ort groß oder, klein ist, darnach werden die Portionen, genommen der vermischten Kräuter und werden in erforderlicher süßer Milch oder Bier oder Brandwein, breyartig gekocht, noch besser, wenn man eine Schnitte Brod mit, darunter kocht. Jetzt wird dieser Aufschlag, so warm es der Patient nur leiden kann auf Auf die schmerzhafte Stelle aufgelegt, sobald, sich wieder neuer Schmerz ereignet, so wird ersteres abgethan und wieder neu warm mit, einem Lein Lappen Pflasterweis aufgelegt und so fort täglich öfters wiederholt. Der abgenommene Aufschlag wird jedes Mal wieder zum 2 ten u. 3 ten mal erwärmen aufbewahrt, sollte in die Länge der Aufschlag zu trocken werden, so vergießt man vor zuerst gekochten wieder dazu, es sei, Bier, Milch, Brandwein oder Wasser, lasst es aber doch wieder aufkochen, dann der Vorschrift wieder nach gethan wie zuvor und öfters wiederholt. Dieser Aufschlag ist vorzüglich anwendbar, bei Weibspersonen, die wehe Brüste oder Verhärtungen in den Brüsten haben.
Der Aufschlag wird sogleich den Schmerz, benehmen und das Geschwür oder brennende Stelle erweichen und auch zugleich reif machen, zu Aufbrechen. Ist die schmerzhafte Stelle aufgebrochen, so wird doch der Aufschlag noch etlichemal aufgelegt, als dann wird das vorgeschriebene Pflaster auf die befehlerte Stelle, aufgelegt etliche Tage lang. Das Pflaster kann der Patient oder Patientin des Nachts auf die befehlerte Stelle auflegen, weil in der Nacht der Kräuter-Aufschlag zu verdrießlich ist zu erwärmen. Ist nun endlich das Pflaster auf der Öffnung etliche Tage aufgelegt worden, so wird ein Heilpflaster, aufgelegt, oder der im § 7 Seite 6 braunen Spiridus. Das Heilpflaster werde ich hinsetzen Welches in der Apotheke das sogenannte Mutterpflaster gefordert wird. Doch aber ein, häuslich Pflaster, welches besser ist werde ich dir hierher besser setzen. Nehme eine Hand voll frische Wachholderkern, stoße selbige zu Pulver, sie brauchen nicht alle, schwarz reif zu sein, selbige Kern werden nur ein wenig zerstoßen, jetzt wird 1/4 Pfd. Butter genommen und die Wachholderkern werden in einem Gußtigel ganz braun gebraden, dann durch ein lein Tuch durch gesipen, wenn selbiges geschehen, so werden 2 bis 3 Lth, gelb Wachs und 2 bis 3 Lth. Rindsongel und 1/2 Schoppen reinen Fischthran, alle vorstehende Theile werden zusammen noch etwas gekocht aber nicht lange, jetzt wird dieses Pflaster in einen steinern Topf gethan, mit Papier oder Blase zugebunden. Zugebunden und zum Gebrauch aufbewahrt. Dieses Pflaster ist auch sehr anwendbar, wenn sich Jemand verbrand hat. Hat sich Jemand verbrand, so wird zuerst der braune Spiridus Pag. 7 Seite 6 mit angefeuchtem Lein Läppchen aufgelegt, dann die verbranden Golzen oder Blasen aufgeschnitten, dann noch etliche mal den Spiridus auf die Brandstelle aufgegossen, alsdann die Salbe oder Pflaster auf Papier von einer Zeitung oder Kalender-Papier gestrichen und auf die Wunde aufgelegt, der Brand wird bald heil sein.

Pag.: 15
Brandsalben zu machen. 1.te Salbe.

Nehme vor 2 kr. Bleiweis, vor 4 kr. Silberglitt, vor 4kr. Golddlitt, 1/2 Schoppen Baumöhl Vorstehende Theile werden wohl mit einander vermischt, auf die gebrande Stelle mit einer Feder aufgeschmiert, dann zartes Papier oben erst übergelegt, es wird bald heil sein.
2. te Brandsalbe
Nehme aus der Apotheke 2 bis 3 Lth. oder, auf 6 -8 kr. Quittkern, schütte 1/2 Maas Wasser darauf, laß selbiges 24 Stunden stehen, weiche alte Lein Lappen in die Brüh, thu selbiges auf die verbrannte Wunde und wiederhole es öfters.
3.te Brandsalbe
Nehme von jungen Linden oder Linden-Äste, mache die äußeren Bäune oder Schaale ab, nim die neuere Schaale, schabe sie von dem Holz ab, schütte milch warm Wasser darauf, laß es etliche Stunden ausziehen, als dann wird ein Lappen gedungt und wie bei dem Quittwasser verfahren.
4.te Salbe.
Dieses ist die beste und vorzüglichste und heilet am besten unter allen Brandsalben. Nehme gedörrten Speck, schneide ihn an Krieben thue ihn in eine Pfanne, brate ihn gut aus schütte das gebratene Fett auf kaltes Wasser, wenn es geronnen ist, wieder vom Wasser abgenommen und noch einmal gebraten, wieder auf kaltes Wasser geschüttet, dass es wieder rinnt, nims Wasser ab und thue es in ein Töpfchen.
2.tens Nehme die obere Kruste von einem Laib Brod, lege selbiges auf ein Kohlenfeuer, brenn die Kruste, dass sie sich
Zu einem Pulver stößt, stoße sie so fein, als du es bringen kannst, nun nehme einen Bogen Papier, steche mit einer Nadel in das Papier, dass es viele Löcher gleich einem Siebe gibt, schütte das zerstoßene Pulver portionsweise darauf schüttle es durch, auf ein anderes Papier nehme das grobe, stoße es nochmals, dass sich's durch schüttelt, verwahre es am Trockenen. Hat sich nun jemand verbrannt, so schneide Gleich die Blasen ab, wenn's brennen geschehen ist, nun mache den ausgeleuterten Speck wieder auf dem Ofen dünn, nehme eine Feder und schmiere die verbrannte Stelle wohl ein, wenn solches geschehen ist, so streue das Pulver auf die Wunde und lege dann zartes altes Lein Papier Über die Wunde, ehe du ein Lein Band anlegst. Man sieht nun Täglich 2 mal nach der Wunde, wo nun die Wunde naß ist, wird jedesmal das Fett warm gemacht, und mit der Feder auftröpfeln lassen, aber ja nicht mit der Feder auf der Wunde gestrichen, dann wird wieder neu Pulver auf die Wunde gestreut, wo das Pulver trocken bleibt, da ist der Brand schon heil und die trockene Krust wird sich hernach schon ganz abheben und thut nur das erste mal weh und nicht wieder. Die Salbe ist zwar verdrießlich,weil sieh schwarz macht, allein aber sie ist die beste unter allen zu heilen. Bei der Kuhr hat man keine Schwulst oder Rooß zu befürchten.

Pag.: 16
Ein geschwindes für einen Reisenden der Golzen oder Blasen an den Füßen hat.

Nehme des Abends zartes altes Lein, weiche es in schwarzer Dinte, lege es auf die Blasen, des anderen Morgens sind die Blasen fort und der Reisende kann gut gehen.

Pag.: 17
Ein geschwindes Heilmittel, wenn ein Fußgänger oder Reiter, zwischen den Schenkel oder Säckel sich wund gegangen oder geritten.

Der nehme das weise Moos, das an den Schwarzdornen od. Schlehendornen wächst, setze sich nieder als wenn er Seine Notdurft verrichten wollte, thue das Moos zwischen beide Schenkel, stehe er auf oder lege er sich, bis 2 Stunden, die Person kann wieder wandern, des Abends thue dasselbige wieder, des Morgens wird alles heil sein, ist gewiß.

Pag.: 18
Für den Bandwurm abzutreiben.

1. Nehme aus der Apotheke, Mildes sals, sauer Quecksilber 1 nes Krubel, gebrandes Hirschhorn, Zinnober, von jedem 10 Gran vermischt zu 12 Pulver eingeteilt.
2. Süßmantelöhl 2 Unzer, Berberizen -Bierensirup 2 Unzer
3. Farrenkrautwurzel 1 Quint, Galappenwurzel 1/2 qu Kaltenbrenndicktenkraut 1/2 Quint, schwarz gebrand Halfenbein 1/2 qu vermischt zu 3 Pulver eingeteilt.

Behandlung.

Der Patient ist bis 3 Tage vor dem einnehmen leichte Suppe, noch besser Gemüse von braunem Kiehl oder im Frühjahr die Kiehlsprossen im Gemüs gekocht aus dem Garten, nimm des Morgens früh ein Pulver von dem schwarzen mit dem Berberizen= birnsirup ein, 2 Stunden darnach wird von dem rothen Pulver eins mit der süß Mantelöhl eingenommen 2-3 Stunden danach wird wieder von dem schwarzen Pulver mit dem Sirup eingenommen, nachdem wird alle 3 -4 Stunden jedesmal ein Pulver von dem rothen mit der Süßmantelöhl eingenommen sollte der Patient viel matt und schwach werden, so kann eine Weinsuppe oder ein Glas Wein genossen werden. Sollte der Wurm den ersten Tag nicht fortgehen, so wird den anderen Morgen früh, das dritte schwarze Pulver mit dem Sirup
Sirup eingenommen und dann zu alle 2-3 Stunden darnach jedesmal ein Pulver von dem rothen Süßmantelöhl eingenommen. Der Patient muß aber wohl acht haben und an einen alleinigen Ort gehen, dass er sich, wenn der Wurm fortgeht, helfen kann. Ist der Wurm sehr lang, so muß er mit einem Läppchen ganz leise angepackt werden und fein geholfen, dass er ganz fort geht, habe es vielfältig probiert ist probatum.

Pag.. 19
Recept für die Warzen bei Menschen und Vieh

Nehme aus der Apotheke 2 Lth, ganzen Salmijak schütte 1/2 oder einen ganzen Schoppen guten Weinessig darauf, wasche täglich öfters die Warzen, sie sind bald fort.

Pag.: 20
Beschreibung des Krebses an einem Menschen

Es gibt wenige Menschen, welche den Krebs heilen können, es sei dann, der Krebs Fleischtheile an einem Menschen, sowie an dem Mund, dass der Krebs alsdann von einem verständigen Artzte geschnitten wird. Die Operation des Krebses ist aber auch sehr wichtig, denn wenn der Artzt, von der Krebsschärfe so viel man nur mit einem Vergrößerungsglas erkennen kann zurück lässt, so stellt sich der Krebs wieder ein. Der Arzt versichert sich zwar, die zurückgebliebenen Schärfe des Krebses werde der Heilader durch die Heilkuhr reinigen, welches auch geschehen kann. Sollte aber bei der Heilkuhr der Arzt oder der Patient saumhaft sein

Und nach der Heilkuhr, der Krebs sich wieder zu einem Ausbruch ereignen, so ist aber die Heilkuhr viel bedeutender als das erste mal vor der ersten Operation. Ich beneine das Alles, weil der Krebs auf eine andere Regel mäßiger und Wissenschaftlicher geheilt kann werden. Ich rede hier von dem wahren Grund der Heilkuhr des Krebses und lege Beweis vor, dass es wahr sey.

Der Krebs ist auf mancherlei Art.

