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Schuleinweihung im Jahre 1928 in Breitscheid

Am 31. Oktober 1928 wurde die damals neu erbaute Breitscheider Schule, heute Hauptgebäude der Mittelpunktschule, ihrer Bestimmung übergeben. Die Einweihungsfeier an diesem Reformationstag war das größte Fest der Dorfgemeinschaft in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts. Der Schulneubau hatte nach vielen Überlegungen in der Frage des Standortes im Frühjahr 1927 begonnen und war (überwiegend von Breitscheider Handwerkern) fristgerecht fertiggestellt worden: das Kellerwerk aus behauenen Kalksteinen, das Erdgeschoß aus Ziegelsteinen, das Ober- und Dachgeschoss aus Fachwerk mit ganzsteiniger Ausmauerung. Der Bau belastete die Gemeinde mit erheblichen Schulden, da die früheren Rücklagen der Inflation zum Opfer gefallen waren. Trotzdem sollte, weil auch eine Grundsteinlegung nicht stattgefunden hatte (*), die Einweihung großzügig gehalten werden in der berechtigten Freude darüber, dass alle acht Schuljahrgänge nun ein gemeinsames Haus mit großen und gut ausgestatteten Räumen zur Verfügung hatten. Bis dahin waren sie an drei Stellen im Dorfe untergebracht: im Schulhaus in der "Lück", im Saale des Gemeindehauses in der Dorfmitte und im kirchlichen Gemeindehaus auf der Pfarrwiese.

An der Einweihungsfeier nahmen nicht nur die Schulklassen mit den Lehrern Germann, Klees, Thenert (**) und fast alle erwachsenen Breitscheider teil, sondern auch viele Besucher aus Nah und Fern bis nach Frankfurt und Wiesbaden hin. Ein Teilnehmer berichtete, dass nur der alte Junggeselle Wilhelm Schmidt ("Krämersch Wilhelm" ,immer ein Sonderling) einsam in der weit zu überschauenden Feldflur geackert habe. - Es war ein schöner Herbsttag, und die Festteilnehmer waren in guter Stimmung, nicht zuletzt auch wegen der im Anschluss zu erwartenden leiblichen Genüsse. Die Chronik vermerkt, dass die Gemeinde viereinhalb Zentner Mehl zu Kuchen hatte verbacken lassen und dass es gut noch mehr hätte sein können.

Zunächst aber wurde die Einweihung feierlich vollzogen. Um 14.30 Uhr versammelten sich die Teilnehmer beim alten Schulhaus. Nach der Einleitung durch Vorträge eines Posaunenchors, eines gemischten Chors und des Schülerchors der Oberklasse begrüßte Bürgermeister Robert Bechtum die Erschienen, voran die Ehrengäste: Landrat Dr. Bünger, Schulrat Brücker und Kreisbaumeister Rover mit ihren Begleitern, Vertreter der Kirche und frühere Lehrer. Hauptlehrer Ernst Germann hielt eine eindrucksvolle Abschiedsansprache und gab eine Übersicht über die Entwicklung der Breitscheider Schule in den letzten fünfzig Jahren. Eine Schülerin trug das Gedicht "Scheidegruß" vor. Posaunenchor und gemischter Chor spielten und sangen Lieder zum Abschied von der Schule.

Ein stattlicher Festzug unter Vorantritt der Schüler, von denen einige die geschmückte Schulchronik trugen, bewegte sich dann mit Posaunenbegleitung zum neuen Schulhaus. Dort eröffneten die Chöre wieder die eigentliche Einweihungsfeier, und ein Schüler trug einen Prolog vor mit dem Anfangsvers:

"So sei gegrüßt, du hoher Tag der Weihe !
Sei uns gegrüßt, der laut'ren Freude Tag.
Enthülle nun, was reiner starker Wille,
vereinter Kräfte Streben doch vermag.
Der Himmel Segen diesem Haus verleihe.
Sei uns gegrüßt, du hoher Tag der Weihe !"

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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