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Streit der Gemeinde Breitscheid
mit ihrem Schulmeister vor 240 Jahren

Im Juni 1772, als es den ganzjährigen Schulunterricht noch nicht gab und der Breitscheider Schulmeister Johannes Thielmann (1740-1798) sich im Sommerhalbjahr von Nebenarbeiten ernährte, richtete die Gemeinde eine Eingabe an die nassau-oranische Landesregierung in Dillenburg, in der sie ihre Weigerung ausdrückte, dem Schulmeister weiterhin eine außerplanmäßige Besoldungszulage von jährlich fünf Gulden zu zahlen. Sie gab als Grund an, diese Zulage sei dem Johannes Thielmann beim Dienstantritt 1767 von dem damaligen Heimberger (=Bürgermeister) Anton Georg, ohne Wissen der Gemeindeglieder bewilligt und seitdem gezahlt worden.

Der Alt-Heimberger begründete die Zulage damit, dass der (aus Breitscheid stammende) Schulmeister sonst auf seiner damaligen Stelle in Sinn habe bleiben wollen. Sein Nachfolger, Johannes Fesch, erkannte dies jedoch nicht an und wollte es zu einem Prozess kommen lassen. Als die Regierung mit der Entscheidung zögerte, legte Heimberger Fesch im Juli 1773 ein neues Schreiben vor mit dem Titel: "Vollmacht von der Gemeinde Breitscheid wegen dem Schulmeister Johannes Thielmann seinem Prozess um 5 fl (= Gulden), weil die Gemeinde dieselben nicht bezahlen wolle, welche die Gemeindeglieder mit eigener Hand unterzeichnen". Es folgen die Unterschriften des Heimbergers und der vier Vorsteher; außerdem hatten 29 Haushaltungsvorstände unterschrieben, die restlichen 20 Hausväter dagegen nicht. Der Schulmeister hatte demnach einen Teil der Dorfbevölkerung auf seiner Seite.

Die Landesregierung mochte Hintergründe des Streites erkannt haben und lehnte die Anträge der Gemeinde ab. Eine Stellungnahme des Pfarrers als unmittelbarem Vorgesetzten des Schulmeisters fehlt in den Akten im Hauptstaatsarchiv Wiesbaden. Der Schriftwechsel zieht sich hin bis zum September 1774 und endet damit, dass die Gemeinde auf den gerichtlichen Klageweg ("ad forum justitiae") verwiesen wird.

Ob es ein Gerichtsurteil gegeben hat, ist aus den Unterlagen nicht zu ersehen.

Aus der Manuskript-Sammlung des Ernst Henn nacherzählt von Manfred Thielmann, Breitscheid-Erdbach.

 

 

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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