  1. Es gibt Menschen die an der oberen oder unteren Löfze des Mundes einen Knoten haben, welcher keine Bedeutung hat. Ist aber der Knoten blau oder die Farbe wird roth, so Brauche wie du lesen wirst.
  2. Es bekommt ein Mensch an den Mund oderNase wie eine Warze und sieht blau oder roth, so schreite ebenfalls zu den vorgeschriebenen Mitteln, welche du beim Nachsuchen finden wirst
  3. Ist eine Schronne oder wie ein Schnitt an der Mundlöfze und blutet bisweilen, oder ist wie eine bekannte Warze, oder die Naselöfze ist weh und wässert viel, so schreite zu den Heilmittel.
  4. Hat der Mensch äußerlich einen Krebs oder Knollen an dem Backen und ist hart bis in Die Zahnlade und ganz weis fest, so kann man es nicht Krebs nenen, sondern man nennt solches eine Zahnfistel. Ist die Verhärtung oder Knolle in dem Mund, so heißt es ebenfalls eine Zahn oder Mundfistel, das auch gemeinlich von Zahnweh herrührt.Die Fistel bildet in die Länge ein Geschwir es sei auswendig oder in dem Mund, welches unausbleiblich ist.
  5. Der Mensch hat Knollen an dem Hals auch hinter den Ohren, dieses sind Friesen, sie sind manchmal von Bedeutung, manchmal auch nicht aber die Friesen und Fisteln, werden nicht Krebs genannt, wie manche Menschen glauben.
  6. Der Mensch bekommt ein Geschier in die Nase, das Gewächs zeigt sich beim Neulicht bis vollem Monde, bis vor die Nasenlötze auch manchmal rückwärts bis hinten in Hals, dieses Gewächs heißt man Nasepollippen. Die Heilkuhr wird der Leser finden.
  7. Der Mensch bekommt an dem Gesicht einen schärfigten Ausfluss der viel wässert,Und geht manchmal bis ins Haar auf den Kopf. Der Ausschlag ist bis weilen trocken, doch aber Gleich wieder flüssig. Selbiges wird Nutzflechten Genannt und ist kein Krebs, weder böser Grind wie manche Leute glauben.Es gibt auch weise Flechten die Menschen auf dem Kopf, Armen, Hände und Beinen haben wo man sagt, es sei böser Grind, nein dieses sind trockene Flechten. Die Heilkuhr wird folgen. Mein lieber Leser, mache dich mit all diesen vorgeschriebenen Theilen bekannt, und sehe dir die Sache und Fehler mit guter Bedacht und weiser Ueberlegung wohl ein, dass du nicht schlaft bei der Heilkuhr.
Ich werde dir die dazu erforderlichen Medigamenten Aufrichtig und getreulich mit Gottes Hilfe und Beistand an den Tag bringen.

§ 21
Die Heilkuhr des Krebses und Bekanntmachung der Kräuter, welche im Monat März, Juli auch August gesammelt werden.

1) Wird die blaue Akuley, 2) die wilde Salbey oder auch an vielen Orten Händleif genannt. 3)Die Truschelswurzel auch Kieferskraut oder auch Hauslauch genannt,selbiges Kraut lässt sich aber nicht trocknen weil es zu fett ist. Wenn alle Kräuter ihre gehörige Kraft behalten sollen so müssen sie am Schatten auf einem luftigen Speicher getrocknet werden.

Heilkuhr

Diese Kräuter, welche vorgeschrieben, wird von jedem Kraut 77 Blätter wenn es noch Grün ist abgebrochen und auf einem Papier oder sonst was, gut getrocknet, dass sich's zu einem Pulver zerreibt. Man kann auch 3-6 Theile der Blätter beisammen trocknen, theile es hernach wenn's zu Pulver gemacht ist, in so manche Portion wieder ein, jede Portion wird zu 3 Theile wieder eingetheilt. Der Patient nimmt den ersten Freitag im neuen Licht eine Portion im Wasser ein. Die zweite Portion nimmt der Patient den Freitag im ersten Viertel ein. Und die 3 te den Freitag im Vollmonde, aber Morgens früh nüchtern mit Wasser, sey aber darauf bedacht, wenn der Krebs noch nicht gegossen hat, so wird der Krebs sich bald verlieren. Ist der Krebs aber schon Dass er zum Aufbruch oder Ausguß geeignet ist, so nehme geschwind das Pulver ein, so wird er bald aus sein. Erschrecke aber nicht dabei, fahre Vorschriftsmäßig so fort und sei nicht bange dabei. Dabei lasse den Patient von den bekannten Kräutern Thee trinken, dass das Blut gehörig gereinigt wird.
Die äußerliche Heilkuhr besteht in folgenden Theilen und wird behandelt wie folgt:
Hat der Krebs gegossen so reinige ihn mit dem Spiridus § 7 Seite 6 täglich 2 bis 4 mal. Nun weiter zur Sache: Gehe auf den Abdruck Wasen oder zu dem Wasenmeister, hole oder bestelle dir von einem Pferd unten den Huf oder zu einem Schmied der Pferde beschlägt die Hornspäne, es darf aber von keinem Ochsen Hornspän darunter sein, darum ist es Besser man geht auf den Abdruck= Wasen oder zum Abdruckmeister, so ist man des Pferdehufs gewiß, dieses Hufshorn brenn auf einem Kohlfeuer, dass sich bekanntes Horn zu einem Pulver stößt: Wenn du das Pulver glaubst fein genug zu haben, so verfeinere es wie zu Seite 32 zu sehen ist. Vorstehendes Pulver mache dir vorrätig, wenn es erforderlich ist, dass du es dann hast, verwahre es an einem trockenen Ort. Das beste verwahren ist in einem steinern Krug, doch aber den Krug wohl mit einem Papier verwahrt. Die Anwendung oder Gebrauch des Pulvers. Hat der Krebs gegossen Oder ist schon fressend, so säubere die Wunde mit dem Spiridus Pag. 7 Seite 6 wenn selbiges geschehen ist, so streue das Pulver auf die Wunde, lege dann über das übergestreute Pulver der Krebswunde dünn geschnittenen Speck, von einem Schwein und behandele die Wunde täglich 2 bis 3 mal auf vorschriftsmäßige Art. Aber die Reinlichkeit bei der Wunde ist die halbe Heilkuhr. Sollte aber der Labl bei einer Weibsperson eintreten und sollte an die Brüste den Brustkrebs bekommen, wo man glaubt, die Brust müsste abgesetzt werden, wie auch schon öfters geschehen ist, da alsdann die Patientin in einen elenden Tod gefallen ist.
Darum rate ich dir, sehe die Kuhr für eine sehr wichtige Bedeutung an und gebrauche wie vorgeschrieben, du wirst die Heilkuhr des Krebses mit der Hülfe Gottes spiri heilen und die Herrn Ärzte werden nichts dagegen einzuwenden haben. Halte dieses Buch für dich und und deine Familie in Ehren, denn diese Kunst wird nicht auf Universitäten studiert.

Pag. : 22
Die Heilkuhr der Flechten.

Die Heilkuhr der Flechten besteht darin,
1. In Reinigung des Bluts
2. In äußerlicher Heilkuhr

Das Blut zu reinigen besteht aus 2 Mitteln, das erste ist ein Pulver genannt Krämer-Dattery 6 Lth, dass zweite besteht aus einem Thee u. wird verfertigt 1 Sterngleberkraut oder auch Waldmeister auch Waldmännchen genannt, welches man nicht in der Apotheke zu kaufen brauch da wir in hiesiger Gegend in alle geheegten hohe Buchenwaldungen das Kraut im Überfluß hat dieses Sterngleberkraut, wird mit Melissen vermischt und täglich 2 mal an Thee getrunken. Das Pulver Krämer-Dattry wird ebenfalls täglich 2 mal mit einer Messerspitze voll in Wasser eingenommen.

Äußerliche Kuhr

Täglich wäscht sich der Patient etlichemal Mit Molken von saurer Milch, ist selbiges Geschehen, so wascht der Patient die befehlerte Stelle mit dem Spiridus § 7 Seite 6 u.s.f Die Flechten werden bald geheilt sein.

Pag. : 23
Die Heilkuhr der Polippen in der Nase.

Die Polippen werden auf folgende Art geheilt:
1. Der Patient halte sich ein zartes Schwämmchen, tröpfelt täglich öfters von dem Spiridus § 7 darauf, schnupft selbigen in die Nase und wenn's möglich ist Stöpfchen von dem Schwämmchen abgeschnitten mit dem Spiridus befeuchtet und die Naseöffnung eingestopft, 2. Dabei wird des Tags ein Pulver geschnupft, das Pulver ist folgendes :
Krämer-Dattry 4 Lth. weise Vitryol 4 Lth. fein zerrieben vermischt.

Behandlung

Das Pulver wird Portionsweise in eine Tose gethan, dann täglich öfters wie ein Schnupfer in die Nase gezogen. Die Polippe wird abnehmen und vergehen, welches auch der Patient gleich einsehen wird u. sollte es auch 1/2 oder ein ganzes Jahr sein und das ohne Schmerzen.

§. 24
Heilkuhr der Triesen am Hals u.s.w.

An den Triesen ist nicht viel zu heilen als dieses sie können erweicht werden. Zuerst werden die Triesen täglich mit warmer Molke gewaschen, wenn solches geschehen, so werden sie mit der vorgeschriebenen Salbe eingeschmiert und wohl eingerieben, diese Salbe ist folgende:

Recept

1/4 Lth. Altebutter, 2 Lth. Lawendelöhl, 2 Lth. Quendelöhl dieses vermischt.
Sollte aber die Triese eine starke Verhärtung, so wird ein Pflaster des Nachts aufgelegt, dieses ist folgendes, gedoppelt Dealetums -Pflaster, das Pflaster wird auf zartes Leder gestrichen und auf die Triesen aufgelegt, man kann das erste gestrichene Pflaster 2-4 Tage liegen lassen, alsdann mit der Salbe wieder etliche Tage eingeschmiert, die Triesen werden vergehen. Sollten aber die Triesen zum Aufbruch kommen so wird der Spiridus von ( § 7 Nr. 6 ) mit zarten Lein Lappen angefeucht, auf die Wunde täglich 2 mal frisch aufgelegt und ein Heftpflaster oben Über gelegt und so fort.

Pag.: 25 Etliche Stücke der Simpati.

