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Im Schnee

   
                         Skilaufen                                      Skilaufen mit Pferd und Hund

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Schlittenfahren

Ende Oktober 1939. Außergewöhnliche Witterung.
Wegen der Nässe und Kälte im Oktober und dem Mangel an Arbeitskräften war die Kartoffelernte noch nicht beendigt, ja es hing auch hier und da noch Obst. Da setzte in der Nacht vom 27. zum 28. schon richtiger Winter ein mit Schnee und Kälte. Die Temperatur hielt sich etwas über 0 Grad. In Waldaubach fuhren die Kinder am Sonntag, dem 29. Oktober Schlitten. Der Schnee blieb über 8 Tage auf den Dächern und einzelnen Stellen der Landschaft liegen. (aus der Ortschronik)

Der Kriegswinter 1940 wird wegen seiner grimmigen Kälte unvergesslich sein.
Wenn wir abends verdunkelten und uns der letzte kalte Luftstrom entgegenschlug, dann mußten wir unserer Soldaten gedenken, die in Kälte und Schnee treue Wacht für uns hielten. - Am 26. Januar erschienen Panzertruppen aus Burg zu einer Übung in Breitscheid. Sie fuhren ihre Wagen in die Höfe, zwei der Fahrzeuge arbeiteten sich im tiefen Schnee auf die Pfarrwiese. Ein Panzerwagen hielt unter meinem Fenster. (aus der Ortschronik)

In diesem Winterhalbjahr 1940 tragen die Mädchen ganz kleidsame Hauben, auch die 19jährige Frau des Wachtmeisters Müller, die im Sportanzug auf der Hub Schneeschuhe lief. (aus der Ortschronik)

10. Januar 1942.
Die Unteroffizier-Vorschule zu Wetzlar wird in drei aufeinanderfolgenden Kursen für ihre Zöglinge auf der Hub eine Schulung im Schneeschuhlaufen abhalten. Eine Abteilung zählt etwa 150-180 Mann. Heute kommen die Ersten vom Erdbacher- und unserm Bahnhof hier an und ziehen singend mit Skiern auf der Schulter durchs Dorf.

Der Januar 1942 war kalt bis sehr kalt.
Im Dorf bis zu 19 Grad Kälte, auf der Hub noch darüber. Da wir jetzt "Sommerzeit" haben (in Gänsefüßchen!) und die Schulkinder um ½ 9 in der Schule sein müssen, so beginnt der Unterricht für sie ½ - 1 Stunde früher gegen die Normalzeit, und so haben auch sie die Härte der Zeit zu spüren. Wer die Bahn benutzt, muß auch eine Stunde früher das warme Bett verlassen. Die Milch wird noch im Dunkeln zur Mühle gebracht. Aber was bedeutet das alles gegen das furchtbare Erleben unserer Krieger in Rußland! Tag für Tag gedenken wir ihrer und hoffen und wünschen, daß die Kälte nachläßt. Umsonst! Am 25. Januar kommt noch starker Schneefall hinzu. Bis jetzt war nur eine dünne weiße Decke über die Erde bebreitet; Man sah im Feld die Furchen. An diesem Sonntag (25. Januar) mußte Dekan Brandenburger den Gottesdienst hier telephonisch absagen, weil er nicht durch den Schnee konnte. Am folgenden Tag hatte der Omnibus Schwierigkeiten oder blieb ganz aus. Der Balkanzug hatte starke Verspätung. Vom 31. Januar bis 5. Februar konnte der Omnibus überhaupt nicht kommen. Der Mühl-Bernhard (Thielmann) mußte die Post auf Schlitten mit seinem Pferde holen.

Am 2. Februar 1942 ging der erste große Schneepflug oder Bahnschlitten durch unser Dorf, um die Hauptstraße (Medenbacher Weg) passierbar zu machen, ein Bulldogg und zwei Doppelspänner davor. In meiner Jugendzeit kannte man nur das Schneeschöpfen; jedes Haus mußte eine Person dazu stellen. Später kam dann der einfache Schneepflug aus Bohlen auf, von einem Gespann gezogen.

