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Steuerzahlungen in Breitscheid im Jahre 1626

Seitdem es eine staatliche Gesellschaftsordnung gibt und der Mensch "regiert" wird, begleitet ihn die Pflicht, mittels Abgaben und Dienstleistungen dem "Kaiser zu geben, was des Kaisers ist" - mit anderen Worten: Steuern zu zahlen. Die Formen dieser Untertanenpflicht haben im Ablauf der Zeiten manche Änderungen erfahren und vor allem den fast vollständigen Wandel von der Natural- zur Geldwirtschaft mitgemacht. Dass dieser Vorgang vor 350 Jahren bereits im staatlichen Bereich abgeschlossen war (im kirchlichen Bereich damals noch nicht), ist aus einer "Renterei-Rechnung" des Herborner Amts-Schultheißen Konrad Kaps vom Jahre 1626 zu ersehen.

In dem nachstehenden Auszug aus dieser Einnahmen- und Ausgabenrechnung sind die allgemeinen Steuerleistungen der damaligen 39 Haushalte des Dorfes Breitscheid aufgeführt. Nicht erfasst sind die besonderen Zahlungen an Zinsen und Gülten, auch nicht die Wein- und Bierakzise (= Getränkesteuer). Es waren neun verschiedene Geldabgaben der erstgenannten Art zu zahlen und zwar:

1. Die Maibede
Sie war die erste Halbjahresrate der ältesten Vermögenssteuer (im Amt Herborn schon 1398 nachgewiesen). Früher eine Einzelveranlagung, wurde sie später eine "stehende" (= ständige) Gesamtsumme für jeden Ort, zahlbar um den Walpurgistag (1. Mai). Einziehender Beamter war der Heimberger (= Bürgermeister),der den Gesamtbetrag auf die Grundbesitzer anteilmäßig umlegte. Ausgenommen von der Bede war das Kirchen- und Pfarrgut.
Breitscheid zahlte im Jahr 1626 7 Gulden und 16 Albus als feste Summe .

2. Die Herbstbede
Als zweite Halbjahresrate der Bede war sie in gleicher Hohe am Michaelistag (29. September) fällig.

3. Das Mai-Pferdegeld
Diese halbjährliche Zahlung in Höhe von 4 Albus für jedes Pferd ist als Ablösung für frühere Gespannleistungen auf herrschaftlichen Gütern anzusehen. Berechnungsgrundlage war das Pfluggespann mit sechs Pferden: 1 Pflug gleich 1 Gulden (24 Albus) Ablösung. Die Abgabe war "unständig", d.h. sie wurde jedes Mal nach dem Pferdebestand berechnet. Der Heimberger hatte ein Pferd frei. - In 14 Ortschaften des Amtes Herborn gab es im Mai 1626 315 Pferde, für die 51 1/2 Gulden Pferdegeld gezahlt wurde. Hirschberg, Guntersdorf, Roth und Schönbach zahlten an das Amt Driedorf, Breitscheid an das Amt Herborn .

4. Das Herbst-Pferdegeld
über diese zweite Jahresrate heißt es in der Rechnung: "Alle Dörfer im Gericht Herborn, ausgenommen die Breitscheider und Medenbacher, welche zu Herbst kein Pferdegeld geben, sondern Hürden und Gürten (wohl Gerten) auf Anfordern aufs Haus (= Schloß) Dillenburg fahren und liefern müssen, haben dies Jahr vermög Verzeichnis 228 Pferde gehabt, tut 38 Gulden."

Vermutlich mussten die beiden Dörfer aus ihren Wäldern geeignetes Holz für Hürden und Zäune an den gräflichen Hof in Dillenburg liefern.

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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