Vor das Auslaufen bei einem Stück Vieh. Spreche folgende Worte dreimal :
Qualster und Brester unter welchem Glied, du bist, wohl unter der Zunge, wohl unter der Lunge, wohl zwischen der Haut, wohl zwischen dem Fleisch, da ich Armer wohl nichts von dir weiß. Im Namen Gottes des Vaters des Sohnes und des heiligen Geistes, Amen. Herr Jesu, Amen
Vor die Schweine wann sie die Bräune haben, oder die Rangenkrankheit, so menge Korn in das Kreuz mit deinen Händen und spreche folgende Worte dreimal ; dann das Glauben Gott Vater zuletzt gesprochen wie folgt: Sende, Borendo, die hüten ihre Schweine da kam St.Petrus und Fabelus und sprach: hütet ihr all hier eure Schweine, ja sie kränkeln und kreuchen uns sehr, sie wollen gesegnet sein, so nehme Winterfrucht und segne sie. Von den Rangen, von den Zwangen, vor dem Herdbrand, vom kalten Brand, vor die Brich und böse Mängel. Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes pp
Vor dem Rothlauf und kalten Brand spreche Ich ging durch einen grünen Wald, da stand ein Stock der brand, da nahm ich meine rechte Hand und tödtete damit den Rothlaufbrand oder kalten Brand. Im Namen Gottes. pp
Vor einem Ochsen anzufahren, 3 mal: Bläß trage dein Joch mit Geduld u. Gelassen= heit, so wie unser Heiland sein Kreuz getragen hat. Im Namen Gottes des Vaters, pp
Wenn ein Mensch das Fieber hat, so spreche folgende Worte dreimal dabei, nehme Salz laß es ins Wasser hinter dir her fallen. Hier saee ich diesen Saamen in 77 lei Fieberwaan Sie sollen aus meinen Gliedem bleiben bis ich Den Saamen wieder thu schneiden. Im Namen Gottes, pp
Für das schwellend Gicht sprech also : Bekehre mich Herr, so wird ich bekehrt, heilige mich, so wird ich heilig, hilf mir Herr, so ist mir geholfen. Ich glaube an Gott Vater u.s.w. Im Namen Gottes, pp

§ 26
Wenn einem Menschen der Stuhlgang nicht will

Nehme aus der Apotheke vor 2 kr. Rosenw, vor 2 kr. Weinstein vor 1 kr. Lorbeerblätter, vor 1 kr. Anis, diese Theile werden durcheinander vermischt und getrunken mit einem Esslöffel voll, alle 2 Stunden alsdann, alsdann wird der Patient Oeffnung bekommen.

§ 27
Wenn sich ein Mensch eine Flexe oder Ader ausgesprengt hat, so brauche wie folgt. Eine starke Wallnuß dick Wachs, einen Esslöffel voll etwas gestoßenen Wachholderkern

In einem Eßlöffel voll Butter braun gebraden durch ein Lein Läppchen durchgesieben, das Wachs zerschnitten, einer Haselnuß dick zerrieben Kampfer, 1/4 Schoppen Fischthran, alle vorstehende Theile, werden in einem Töpfchen etwas kochen lassen, dann Pflasterweis auf die schmerzhafte Stelle aufgelegt bis zur Heilung. Sollte aber die Verhärtung tief im Brand liegen, so wird wechselweis ein Kräuteraufschlag gemacht, welcher besteht wie folgt. Eine Handvoll Beyfuß, eine Handvoll weise Will, Eine Handvoll Quendeln, Eine Handvoll wilde Salbey, vorstehende Kräuter werden von der harten Stengel abgestreift, dann die Kräuter fein zerschnitten oder zerhackt dann eine Handvoll davon genommen Und ein Stück Brod dadurch gerieben, selbiges Mit halb Wasser u. Brandwein in ein Töpfchen zu einem Brey gekocht, dann so warm es zu=leiden, Pflasterweis auf die schmerzhafte Stelle aufgelegt, täglich öfters wiederholt.
Der Schmerz wird bald gehoben sein.

Pag.: 28
Wenn ein Mensch das Wasser geladen hat.

Krämmer Dattry vor 4 kr., Senetblätter vor 6 kr.
Behandlung der Kuhr

Es wird täglich 2 mal ein gutes Pötchen voll Petersilie sammt der Wurzel und 1/2 Esslöffel voll zerstoßnen Wachholder-Kern jedes mal mit 4 bis 5 Tassen Wasser gekocht ohne Milch getrunken, Zucker kann genommen werde.
Das vorgeschriebene Pulver und Senetblätter Wird zu 3 Theile eingeteilt, jeder Iheil wird in ein Läppchen von Lein eingebunden, das mit 1/2 Maas Wasser und 1/4 Pfd. Potasche und Zucker gekocht oder versüßt und den Bauch gebunden.

Pag.: 29
Für einen Gliedschwamm zu heilen.

Man wasche zuerst den beschwerten Ort des Gliedschwamms mit warmer Molke von saurer Milch, wenn solches geschehen, so schmiere den Gliedschwamm mit nachbeschriebenen Schmier in dem Töpfchen wohl ein, lege als dann das nachgeschriebene Pflaster auf die befehlerte Stelle auf, laß das Pflaster liegen, so lang es liegen will, dann wasche wieder mit Molke ein u. schmiere wieder mit dem Schmier aus dem Töpfchen etliche Tage lang. Alsdann lege das Pflaster wieder etliche Tage Auf und so wechselt fort gebraucht, der Schwamm wird bald heil sein.

Recept der Salbe.

3 Lth. Altebutter, 2 Lth. Lavendelöhl, 2 Lth. Quendelöhl vermischt.

Pflaster
Gedoppelt Teatlumspflaster, oder Gumypflaster genannt.

Pag.: 30

Kropfhälse zu vertreiben oder dicke Hälse

Gebrauche die Richtigkeit der Heilkuhr in vorigem Pagna auf eben die Art u. Weise. Dabei muß aber bei der Kropfkuhr ein innerlich Mittel gebraucht werden, weches Besteht wie folgt:

Recept

Krämer-Dattry 4 Lth. gebrander Seeschwam 4 Lth. untereinander vermischt, vorstehendes Pulver wird Morgens nüchtern und Abends zu Schlafenzeit jedes mal eine Messerspitze voll mit Wasser eingenommen u. so fort.

Pag.: 31
Den bösen Erbgrint auf den Köpfen Der Kinder zu vertreiben, ohne alle Schmerzen

Der böse Erbgrint ist zu erkennen :
Man rupfe geschwind ein wenig Haar aus so wird unten an den Haaren ein weiser Saft sein mit einem schwarzen Stöppchen, als wie an einer Schweinbörste, so hast du die Überzeugung, dass es der böse Krint sei.

Man hat des bösen Krintes auf zweirecht. Man hat weißgelben trockenen Krint, der ganz löchericht ist, wie Bienrosen man hat auch Erbkrint der immer naß ist, selbiger Krint wird Flußkrint genannt, bei dem Flußkrint sind die Haare jederzeit moosigt, bei dem trocknen jederzeit stumpf und heiß trockner weiser Erbkrint. Die Köpfe werden zuerst mit ungesalzener Butter wohl eingeschmiert, die Köpfe nach dem Einschmieren mit einem alten Tuch wohl zugebunden, des Morgens wird ein Kamm genommen und der Krint abgekämmt, wenn selbiges geschehen, so wird der Kopf mit saurer Molke von sauerer Milch wohl gewaschen und ist dieses geschehen so werden die Köpfe mit dem Spiridus Pag. 7 Nr.6 wohl gewaschen, selbiges täglich 3 bis 4 mal, dabei werden die Köpfe einen Tag um den Anderen mit Bucheckernfett eingeschmiert unter das Bucheckerfett wird jedes mal etwas Pechöhl oder Tannenzapföhl auch Kinnöhl genannt vermischt, den Kopf öfters täglich damit eingeschmiert.
Bei dieser Kuhr ist das Fünffingerhutkraut Und das Kräutchen Fleiß gar anwendbar. pp =( pro petito oder etc = et cetera )

Pag. :32
Für wehe Brustwarzen bei Weibspersonen.

Nehme aus der Apotheke Arabisch Gummy- Pulver 1 Lth, streue es auf die Warzen sie werden bald heil sein.
Sind aber tiefe Schronne, so nehme dazu den Balsamgrofe - Sian, tröpfe mit einem Federchen, Schmiere erst und streue dann vorstehendes Pulver Darauf, kaufe das Balsamgrofe - Sian vor 12 kr.

Pag.: 33
Von der monatlichen Reinigung der Weibspersonen

Wenn bei einer Weibsperson, die Monats-Reinigung allzustarken Abgang hat, oder das Blut bei einer Weibsperson die frisch entbunden ist, wo manche Person den Tod über leiden muß, so gehe geschwind zu der Apotheke und hole 2 Lth. Hallers sauer. Man nimmt 1/4 Schoppen Wasser und einen Esslöffel voll zerriebenen Weisen Zucker, in das Glas mit dem weisen Zucker und Wasser tröpfele von dem Hallers= sauer 40,50,60,70,80, bis 100 Tropfen darin und laß die Kindbetterin alle 3 Stunden einnehmen, es wird bald geholfen sein.

Die Hebamme sowie die Herrn Ärzte nehmen ein Tuch, weichen es in kaltem Wasser, legen selbiges der Kindbetterin auf den Leib und wiederholen solches, welches aber sehr nachtheilig ist und gemeiniglich eine Baufältigkeit oder sogar den Tod verursacht.

Pag.: 34

Wenn bei einer Weibsperson die Monats= Reinigung nicht gehörig Abgang hat.

Sie kann auch zu unrichtiger Zeit abgehen oder auch beständig abgeht, oder die Reinigung ihre gehörige Farbe nicht hat und sieht wie Fleisch= sulfer aus oder die Reinigung weiser Fluß genannt wird. Der weise Fluß, macht das Weib manchmal wund und kann in heißen Sonnentagen nicht gut gehen und mattet das Weib so ab, dass es nicht zum Aushalten ist, desgleichen thut auch der immerwährende Fluß eine Abspannung des Körpers. Dieser ganzer Fehler liegt in der Unreilichkeit des Blutes, allwo zuerst der Muttermund in einer ruhender Verschleimung ist und ebenfalls die Harnblase viel kriest oder Salpeter bei sich hat, so muß vor allen Dingen, der Muttermund und Harnblase gereinigt werden. In der Ruhezeit muß sich das Weib vor stark gesalzenen Speisen warnen, Als vor getrocknetem Fleisch, Sauerkraut, Käse, frischem Brod und Kuchen, wo Häfe drinn ist. Rindfleisch und Rindfleischsuppe, Kaffe u. Butterbrod können genossen werden, auch gestampfte Kartoffel während der Ruhezeit.
1 / Die Patientin trinkt 8 Tage lang einen guten Kräuterthee, welcher besteht wie folgt :
Eine Handvoll Beyfuß, eine Handvoll wilder Salbey, zwei Handvoll Petersielie , sammt der Wurzel, binde vorstehende Kräuter durcheinander zerschnitten oder zerhackt dann jedesmal eine gute Poth voll auf 5 bis 6 Tassen Wasser gekocht, ohne Milch getrunken. Zucker kann genommen werden.
2 / Es wird eine Blutreinigung verfertigt wie folgt. : Vor 6 kr. Rebarber, vor 2 kr. Franzosenholz, vor 2 kr. Rothsandelholz Vor 2 kr. Klaprosen, vor 2 kr. Salmiak, vor 2 kr. Lorbeeren, selbiges vermischt. Zu vorstehenden Theile 3 Schoppen Brandwein oder weisen Wein gethan und 1/4 weise Zucker vorstehende Theile werden so lange wie die 8 Tage der Thee getrunken an der Sonne oder warmen Ofen disteliert, durch ein reines Tuch durch gesiepen, in Bouteillen gethan oder in einen Krug, dann täglich die Patienten 3 bis 4 Gläschen, das Gläschen von einem guten Esslöffel voll einnehmen lassen, dazu Kann die Patientin ein Butterbrod essen, wann sie will. Diese Blutreinigung kann eine schwangere Person sich stellen und kann in der Schwangerschaft, in und nach der Entbindung täglich 2 bis 3 Gläschen einnehmen, jedes Gläschen von einem guten Esslöffel voll, So wird sich die Person gut u. gehörig reinigen und sich gar wohl darauf befinden und die Milch wird sehr gesund für das Kind sein und das Mutterpech wird durch die reine Milch, das Kind gehörig mit reinigen.

