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Sehnsucht nach dem Westerwald

1) O, meine Heimat! Dich zu seh´n, zu grüßen,
Bin ich im Geist noch einmal hergeeilt;
Laß mich dein Kleid von weichem Rasen küssen,
Drauf die Erinnerung meiner Kindheit weilt.
Ich fühle deiner Lüfte heil´ges Wehen,
Die Seele will im Busen mir vergehen.
Bald möcht´ ich jubeln, möchte weinen bald,
Du träumerischer Westerwald.

2) Es rauschen heimlich deine Tannenwipfel,
Darin die Drossel baut ihr stilles Nest.
Die Buche hält auf hohem Bergesgipfel,
Um den Basalt den Wurzelarm gepreßt;
Zur Seite lauscht die kräuter-duftge Heide
Und beut den braunen Herden sich zur Weide.
Die Bäche eilen hastig durchs Gestein
Und murmeln in den Wald hinein.

3) Die Dörfer rufen an den Bergeshängen,
In stillem Traum bedeckt mit moos´gem Stroh;
Der Friede rastet drin von seinen Gängen,
Der Friede, der gehetzt die Welt durchfloh!
Und blonde Mädchen, Rosen auf der Wange,
verehren ihn in rührendem Gesange;
Der Bauer beut ihm gastlich seine Hand,
Ihm opfernd an des Herdes Brand.

4) O, meine Heimat! Deine Wälder schwanken
Der Abendwind rief ihre Stimmen wach.
Ich schreite stumm, mit sinnenden Gedanken,
Es schleicht mir nur der eig´ne Schatten nach.
Ich schreite einsam durch das Forstgehege,
Zuweilen nur durchschneidet meine Wege
Ein Bergmann mit verlöschtem Grubenlicht,
Ein Köhler, rußig von Gesicht.

5) Graubärt´ge Felsen seh´ ich um mich ragen,
Und Blumen blühen fromm an ihrem Rand;
Der Immergrün, zu schwach, sich selbst zu tragen,
Schlingt um den Felsen seine Rankenhand
Und flüstert, von dem Abendwind ermuntert,
Geschichten aus vergangenem Jahrhundert
Dem alten Steine in den grauen Bart,
Der gern sie hört nach Greisenart.

6) Wohl weiß ich, was die Epheuranke flüstert,
Was sie ins Ohr dem grauen Steine rauscht;
Ich habe oft, von Nacht und Sturm umdüstert,
Dem Walde seine Stimmen abgelauscht;
Und manches Märchen wüßt ich zu erzählen
Von harten Felsen-, weichen Blumenseelen.
Doch andre Stimmen werden um mich laut,
Sturmtönig, wie des Windes Braut.

7) Es ist die Zeit mit dampfberauschtem Flügel,
Die sich im Feuerflug vorüberschwingt,
Die selbst in diese weltvergess´nen Hügel
Mit ihrem ruhelosen Schritte dringt.
Es ist die neue Zeit, die wetterglühend,
Zerstörungsflammen, Geistesblitze sprühend,
Vorüberdonnert durch die stille Nacht
Und aus dem Schlaf den Frieden facht.

8) Oh, meine Heimat! Schwinden wird dein Friede,
Ich habs zur Nacht in finst´rem Traum geseh´n.
Dein Wald mit seinem Sturmpo....liede,
Dein Dorf und deine Heide wird vergeh´n.
Dampfrosse werden deine Flur durchjagen,
Den Schmerz der Welt in deine Brust zu tragen
Nur einsam auf den Bergen kahl und alt,
Bleibt steh´n der trauernde Basalt.

9) Noch seh´ ich heimlich deine Tannen nicken,
Noch hör´ich deines Waldes Nachtgesang;
Laß drum in deine dunklen Augen blicken
Noch einmal meine Seele lang und bang.
Und dann hinweg, in sturmbeschwingten Flügen,
Als ob die Wolken mich von dannen trügen.
Bald möcht´ ich jubeln, möchte weinen bald,
Du träumerischer Westerwald.

(von Eduard Wißmann, 1845)

aus der Ortschronik Band 2, Seiten 3 u. 4 (Aus Heyn "Der Westerwald u. seine Bewohner".)


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