Dringende Fahrten in diesem schneereichen Februar ließ der Fuhrmann Robert Thielmann mit seinem Franzosen ausführen. So mußte dieser auch manchmal unsern Arzt abholen, der seit ... wieder hier ist bei seiner Familie. Tagsüber ist er am Lazarett in Herborn tätig, abends ab 18 Uhr hat er hier Sprechstunde und macht danach Besuche im Dorf. (*) Vom März ab ist Dr. Seibel dauernd am Lazarett in Herborn tätig und Dr. Göbel vertritt ihn wieder hier.

Das Holzstellen ist natürlich bei diesem Schnee nicht möglich, und die Franzosen bei den Bauern haben nun wieder gute Tage. Sie versorgen den Stall, fahren die Kleinen zur "Kindertagesstätte (wie eine Aufschrift am Vereinshaus jetzt den Kindergarten bezeichnet) und machen andere Arbeiten für die Bauern. Oft sieht man sie zu mehreren zusammenstehen und plaudern, die Hände in den Taschen. Diesen Schneewinter in Deutschland werden sie nie vergessen.

Auch bei uns wird dieser 3. Kriegs-Nachwinter in besonderer Erinnerung bleiben. Hohe Schneehaufen haben sich bei den Häusern gebildet, die kurze Schlittenfahrten der Kleinen ermöglichen. Vögel kommen ins Dorf, die sich sonst nicht blicken ließen, wie z.B. der Eichelhäher (Marklof). Die Menschen auf den Dörfern haben aber nicht besonders zu klagen. Man wohnt warm und hat satt zu essen. An Brennstoff fehlt es auf den Dörfern nicht. In fast allen Häusern stehen moderne emaillierte Dauerbrandöfen.

Am 22. Februar 1942 letzter Dorfgemeinschaftsnachmittag der Wetzlarer Skifahrer. Die Jungschützen tranken Kaffee im Dorf und wurden dann von ihren Gastgebern zur Feier begleitet. Zum Abendessen kamen sie dann wieder mit zurück. Bei der Feier begrüßte unser Bürgermeister in Abwesenheit des Ortsgruppenleiters die Versammelten. Er wies u.a. darauf hin, daß der Westerwald wohl an große Schneemassen gewöhnt sei, diesmal sei es aber etwas ganz Außergewöhnliches. Er danke dem Herrn Hauptmann für die Bereitwilligkeit, die Jungschützen zum Schneeschöpfen zur Verfügung gestellt zu haben und freue sich, daß Breitscheid es wieder ein wenig habe gut machen können.
Der Hauptmann entgegnete u.a., die Zeit sei schwer, und auch in manche Familie hier sei großes Leid eingekehrt, trotzdem müßten wir immer wieder zeigen, daß wir nicht unterzukriegen seien.

Am Dienstag darauf Abzug dieser letzten Abteilung. Mit dem Tornister auf dem Rücken ging es auf Schneeschuhen durchs Dorf zur Bahn nach Erdbach.

Die Schuljugend ahmt ja alles nach, und so huldigte auch sie jetzt diesem Sport, sodaß das Schneeschuhlaufen ganz das Straßenbild beherrschte.

Wir warten sehnsüchtig auf Nachlassen der Kälte wegen unserer Soldaten an der Ostfront. Kaum, daß wir die schneidende Kälte aushalten können, solange wir die Läden zum Verdunkeln schließen. (aus der Ortschronik)

1944 Februar 10.
Etwa vom 10. des Monats ab setzte der Winter erst ordentlich ein mit Temperaturen bis zu 8 Grad unter Null, wie sie in diesem Winter noch nicht zu verzeichnen waren. Und Schneefall! Der Postomnibus fährt nur bis hierher, weil er den Gusternhainer Weg nicht hinaufkommt. Dr. Goepel, Vertretung für unsern Dr. Seibel, läßt sich im Schlitten des Fuhrmanns Robert Thielmann von dessen französischen Gefangenen fahren. Die vom W-E-Lager und unsere Schuljugend laufen auf Skiern. Die Buben haben auf dem Platz des Kindergartens eine Festung gebaut.

 

 

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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