Pag.: 35
Eine Blutreinigung welche auch Magen Mixdur heißen mag:

Selbiges ist sehr gut bei Weibspersonen, welche stark mit Mutterkrämpfe behaftet sind desgleichen bei Mannspersonen die viel mit Aufblähn oder Störung thun haben. Recept : Vor 6 kr. Rabarber, vor 4 kr. Näglein, vor 2 kr. Atfigbirn, 2 kr. Kalmus, 2 kr. Bibernellwurzel, 2 kr. Ganze Lorbirnkirn 4 kr. Enzijanwurzel, dieses vermischt.

Behandlung

Vorstehende Theile werden mit einer Maas Fruchtbrandwein oder einer Maas weisen Wein und 1/2 Pfd. Weisen Zucker zusamen in Einen oder zu 2 steineren Krüge aufgesetzt 14 Tage an der Sonne oder Ofen distielieren lassen, abgesiepen und in verwahrte Krüge gethan, mit einem gute Stopfen versehen sobald der Mensch was auf solche Art in Leibe oder Brust spührt, so gehe zugleich zu dem Krug schütle sich 2 Eßlöffel voll, darnach der Mensch alt oder auch stark ist, es wird bald geholfen sein. Sollte es aber wohl Kolika sein, so wird sogleich 1/2 Maas süße Milch auf 1/4 Pfd. Butter sie mach gesalzen sein oder nicht, Selbiges zusamen gekocht und dann so warm Getrunken als man es leiden kann, der Schmerz wird bald gehoben sein.

Pag. :36
Für die Halsbräue bei dem Menschen.

Lege den Hals samt der Brust in geschorene Wolle von einem Schaf ganz dick ein, ferner: Nehme eine Hand voll deutsche Kamille und eine Hand voll wilde Salbey mische den Thee durcheinander, koche selbiges und lasse den Patient öfters trinken, die Bräue wird bald gehoben sein. Noch kannst du 1/2 Schoppen süße Milch mit einem Löffel voll Bienenhonig Kochen. Alsdann trinken, so warm es zu leiden ist. Doch aber muß der Patient im Bette oder warmer Stube bleiben.

Pag.: 37
Für die Himentzündung.

Nehme 4 bis 6 Pfd. Wachholderkern, stoße selbige zu Pulver, mische sie in einer Schüssel zu Teig mit gutem Weinessig und Fruchtbrandwein, schlage den Teig auf einen wollenen Lappen und lege ihn beiderseits an den Kopf, laß ihn Tag und Nacht liegen und gieße öfters Brandwein und Essig kalt über den Aufschlag. Sie wird bald gehoben sein, doch aber wechsle Mit dem Aufschlag, wo wieder neue Kraft u. Geist drengt.

Pag.:38
Für einen Salzfluß zu heilen.

Nehme das Pulver, das in Pag : 21 steht, dieses Pulver kann auf einen Salzfluß oder auch sonst aufgestreut werden, die Behandlung wie bei der Krebskuhr wie in Pag. 21 steht, so wirst du den Salzfluß am besten heilen. Bei der äußerlichen Heilkuhr trinkt der Patient täglich der Vorschrift nach, den Thee der in Pag. 34 steht. 2 tens die Blutreinigung die in Pag. 35 steht. Sind es aufgebrochene Beine So kann der Patient wöchentlich 2 mal in ein Molkenbad die Beine setzen, dass die Beine wieder gereinigt werden und die Wunde ebenfalls. Ist die Wunde an einem Arm oder anderswo, so wird das Molke Ganz warm gemacht, dann einen wollenen Lappen, darin gedungt und die befehlerte Stelle gereinigt, nach dem reinigen verbunden. Sollte die Molkekuhr, dem Patient viele Schmerzen machen, da sei du der Arzt kaltes Bluts, denn Böses muß Böses vertreiben.

Pag.: 39
Mittel für eine Gliederverrenkung, welches durch einen Fall, Sturz od. Schlag entstanden ist.

Setze das ausgewichene Glied wieder gehörig ein, wenn's erforderlich ist, so lege eine Binde an. Ist es aber eine Quetschung des Fleisches, so bedarf es keiner Binde, als nur ein Tuch umgebunden.

Heilkuhr. man nimt eine Hand voll Salz 1/2 Maas Wasser, lässt das Salz schmelzen, schüttet einen Schoppen oder 1/2 Maas Weinessig desgleichen einen Schoppen Brandwein, weicht altes zartes Lein darin und legt einer naß gedungte Lappen auf, so wird der Fehler bald gehoben sein, Sollte wohl eine Verhärtung bleiben, oder eine Steifigkeit, so nehme Kampfer Spiridus und Salmiak vermischt und rettle Ihn jedes mal auf und wasche die befehlerte Stelle damit, so wird die Steifigkeit bald gehoben sein oder nehme den Spiridus wie in, oder in Pag. 10 steht, so wird es bald sicher geschwind geheilt sein.

Pag.: 40
Wenn ein Mensch die Urin nicht gut lassen kann

Nehme Petersilie sammt der Wurzel, eine Hand= voll etwas zerstoßnen Wachholderkern beides zusammen gekocht mit erforderlichem Wasser dann täglich wie Thee, öfters getrunken, sollte dieses nicht gleich gehörig wirken, so wird sogleich etliche Händevoll rohe Hafer vom Speicher in einer Pfanne oder eisernem Topf braun gebraden, dann in einem Tuch oder Säckelchen so wann es zu leiden ist auf den Unterleib gelegt, den Aufschlag öfters wiederholt, der Patient wird sogleich den Urin ohne Schmerzen lassen können, doch aber der Patient trinkt noch den vor- geschriebenen Thee etliche Tage so fort Bis sich die Krämpfe ganz gelegt haben und auch der Salpeter aus der Urinblase fortgetrieben ist. Sollte aber der Patient mehrmals oder öfters mit dem Fehler behaftet gewesen sein, so könnte der Salpeter oder Geistrinnen und einen Stein bilden, welches leicht zu befürchten ist, so behalte sich der Patient einen Aufsatz wo er Morgens nichtern und Abends zu Schlafenszeit jedesmal ein Gläschen von 1/4 Schoppen von trinken könne. Der Aufsatz ist folgender :
1/2 Loth ganzen Rebarber 1/2 Loth, 1/2 Lth Meerettigwurzel, 1 Lth. Petersilienwurzel, 3 Lth, etwas zerquetschte Wachholderbeeren, 1/2 Lth. Goldwurzel. Behandlung. Vorstehende Theile werden mit drei Schoppen rothen Wein aufgesetzt, man kann auch Wenn solches zu bitter ist 1/4 oder 1/2 Pfd, weisen Zucker dazu nehmen und in einen steinernen Krug distlieren lassen, dann in etlichen Tagen Vorschriftsmäßig Gebrauch davon machen. Der Patient wird alsdann in keiner Gefahr vorm Stein sein.

Pag.: 41
Für die Kallpiß.

Nehme einen Schoppen rothen Wein, einen Esslöffel voll gemahlenes eichen Gerberholz koche den Wein mit dem Loh in einem irdenen oder steinernen Topf, laß selbiges zugedeckt etwas ausziehen, seyhe den Wein von dem Loh ab, nehme 1/2 Lth. Kienaurinde , koche selbige Kienaurinde und den abgesiepnen Wein noch mal aber zugedeckt und acht gehabt vor das Überkochen, dann wieder ausziehen lassen bis es kalt ist, abgesiepen und in eine Bouteille gethan, dann der Patient alle Stundet ein Gläschen voll von einem Esslöffel voll stark eingenommen, der Patient wird bald gesund sein.

Pag.: 42
Ein Mittel wann einer Weibsperson die Mutter oder Mutterball zu Tag geht.

So nehme einen Mutterring, Welcher das Beste ist. Der Mutterball oder beiderseitiger, spitziger Mutterkranz, beides ist ungewiß, aber der Mutterring, ist probatum, mache den Mutterring auf folgende Art:
Man nimmt ein Fischbein setzt selbiges rund zusammen auf eine Art wie Einen Reif an einem Besen, bewickele den Ring mit fein gehächeltem feinen Flachs dass der Ring so dick ist wie eine gute Pfeifenstängel, hast du den Ring so, so nehme gelb Wachs, schmelze es und lege den Ring darin, nehme ihn wieder heraus, nehme Fett und bestreiche den Ring und arbeite den Ring so lange in den Händen, bis der Ring ganz glatt ist gebe den Ring der Patienti ab. Wenn nun der Mutterball vor oder in die Geburtstheile ein oder vorgetretten ist so legt sich der Patient auf ein Bett aber mit dem Kopf etwas tief und mit den Beinen und Knien in die Höhe nimt ein Lein Läppchen, weicht selbiges in warmer Milch oder warm Wasser, drückt den Mutterball bei sich, alsdann nimmt sie den Ring und thut desgleichen. Sie steht auf und kann gehen und arbeiten über sich wie sie will es wird alles gut bleiben.
Sollte aber der Ring zu klein sein und wieder von selbst fortgehen bei dem Niederkauchen so muß so lange ein größerer gemacht werden bis er passend ist und nicht von selbst wieder fortgeht, so wird die Patientin gehen u. arbeiten können wie sie will.
Sollte aber die Patientin in eine Schwangerschaft gedeihn, so muß sie ja bedacht sein, sobald sie Spuren davon hat, dass sowohl die Entbindungszeit nahe sey, den Ring wieder abzuthun, sonst könnte sie einen sehr unglücklichen Tod bekommen, lieber acht 14 Tage den Ring vor der Entbindung Von sich abgethan und sich von Heben und Gehen lieber in acht genommen, als eine Minute zu lange da gelassen. Es ist zu erinnern wann die Person ihre Monats-Reinigung gehabt hat, so wird der Ring weggenommen und in frischem Wasser abgesäubert und dann wieder beigethan, ohne dem ist es gut, wenn der Ring alle 8 bis 14 Tage abgesäubert und bei warmen Sonnentage alle 2 bis 3 Tage gesäubert mit sauberem Wasser und dann wieder beigethan. Kommt der Ring in 1/2 oder wohl gar in einem Jahr nicht weg, so ist das zu befürchten, dass der Mutterring den Hals zu fest gepackt hat u. durch die verschleimte Theile und durch die Unreinlichkeit der Ring festwachsen kann und der Patientin beim Gehen, Sitzen nachtheilig sein kann.

Pag.: 43
Für die fallende Krankheit.

Gehe zur Apotheke fordre das Gallers Sauer, dass in Pag. 33 steht, gebrauche es wie in selbigen Pag beschrieben ist. 2 tens noch ein Pulver des Morgens eingenommen, wenn es sein kann auch zur Schlafenszeit jedesmal mit einer guten Messerspitze voll mit Wasser eigenommen.
Recept: 1/2 Lth. Elents-klaue Pulver 1/2 Lth 1 Horns-Pulver 1 Lth. Markgrafe-Pulver 1 Lth zerstoßene Austerschaalen vermischt. Ist aber die Krankheit an einem Kinde so wird das mit weisem Zucker versüßt noch besser aber bei einem Kinde, wenn das Pulver mit Berbenrizen Birn Spiridus eingegeben wird. Also 4 Lth. Berbenrizen-Birn=Spiridus.

Pag.: 44
Der Feideltanz.

Recept : 2 Lth. Lomranzensaft 2 Lth. Wermuthssaft 2 Lth. Hofmanstropfen 4 Lth. Gallers sauer.
Pulver : Elents-klauen-pulver 1/2 Lth., Einhornspulver, Markgrafen-pulver 1/2 Lth., gestoßene Austerschaalen 1/2 Lth., Krämer Dattry 1 Lth.
Behandlung: Die Myxdur wird Morgens nüchtern und Abends zur Schlafenszeit darauf der Mensch alt oder stak ist, mit 25 - 60 Tropfen mit Wasser eingenommen. Das Pulver wird Morgens 9 oder 10 Uhr und des Abends 4 -6 Uhr jedesmal mit einer Messerspitze voll, mit Wasser Und dem Spiridus Pag 43 eingenommen das Gallers-sauer, wird täglich eingenommen wie in Pag 33 steht. Es wird bald helfen.

Pag.: 45
Für die Fisteln oder Speckbäulen.

Es sind Knoten in dem Fleisch am Backen Oder im Gesichte. Kaufe in der Apotheke 8 kr. Gellstein schneide ein Stück ab, einer Linse groß, thue es auf den Knoten, lege dann ein Heftpflaster drüber, es wird bald Öffnung gefressen haben. Thue selbiges nochmals und beim wieder hinweg nehmen drücke an dem Knoten, es wird eine Wicke heraus kommen, nun schwillt der Ort gern auf und wird feuerroth. Es ist aber nicht gefährlich.

Lege zum heilen eine Wicke von zartem Lein auf die Wunde, befeuchte sie mit dem Spiridus der in Pag 7 steht, lege ein Pflästerchen über zum heften. Sollte wohl Rothlauf wie man sagt sich Weigern, so gebrauche ein Hausmittel. Brate Hafermehl braun, nehme Fischthran Rühre einen steifen Teig, lege ihn warm auf, es wird bald heil sein.

Pag.: 46
Für die Hühneraugen od. Lichdern zu vertreiben

Schneide das Harte vom Dern ab und Streiche nachfolgende Salbe auf einem Lappen und lege sie darauf.
4 kr, dick Terpendien, 2 kr, spanische Seife Schabe die spanische Seife unter das Terbendien, rühre es wohl, mache es auf die Hühneraugen, wie vorgeschrieben ist.

Pag.: 47
Für ein wehes Auge bei einem Stück Vieh, worin es gehauen, gestochen, geschlagen ist.

Verfertige folgende Salbe: Vor 6 kr. Grünspan, zerreibe ihn auf einem feinen Reibeisen zu einem feinen Pulver, brate Butter braun, seyhe sie durch ein Läppchen auf den zerriebenen Grünspan, dann thue einen Löffel voll reinen Fischthran dazu, rühre beide Theile wohl durcheinander thue alsdann dem Thier täglich 2 mal jedesmal einer Bohne dick in das befehlerte Auge, wenn's erforderlich ist täglich 3 mal, fahre damit fort, bis das Auge vollkommen heil ist.

Pag.: 48
Vor schmerzhafte und hitzige Augen bei Menschen und Vieh. 1 tes Mittel.

Recept : Vor 6 kr. Gabandisch Wasser 6 kr. Kampferspiridus zusammen vermischt. Behandlung. Es werden Lein Läppchen doppelt zusammen gelegt und das oben beschriebene Wasser wohl aufgerittelt, die Lein Läppchen damit befeuchtet und auf die schmerzhafte Augen gelegt, öfters wiederholt, dieses Wasser kann in die Augen kommen es ist nicht scharf.

2 tes Mittel : Man reibt eine gelbe Rübe wie eine Kartoffel, legt mit einem Lein= Läppchen das Gerieb pflasterweis auf das schmerzhafte Aug und öfters wiederholt. Man wasche die Augen nicht mit kaltem Wasser, sondern mit gekochter Milch.
3 tes Mittel : Roth Augenix vor 10 kr. Behandlung: Es wird in beide Ecken des weisen Auges einer Linz dick eingestrichen und über dem Augendeckel einer Erbse dick selbiges täglich 3 mal.
Sollten die Augen noch nicht bald besser oder heil werden, so wird ein Blasen oder Zugpflaster hinter die Ohren gelegt, genannt spanisches Mückenpflaster es wird auch an den Arin vorne nach der Hand auf die Puls 1/4 Krone groß aufgelegt, dass die Schärfe der Augen Herunter zieht die Blasen aufgeschnitten, nehme Pflaster aufgelegt einen Tag, dann einen ungesalzen Butterlappen oder ein Riemschenblatt oder ein Kohlblatt zum Ausziehen der Wunde täglich 2 frische aufgelegt dabei wird täglich Petersielie gekocht Thee getrunken ohne Milch, Zucker kann genommen werden. Bei Ermangelung der Petersielie wird in der Apotheke vor 6 kr. oder 8 kr. Krämer-Dattry gelangt, davon dem Patient täglich 2 bis 3 mal jedesmal eine Messerspitze voll mit Wasser oder Thee eingegeben. Sollte es ein Kind sein und das Pulver sei nicht einzubringen, so wird ein Schoppen süßer Milch mit einem starken Zuckerlöffel voll von dem Pulver mit der Milch gekocht, dann das Kind täglich das Molken trinken lassen, die Hotten der Milch können mit genossen werden.

Vorstehender Thee oder Pulver führet die Schärfe des Blutes durch die Urin ab.
4 tes Mittel
1/2 Quint Obigums tinoktur, 1 Lth. Fenchelwasser 2 Lth. Rosenwasser, zusammen vermischt.

Behandlung
Die vermischten Theile werden jedesmal aufgeschüttelt, dann mit einer Feder in das Aug und oben über den Augendeckel täglich öfters gestrichen.
Will das alles nicht recht wirken, so hat man Folgendes für wehe Augen.
5 tes Mittel
Vor 6 kr. Weiskopferrauch, der Weiskopfer- rauch wird mit 1/4 auch 1/2 Schoppen weichen Bachwasser aufgelößt in ein Glas gethan Am warmen stehen lassen, dann täglich mit einem Damit befeuchtetem lein Läppchen die Augen Gewaschen und des Nachts das befeuchtete Läppchen auf die Augen aufgebunden und so fort bis die Augen gut sein.

Pag.: 49
Für den Husten oder eine Beklemmte Brust bei Erwachsenen und Kinder.

Mache die Medezin aber selbst, so wirst du sie wohlfeil haben und kannst dir sie besser machen, als du sie in der Apotheke haben kannst. Vor 2 kr. Anis, vor 2 kr, isländisch Moos 1/4 braune Kandis oder auf das gemeine Wort genannt brauner Brustzucker. Das isländisch Moos ist das Buchenlungenkraut, das in hohen Waldungen an den Buchen u. Eichen wächst, welches Jedem bekannt ist, sondere selbiges Moos und schneide es etwas klein zusammen, nehme als dann 2 Eßlöffel voll davon und 2 Eßlöffel voll von dem vorstehenden Zucker, einen schwachen Esslöffel voll von dem Anis, koche selbiges mit 1/2 Maas Wein in einem irdenen Topf so lange bis zu einem 6/4 Schoppen dass von der halben Maas Wein 1/4 Schoppen verkocht ist als dann warm durch ein Lein Läppchen durchgesiepen als dann der Patient warm u. kalt trinken lassen der Husten wird bald gehoben sein. Sollte es aber vor einen oder den Anderen zu süß sein, so wird jedesmal etliche Tropfen guter Weinessig zu der einnehmenden Portion vermischt eingenommen, die Portion ist jedes mal ein guter Esslöffel voll in ein Wein oder Brandweingläschen eingeschenkt, so ist es anständiger zum einnehmen als in einem Löffel.

Ist erstern Portion all, so wird die 2 te neu ver- fertigt, der Husten wird bald gehoben sein. Ist es bei einem Menschen ein Schwindsichtiger Husten so bediene sich der Mensch folgendes zum Trank
so wird er besser Hilfe spüren. Man nimmt 2 bis 3 Eßlöffel voll geschälte Gerste eine starke halbe Maas Wasser, lässt selbiges etwas kochen schüttet die Brieh ab, verrührt unter die Brieh einen Löffel voll Bienenhonig, schüttet etwas guten Weinessig dazu bis zu einem schmackhaften Tranke kann der Patient kalt oder warm trinken nach seinem Belieben. Ist es ein Kind das die sprechende Zergliederung nicht sagen kann, dass es Durst Hat, so sei der umgehende der Kranken auf- merksam und behandele den Patient wie geschrieben ist, es wird die anwendbarste Kuhr sein. Der Essig darf aber doch nicht zu viel genommen werden, denn der Essig reizt ebenfalls zum Husten.

Der Essig dient nur blos für den Appetit für die Lieblinge. Man kann auch dabei einen Kräuterthee wechselweis trinken, wie folgt:
Eine Handvoll Sternleberkraut, eine Handvoll Berberzahn, vor 2 kr. Altewurzel vermischt. Vormittags und Nachmittags wird jedes mal ein Pötchen voll mit einem Schoppen Wasser etwa Gekocht, dann nach und nach getrunken. Man kann sich auch des Meerzwiebelsaftes bedienen Vor 6 kr. Meerzwiebelsaft selbiges alle 3 Stunden jedesmal mit 20 bis 35 Tropfen mit Thee oder Wasser eingeben, welches bei Kindern sehr anwendbar ist und vertreibt den Husten der sich bei Kindern durch etwas Verkältung gar leicht ereignet, so kann der Meerzwiebelsaft bei Kindern sogleich angewendet werden doch aber sind alle vorgeschriebenen Theile des Hustens bei Kindern wie auch bei Alten ebenfalls der Vorschrift nach zu gebrauchen, sogar bei Kindbetterinnen ohne Missbrauch und Angst zu empfehlen, es wird die beste Dienste thun und der Patient wird rühmlich davon sprechen. Es ist dabei zu erinnern, dass bei einem schwindsüchtigen oder auszehrenden Menschen das Buche Lungenkraut nicht verwendbar ist, sondern nur das an Eichen wächst, wobei ich dich hernach besser aufmerksam machen will.

Pag.:50
Für den Krint der sogenante Krätz.

1 te Salbe
Wenn jemand den Krätz bekommt, so schmier sich ja Niemand beim Neulicht, sondern bei vollem Monde oder abnehmendem Licht, bei dem Neulicht treibt man den Krätz in das Geblüt zurück und bekommt daher bei jedem Neulicht frischen Krätzeausschlag, der Patient trinkt jeden Abend im Neulicht vor Schlafenszeit etliche Tassen Kamillenthee, damit der Krätz recht in die äußeren Theile heraus kommt, dann wie schon geschrieben, bei vollem Monde oder abnehmend. Licht etliche Abende am warmen, den ganzen Körper eingeschmiert mit folgender Salbe: Vor 4 kr. Minchhafer, vor 6 kr. braunen Vievat.
Behandlung
Man lässt ein 1/4 Pfd, schweine Schmalz in einen irdenen Topf zergehen, schabt den braunen Vievat durch den Schmalz, lässt ihn ebenfals zergehen, thut alsdann den Minchhafer dadurch rührt es wohl durcheinander, schmiert alsdann etliche Abend alle Gelenke am menschlichen Körper einer Bohne dick wohl ein, wascht nachgehende das Bett und Hemd auch die Lein Kleider und den Körper mit warm Wasser noch besser Mit Molken von saurer Milch aber warm, der Krätz wird bald geheilt sein, und man ruht fein.
2 te Salbe
Man nimmt die Wurzel vom Kraut Ochsenzunge es wird aber auch an vielen Orten wilder Pferd genannt oder auch Schößchen, es ist Kraut das viel tausend im Felde in der Frucht wächst, es wächst mit einem hohen Stängel und bekommt oben an der Stängel den Samen, hat lange Blätter, es wird ebenfalls auch Kindblätterkraut genannt die Blätter werden auch zum Abkühlen bei Salzwunden oder zu sonstigem schärfigem Ausschlag Aufgelegt. Man nimt die Wurzel schabt sie fein und nimt dazu die äußerste Bäune von dem Hühnerkirschenholz nimt schweine Schmalz, oder bei Ermangelung dieses, nimt man süßen Schmand, kocht selbiges zusammen sieDt es durch und schmiert den ganzen Körper oder die Gelenke etliche Abend nacheinander.

Pag.: 51
Ein gutes Heilpflaster zu machen.

Man nimt 1/4 Pfd. Butter sie mag gesalzen sein Oder nicht, nimmt dazu einen guten Esslöffel voll weise Wachholderkern aber etwas zerstoßen bräd selbiges wohl zusammen in einem Tiegel oder Pfanne, bis es braun ist, seyhe es alsdann durch in lein Läppchen durch, nehme dann dazu 2 Lth, zerschnitten gelb Wachs und 3 Lth. Rinds oder Hirsch innschlitt 1 Lth, fein gerieben weisen Kampfer 1/2 Schoppen reinen Fischthran 2 Lth, dick Terbedien

Behandlung

Wenn die Wachholderkern mit der Butter nach Vorschrift gebraden sind, so können alle Vorstehende Theile zusammen in einen Tiegel dann auf den Ofen oder gelinden Kohlfeuer gekocht aber nicht lange, alsdann in steinerne Töpfcher gethan und wenn's kalt ist mit Blasen oder Papier zugebunden zum Aufbewahren, dieses Pflaster kann man auf alle Wunden, auch auf wehe Brüste thun und ist heilbar vorzüglich.

Pag.: 52
Eine vorzügliche Blutreinigung zu machen.

Diese Blutreinigung kann am besten im Frühjahr verfertigt werden. Sie ist anwendbar bei der Schwindsucht und bei der Taarsucht auch bei einem Menschen der unreines verkältetes Geblüt bei sich hat oder einen schwachen Magen oder einen verschleimten Magen hat, auch bei Weibspersonen, welche sich in ihrer Monatsreinigung erkältet oder erschreckt oder sich durch plötzliche Argemiß ihre Reinigung verstockt haben und also zurück bleibt, welches sich gewöhnlich mit Reißen in den Beinen zeigt, Oder sich das Geblüt auf die Brust setzt. Sie ist auch anwendbar bei Kindbetterinen, welche oben zu gemeldete Zufälle haben in den Wochen des Kindbettes und also das Geblüt bei ihnen zurück bleibt. Diese Blutreinigung wird verfertigt wie folgt:
Nehme 3 bis 4 Hände voll Brunnengresse sammt der Wurzel, schneide den Brunnengreß kurz wie Salat nehme 1/2 Pfd, weisen Zucker reibe oder stoße selbigen fein kurz, mache selbiges in ein steinernes buttergefäß ein, auf eine Art, wie man Sauer- Kraut einmacht, da der Brunnengreß das Kraut und der Zucker, das Salz ist, beschwere es ebenfalls mit etlichen reine Bachsteine gerade wie man Sauerkraut einmacht, wenn selbiges geschehen so schütte ein Maas weisen Wein darauf binde dann den Topf mit einem starken Papier oben wohl zu, dass kein Geist heraus kommt, setze alsdann den Topf in den Keller, thue äußerlich Um den Topf Kellersand oder Kellererde, laß den Topf 14 Tage oder 3 bis 4 Wochen, so in dem Keller stehen, alsdann seyhe die Brieh in ein Bouteille oder in einem sauberen Sauerwasserkrug verwahre es mit einem Korken wohl, laß den Patient täglich 3 Gläschen jedes Gläschen von 2 Eßlöffel voll einnehmen. Man kann sich auch etliche Maas vorräthig machen, wenn ein Mann die Geldauslage zu dem Wein und Gurken hat, es wird alle Medizinen aus der Apotheke für oben beschriebene Fehler übertreffen und ist dabei ein appedittliche Medizin dabei ist aber sehr gut, wenn auf den Tag ein Kräuterthee dabei getrunken wird. Der Thee besteht wie folgt:
Eine Handvoll Masliebchen sammt dem Kraut ausge= stochen, eine Handvoll Ehrenpreis, eine Handvoll Schafrippe, eine Handvoll Leberzahn; oder Gulden- Kettenkraut, oder Schmadblumen od. Butterblumen genannt. Vorstehende Kräuter getrocknet es kann auch anstatt des Leberzahns oder Guldenkettenkraut Genannt, Brommbeerblätter genommen werden, durcheinander vermischt etwas zerschnitten, dann Morgens und Abends ein Pötchen voll mit 4 bis 5 Tassen Wasser gekocht und nach und nach getrunken, aber ohne Milch, Zucker kann genommen werden.

Pag.:53
Für das Nasenbluten und das Blutspeien.

So gebrauche wie folgt: Kaufe in der Apotheke 1 Lth. Hellerssauer, davon nimt der Patient täglich, Morgens und Abends jedesmal 25-30-40-50-60 Tropfen jedes mal mit 1/4 Schoppen Wasser und Esslöffel voll zerrieben weisen Zucker zusammen vermischt ein, will selbiges nicht gleich helfen, so nehme einen Schoppen Bienenhonig und 1/2 Schoppen reinen Weinessig, koche selbiges in einem irdenen Töpfchen durcheinander, als dann nehme jedesmal alle 3 Stunden einen guten Esslöffel voll davon ein, so wird das Blutspeien bald ein Ende nehmen. Bei einer Brustkrankheit darf es nicht so stark gebraucht werden.

§ 54
Für Schwulst oder eine Verbällte Hand, auch eine Schärfe die in dem Blut liegt und sehr schmerzt, oder will in Brand übergehen.

So gebrauche zuerst wie folgt, welches man Hausmittel nennt und öfters viel besser ist, als in der Apotheke. Nehme einen guten Löffel voll schweine Schmalz 1/2 Maas Bier, koche selbiges, weiche einen Lappen darin und lege Es auf die schmerzhafte Stelle, wiederhole es öfters , gibt sich der Schmerz, so fahre fort bis die Sache heil ist. Sollte selbiges aber nicht gehörig wirken, so nehme die unterste vom Holunder schabe sie ab, koche selbige in Schmalz und Bier, drücke die Brieh aus, binde sie warm auf die schmerzhafte Stelle, will der Fehler das gekochte nicht leiden, so nehme die Holunderbeune brade sie in Butter und Fischthran bei Ermangelung des Fischthrans in schweine Schmalz dann, so warm es zu leiden ist, auf die schmerzhafte Stelle aufgebunden, vorstehender Aufschlag kann sich Anfangs auf eine Weibsbrust aufgelegt werden, wenn eine Weibsperson in strenger Luft gewesen ist und der Rothlauf in die Brust geschlagen ist, es wird gleich helfen.

§ 55
Einen gelinden Aufschlag zu machen auf eine Weibsbrust, welche mit einem Geschwür behaftet dass selbiges in geschwinden Aufbruch kommt

Nehme Weisbrod reibe es, nehme vor 6 kr. Safran, theile das wenig Safran in 3 Theile, nehme 1 Iheil und das Weisbrod, koche selbiges zu einem Brey mit Milch, lege mit einem Lappen den gekochten Brey so warm es zu leiden ist, auf das Geschwür zum Erweichen und zum Aufgehen, gibt es wieder neue Schmerzen, so ist der Aufschlag kalt und wird wieder frisch erwärmt und wieder aufgelegt, so wird der Schmerz gleich wieder gemildert sein. Will es sich zum Aufbruch nicht schicken, so nehme eine Zwiebel Klopfe sie an Muß, koche mit dem 2 ten oder 3 ten Brey, so wird das Geschwür bald auf sein, ist es auf, so nehme ein Pflaster, alsdann zum heilen.

§ 56
Für das Gicht oder rehomadisches Geblüt

Nehme täglich drei bis vier mal, jedesmal einen guten Zuckerlöffel voll von dem weisen Senftsaarnen ein oder bei Ermangelung des Saamens, Senftmehl mit Wasser, ist es im Sommer, so lege dich mit dem blecken Körper in grünes Birkenlaub, des andern Abends in Erlenlaub, das Laub muß aber von den Streuchern abgestreift werden, wenn kein Ihau oder Regen auf dem Laub ist, man kann sich auch etliche Stunden des Tages in das Laub legen, in dem Laub wo man aber einmal drinn gelege hat, darf man sich hernach nicht wieder hinein legen, sondern es muß allemal wieder frisch Laub sein. Wenn der Patient nun aus dem Laub ist Schmiert er sich die Gelenke mit folgender Salbe :
Vor 4 kr. Altbutter, 4 kr. Lawendelöhl, vor 4 kr.Quendelöhl vor 4 kr. Gliederöhl vermischt oder mit folgenden Spiridus : vor 6 kr. Gliederöhl, vor 6 kr. Johannisöhl, vor 6 kr. Kampfer-Spiridus , vor 4 kr. Salmiak-Spiridus vermischt :

Behandlung

Vorstehender Spiridus wird jedes mal aufgeschüttelt und in die Gelenke eingeschmiert. Ferner:
Liegt das rehomatische Geblüt oder gichtiges Geblüt an einem Arm oder beiden Armen oder in einem Bein oder in beiden Beinen, so kaufe dir ein Wachstuch und zwar grün oder wie man sagt eine grüne Wachstafel und umwickele damit die schmerzhaften Theile des Körpers, denn das Wachstuch hält die Schweißlöcher des Körpers auf, dabei zieht es auch das Gift des Blutes an sich und ist sehr anwendbar. Ferner ist zu bemerken der Patient nimt jeden Abend vor Schlafenszeit Ein Pulver mit Wasser ein, das Pulver ist folgendes:
Krämer-Dattry 3 Lth., gestoßen Gichtkörner 3 Lth. vorstehendes Pulver wird jeden Abend eine gute Messerspitze voll mit Wasser eingenommen. Ferner. Es wird von den Tannen vorne der Knopf der Tanne gesammelt, die Knöpfe die das andere Jahr wieder den Wachsthum oder den Schuß thun, diese Knöpfe jedesmal mit einem Löffel voll mit 4-5 Tassen Wasser gekocht, täglich getrunken. Wenn sich die Schmerzen gelegt haben, so laß dir dann aber doch Schröpfen, wenn es die Statur verleiht. Aber in den Schmerzen laß dir ja nicht schröpfen weder auf das schmerzhafte Glied Blutigel noch Blasenpflaster setzen oder den sogenannten Bergerthran trinken, verbleibe bei dem wie angerathen und vorgeschrieben steht, du wirst dich von selber Überzeugen, dass die Krankheit von Grund aus geheilt ist.

Ich erinnere dich aber vorzüglich, wende dich ja nicht zu einem Segesprecher, der das Gicht verplaudern will, selbiges ist Betrug und du wirst den Gicht immer behalten.

§ 57
Für einen tollen Hundsbiss.

So gebrauche wie folgt:
Eisenkraut, Tausend-Guldenkraut, Salbey, Schmalenwegerigt, Beyfuß, Stauten, Johanniskraut Nägelfüß, Batonigen, Rothe-Eichigen-Wurzel, in gleichen Portionen pulverirt täglich 4-5 mal eine Messerspitze voll mit Wasser eingegeben, dabei kann man der Kräuter kochen und die Wunde damit auswaschen, ist gut.

Ferner
Baldrian-Wurzel, weiser Biebernell-Wurzel Petersieliensaamen, mache es zu Pulver gebe es jedesmal Morgens nichtern und Abends 1 Quint mit Wasser ein, so wird der verunglückte Mensch aus aller Gefahr sein.

§ 58
Für das Zahnweh zu stillen.

Nehme 6 Pfefferkern 3-4 Gewürz-Nägelein stoße sie zu Pulver binde es in ein rein Läppchen weiche das Läppchen in Terpentinöhl leg das Läppchen in den Mund auf den schmerzhaften Zahn, er wird gleich aufhören wehe zu thun, laß aber das Wasser aus dem Munde heraus laufen
Ferner, man kann auch 10 bis 12 Tropfen Baumöhl ins Ohr der schmerzhaften Seite eintröpfeln lassen und ein wenig Baumwolle ins Ohr thun, dass die Luft nicht in das Ohr geht, der Schmerz wird bald gehoben sein.

§ 59
Ein gutes Recept für das Gehör.
Eine Salbe zu machen:

Nehme 3 bis 4 Krebse stoße oder klopfe selbige zu einem Brey, nehme einen schwachen Esslöffel voll zerstoßnen Wachholderkern etwas grünes Korn oder des feren Schnittlauch. Vorstehende Theile werden zusammen in Einen Topf gethan mit 1/4 Pfund Butter oder schweinen Schmalz auf dem Ofen oder gelinden Kohlfeuer gekocht, dann durch ein lein Läppchen durchgesiepen in ein Töpfchen gethan, dann einer Erbse dick in beide Ohren, aus Baumwolle gestrichen eingestopft, des Morgens heraus genommen und auf den Tag trockene Baumwolle In beide Ohren gethan, dass die strenge Luft nicht in die Ohren zieht.

Ferner

Eine Handvoll weise Will, eine Handvoll Beyfuß, eine Handvoll Quendeln, eine Handvoll Hopfen oder wilden Salbey. Vorstehende Kräuter zerschneide dann Abends vor Schlafengehen ein Pötchen voll mit einem Schoppen Wasser zum kochen gebracht, dann einen Trichter umgewendet auf den Topf gesetzt, den Kopf mit einem Tuch umhangen, das Trichterrohr gewändt, dass der Schwarm der Kräuter in das Ohr zieht und dann Baumwolle in die Ohren setzen.

Ende, wollt ich schreiben.

Inhaltsverzeichnis

  • Parg. 1. Für Kofika und Mutterweh.
  • 2. Ein Pflaster auf alte Schäden u. machen.
  • 3. Eine grüne Salbe zu machen vor böse Geschwüre.
  • 4. Für den Stein bei einem Menschen, köstliches Recept .
  • 5. Ein Heilmittel für Milz u. Leberfäulniß .
  • 6. Für einen Fehler oder Bruch im Rücken, Mittel.
  • 7. Lein Läppchen als Verband.
  • 8. Für einen hitzigen Trank. Recept .
  • 9. Einen braunen Spiridus zu machen, für Wunden.
  • 10. Einen Speridus zu machen vor Verränkung und Quetschung.
  • 11. Einen gelb weisen heil Speridus zu machen.
  • 12. Ein vorzügliches Heftpflaster zu verfertigen .
  • 13. Für das Blutstillen so eine starke Ader zerhauen ist .
  • 14. Ein Pflaster zu machen, 1./ zum Erweichen 2./ zum Hervorziehen von Eider .
  • 15. Brandsalben zumachen, 1.te bis 4./ Salbe.
  • 16. Ein geschwindes für einen Reisenden, Golzen oder Blasen hat an den Füßen.
  • 17. Ein geschwindes Heilmittel für Fußgänger u. Reiter zwischen den Schenkel.
  • 18. Für den Bandwurm abzutreiben.
  • 19. Recept für die Warzen bei Menschen und Vieh.
  • 20. Beschreibung des Krebses an einem Menschen.
  • 21. Die Heilkuhr des Krebses und Behandlung der Kräuter. Zw. März bis August.
  • 22. Die Heilkuhr der Flechten.
  • 23. Die Heilkuhr der Polippen in der Nase.
  • 24. Heilkuhr der Triesen am Hals u.s.w.
  • 25. Eltliche Stücke der Simpati, vor das Auslaufen bei einem Stück Vieh.
  • 26. Wenn einem Menschen der Stuhlgang nicht will.
  • 27. Wenn sich ein Mensch eine Flexe oder Ader ausgesprengt hat.
  • 28. Wenn ein Mensch das Wasser geladen hat.
  • 29. Für einen Gliedschwamm zu heilen .
  • 30. Kröpfhälse zu vertreiben oder dicke Hälse
  • 31. Den bösen Erbkrint auf den Köpfen zu vertreiben ohne Schmerzen
  • 32. Für wehe Brustwarzen bei Weibspersonen .
  • 33. Von der monatlichen Reinigung der Weibspersonen
  • 34. Wenn bei einer Weibsperson die monatl. Reinigung nicht gehörig abgeht .
  • 35. Eine Blutreinigung welche auch Magen - Mixdur heißen mag
  • 36. Für die Halsbräue bei dem Menschen.
  • 37. Für die Hirnentzündung .
  • 38. Für einen Salzfluß zu heilen.
  • 39. Mittel für eine Gliederverränkung
  • 40. Wenn ein Mensch die Urin nicht gut lassen kam.
  • 41. Für die Kallpiß .
  • 42. Ein Mittel wann einer Weibsperson der Mutterball zu Tage geht
  • 43. Für die fallende Krankheit .
  • 44. Der Feideltanz.
  • 45. Für die Fisteln oder Speckbeulen .
  • 46. Für die Hühneraugen oder Lichdern zu vertreiben.
  • 47. Für ein wehes Auge bei einem Stück Vieh worin es gehauen ist.
  • 48. Vor schmerzhafte und hitzige Augen bei Menschen u. Vieh. 1. tes Mittel .
  • 49. Für den Husten oder eine Beklemmte Brust, bei Erwachsenen u Kindern.
  • 50. Für den Krint der sogenannte Krätz.
  • 51. Ein gutes Heilpflaster zu machen.
  • 52. Für vorzügliche Blutreinigung zu machen.
  • 53. Für das Nasenbluten und Blutspeien.
  • 54. Für Schwulst, verbällte Hand, Schärfe im Blut und Brand.
  • 55. Einen gelinden Aufchlag zu machen z.B. Weibsbrust.
  • 56. Für das Gicht und rehomadisches Geblüt
  • 57. Für einen tollen Hundsbiß .
  • 58. Für das Zahnweh zu stillen.
  • 59. Ein gutes Recept für das Gehöhr

Für Rezepte und Behandlungen, nachfolgende Pflanzen ....... Apotheke, sowie erforderliche Haushaltsgegenstände, nach der Nr. Tag. Rarg. oder §.
  • A / 2. Alaun, 49.^Anis, 8. Ahaberber, 35. Aftigbirn, 43, Austernschaale, 1. Achtsteinöhl.
  • 21. Akuley, 49. Alte-Wurzel.
  • B / 35.^Bibernell-Wurzel, Baumwolle, 52. Beune auch Baune ( Rinde ) 14.^Bier,
  • 56.^Birkenlaub, 52. Butterblumen, 4, Butter, 52.^Brommbeerblätter, 52.^Brunnenkresse,
  • 49. Buchenlungenkraut-Moos, 31. Bucheggernöhl-Fett, 18.^Berberizen-biern-sirup,
  • 57.^Baldrian-wurzel, 4.^Beyfuß, 6. Bilsenkraut, 1. Bernsteinöhl auch Achtsteinöhl,
  • 2. Bleiweis, 3. Baumöhl, 8. Brandwein, 14. Brod auch Weisbrod, 14. Blase v.Vieh,
  • 10. Boliß, 13.^Brennnessel, 49. Berberzahn, 57. Batonigen, 56.^Birkenlaub,
  • 11. Bouteille ( Flasche) 4.^Bienenhonig, 32. Balsamgrofe-Sian
  • E / 44. Einhornpulver, 57.^Eisenkraut, 43. Elendsklaue, 56. Erlenlaub, 8. Enzahan-Wurzel,
  • 52.^Ehrenpreis, 35.^Enzian-Wurzel, 37.^Essig ( Wein),
  • F / 31.^Fünffingerhutt-Kraut, 15. Feder z. streichen, 18. Farrenkraut, 14. Fischthran,
  • 48.^Fenchelwasser, 8. Franzusenholz, 31. Fleiß-Kräutchen, 14. Fungfern Wachs,
  • 42. Fischbein,
  • G / 2. Grünspan, 48. Gabendisch-Wasser, 40. Gold-Wurzel, 52. Guldenketten-Kraut,
  • 18. Galappen-Wurzel, 2. Galleney, 44. Gallers-sauer, 59. grünes Korn, 56. Gliederöhl,
  • 7.^Gerber-Loh (Eiche), 15. Goldglitt,
  • H / 43. Horns-Pulver, 44. Hofmanntropfen, 50. Hühnerkirchenhoz, 33. Hallers-sauer, 52.^Holunder
  • 18, Hirschhorn, 18. Halfenbein, 59.^Hopfen, 2. Harz (griechiches), 14. Hirschongel, 40. Hafer,
  • 21. Hornspän v. Pferd
  • J / 57.^Johanniskraut, 56. Johannisöhl,
  • K / 18. Kiehl (braun), 10. Kartoffel, 11. Kupferwasser, 14. Kalvonigum (grünes Harz)
  • 7. Kampfer, 5. Korinderkerne, 4.^Kamillenthee, 18. Kaltenbrenndicktenkraut,
  • 18. Kielsprossen, 14. Kienöhl (Tannenzapföhl), 22. Krämer-Dattry, 48.^Kohlblatt,
  • 35. Kalmus, 8. Klaprosen, 41. Kienau-Rinde, 18. Krubel, Krebse,
  • M / 43. Margrafe (Pulver), 17. Moos, 18. Mantelöhl, 1. Milch, 4. Molke, 7. Maßtik,
  • 4. Malvasminoris, 49.^Meerzwiebelsaft, 52. Masliebchen, 40.^Meerettigwurzel
  • 50. Minchhafer, 22.^Melissen
  • N / 13.^Nessel-samen-wurzel, 58. Nägelfuß-Nägelein,
  • 0 / 7. Obdelltup, 48. Obigums, 50.Ochsenzungenkraut,
  • P / 4. Petersilie, 7. Prosessiganum, 14. Pechöhl, 11. Pottasche, 10. Papier, Pfanne,
  • 21. Pferdehufhorn, 58. Pfefferkerne,
  • Q / 18. Quecksilber-sauer, 4.^Quendelöhl, 15. Quittkern,
  • R / 2. Rindsunschlitt (Fett), 26. ^Rosmarien, 48. Rosenwasser, 34. Rebarber,
  • 34. Rotsandelholz, 14. Rindsongel,
  • S / 50. Schmand, 4. ^Safran, 52. Schweineschmalz, 14. Spenad-Stolzfemrich-Hundszunge
  • 8. Santelholz, 4. Salbey-Händleif-Mirkenkraut, 2. Schweine-Speck, 2. Schmär,
  • 2. Silberglitt, 5. Speridus, 56. Senfsamen-mehl, 52.^Schafrippenkraut, 36. Schafwolle
  • 30. Seeschwamm-Schwamm Natur, Salz, 19. Salmiak, 59. Schnittlauch, Stopfen,
  • 57. Schmalenwegerigt, 28. Senetblätter, 10. Seife (Spanisch), 34. Salpeter-Geistrinnen
  • V / 23. Vitryol (weis), 50. Vievat (braun)
  • W / 2. Wasser, 4. Wein, 11. Weinessig, 14. weise Will-Wollkraut, 26. Weinstein, 2. Wachs,
  • 48. Weiskopferrauch, 5.^Wachholderbeeren, 14. Wachholderkern, 22.^Waldmeister-
  • Sterngleberkraut-Waldmännchen, 36. Wolle v. Schaaf, 44.^Wehrmuthsaft,
  • Z / 18.^Zinnober, 49. Zucker weiß u. braun Kandis auch Brustzucker, 5. Zinnkanne,
  • 5. Zimmetrinde
  • Alle Namen, welche dieses Zeichen ^ hinter der Pag. Nr.haben, werden auch in neueren Kräuterbüchem aufgeführt als Heilkräuter.

Grundriss der Genealogie .

Schlüssel zu alten und neuen Abkürzungen oder Kürzel der deutschen Schrift.

Fein und Apotheker-Gewichte:

  • 1 Gran = Grain = gr. = 0,0648 g. ( Gramm)
  • 1 Krubel = Scruble = s. = 20 gr. = 1,296 g.
  • 1 Pennyweigt = dwt = 24 gr. = 1,555 g.
  • 1 Dram = Drachmen dr. = 3 s. = 3,888 g.
  • 1 Unzer = Ounce oz = 8 dr. = 31,104 g.
  • 1 Pound = lb. = 12 oz = 0,373 kg (Kilogramm)
  • 1 Grain 1/12 Karat oder 51,8 -58,18 mg. = ( Milligramm )
Handelsgewichte , sind etwas anders !!!
  • 1 Dram = Drachmen dr. = 1,77 g. ( Gramm)
  • 1 Ounce = oz. = 16 dr. = 28,35 g.
  • 1 Pound = lb. = 16 oz. = 0,454 g.

Altdeutsche sehr kleine Mengengewichte.

(Definition, Bedeutung, Erklärung im Lexikon)

Alte Maße und Gewichte

Inhaltsverzeichnis
  • 1 Zählmaße
  • 2 Längen,
  • 3 Flächen
  • 4 Volumen
  • 5 Gewichte
  • 6 Weblinks

  • Alle Angaben orientieren sich an Deutschland des
  • 19.Jahrhunderts, vor allem an Preußen. Zwar
  • unterscheiden sich die Einheiten lokal und temporal
  • teils erheblich, aber die Beziehungen innerhalb
  • eines Systems ist einigermaßen konstant. Zur
  • Überwindung der lokalen Unterschiede vor allem
  • bei den Längenmaßen und Gewichten wurde
  • ausgehend von Frankreich (1/91) das metrische
  • System eingeführt. Das Pfund wurde erst im
  • Deutschen Zollverein 1858 auf 500 g festgelegt. Am
  • 20. Mai 1875 wurde von 17 Staaten die
  • Meterkonvention unterzeichnet.

  • siehe auch: Geschichte von Maßen und Gewichten,
  • Alte russische Maßeinheiten; Kulmische Maß,
  • Oletzkoische Maß, Magdeburger Maß, Preußische Maß.

Zählmaße

  • Decher 10 Stück
  • Dutzend 12 Stück
  • Mandel, malter 15 Stück
  • Schock 60 Stück = 5 Dutzend
  • Groß, Gross, Gros 144 Stück = Dutzend2
  • Maß 1728 Stück = Dutzends3 = Dutzend-Gros
  • Rieß 1000 Druckbogen (Stück)
  • Ballen Papier 10 Rieß

Siehe Zahlensysteme

 

Volumen

  • Stof, Quart 1,145 l
  • Maß, Maaß, Maas 4 Pintgen
  • 1 1/7 l
  • 1,5 l
  • 1,783 l (Rheinland)
  • Becher 4 Mäßger (Mäßgen,Mäßchen)
  • Metze 3 Stof = 3,435 l
  • Vlertel 4 Metzen = 13,74 l
  • 4 Maß
  • 3, 4 oder 12 Becher
  • Scheffel, Simber, 4 Viertel = 48 Stof = 54,961 l
  • Sümber, Sümmer (Preußen)
  • 40 Stof (ab (1750)
  • 103,985 l (Württemberg)
  • 222,357 l (Bayern)
  • Neuscheffel 50 l
  • Malter meist 12 Scheffel (Getreide)
  • 125-220 l
  • Wispel 24 Scheffel
  • Last 60 Scheffel
  • Tonne 100 Stof = 114,5 l (Bier)
  • Ohm 120 Quart= 120 Stof = 137,4 l (Branntwein)
  • 26 Viertel = 104 Maß = 1,374 hl (Preußen)
  • Steckkanne 16 Mingelen
  • Fass 229 l (Preußen)
  • Fuder 6 Ohm
  • 800-1000 l (e nach Region, Zeit und Ware)

Flächen

  • Acker zwischen 22 und 64 a
  • Quadratrute 14,185 m2 (Rheinland, Preußen)
  • 21,17 m2 (Köln)
  • 25 a (zw. 25 und 58 a schwankend) =
  • Morgen 0,25 ha (die mit einem Ochsen an einem
  • Vormittag pflügbare Fläche)
  • 180,00 Quadratruten = 25,5322 a
  • (Preußen, um 1900)
  • 150,00 Quadratruten = 31,76 a (Köln)
  • 384 Quadratruten = 31,52 a
  • (Württemberg)
  • 400 Quadratruten = 34,07 a (Bayern)
  • 400 Quadratruten = 36,00 a (Baden)
  • zw. 34,07 und 47 a (die von einem
  • Tagwerk Mann an einem Arbeitstag
  • abzumähende Wiesenfläche) (bayr.
  • Mannsmahd)
  • Haken 11,206 ha
  • 12,531 ha (Königsberg)
  • Hufe 30 Morgen
  • 7,6597 ha (Preußen vor 1753)
  • 17,3387 ha (Preußen)
  • 19,9 ha (Sachsen)
  • 23,9 ha (Franken)

Längen

  • Linie 1/10 Zoll oder
  • 1/12 Zoll = 2,179 mm
  • Finger 1/24 Elle = 172 Zoll
  • Zoll 1/12 Fuß = 12 Linien = 2,615 cm (Preußen)
  • Handbreit 1/6 Elle = 4 Zoll
  • Dezimalfuß 10 Zoll
  • Fuß, Schuh 1/2 Elle = 12 Zoll = 25-40 cm
  • 25,0 cm (Hessen)
  • 31,386 cm (Preußen)
  • 31,6 cm (Wien)
  • 32,5 cm (Paris)
  • 42,95 cm (Sachsen)
  • Spanne 1/2 Elle = 12 Zoll
  • Elle 2 Fuß
  • 54,73 cm (Frankfurt)
  • 57,31 cm (Hamburg kurz)
  • 58,09 cm (Oldenburg)
  • 66,67-66,69 cm (Preußen)
  • 68,77 cm (Hamburg lang)
  • 69,50 cm (Brabant)
  • 77.76-77,78 cm (Wien)
  • 83.30 cm (Bayern)
  • Klafter 3 Ellen
  • 1,88 m (Preußen)
  • Faden 6 Fuß (zur Tiefenmessung)
  • Rute, Ruthe 10 Fuß
  • 12 Fuß = 3,766 m (Preußen, Rheinland)
  • 15 Fuß (Oldenburg)
  • 16 Fuß = 4,67 m (Hannover)
  • 3,99 m (Hessen)
  • 4,60 m (Köln, bergisch)
  • Lachter 8 Spann = 80 Zoll (im Bergbau)
  • Meile 2000 Klafter = 12.000 Fuß
  • 24.000 Fuß
  • 7,42 km (deutsche geographische)
  • 7,5 km (Preußen)
  • Tagereise etwa 27 km - 36 km

Gewichte

  • Gran, Grän, Korn 16 Teile
  • 0,0166 g
  • 0,812 g (Gold und Silber)
  • 0,05 g (Edelsteine und Perlen)
  • ca. 0,06 g (Apotheke)
  • Karat 205,1 mg (jetzt 200 mg)
  • Unze 144 Karat
  • 2 Lot (Handel)
  • 28,35 g
  • 31,1 g
  • Hellergewicht
  • Pfenniggewicht 2 Hellergewichte
  • Quint, Quent, Quentchen 4 Pfenniggewichte
  • 3,65 g (von lat "Fünftel")
  • 1,67 g
  • Lot, Loth 4 Quentchen
  • 14,606 g (Preußen)
  • 16 Grän (Edelmetalle und Münzen)
  • Mark 16 Lot (Edelmetalle und Münzen bis 18?? )
  • 233,856 g (Köln)
  • Pfund 32 Lot = 16 Unzen
  • 30 Lot
  • 467,404 g (Preußen)
  • Stein 22-40 Pfund
  • Zentner 100 Pfund
  • 110 Pfund = 51,498 kg (Preußen)
  • Schiffpfund 3 Zentner = 20 Lispfund (Schiffsfrachten)
  • Schiffzentner 40 Zentner (Schiffsfrachten)

zurück zu den Gedichten      -      zurück zur Fortsetzungsgeschichte


home | blog alt-breitscheid
hausnamen || liste | karte | ansichten | flurnamen | familien |
geschichte || Geschichtstafel | chronik | karte | kriege | Höhlen | friedenszeit | ereignisse |
schulen || kirchweg | lick | neue schule | klassenfotos |
kirchen || evangel. | konfirmandenfotos | freie evangel. | katholische | pfarrer | kirchgeschichte | feg-entstehung | posaunen | kirchhof |
arbeit || rathaus | landwirtsch. | töpferei | haus | ton-ind. | post | a-dienst | bahn | verkehr | stein | wald | wirtschaften | arzt |
fritz philippi || fortsetzungsgeschichte | buch | über ihn | gedichte |
freie-zeit || vereine | feste | gedichte | spazieren | sport | feuerwehr | musik | hochzeiten | unbekannte Bilder
kinder || vor der schulzeit |

Hinweise zur Benutzung

höhle >
kontakt
anfahrt >
site map
download
impressum

Eine Gesellschaft hat keine Zukunft, wenn sie sich nicht an die Vergangenheit erinnert.
zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

Diese Seite "Alt-Breitscheid" wird von diesem Blog begleitet: http://altbreitscheid.wordpress.com/

Copyright 2008-14 G.Lingenberg.