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Ernst Henn schrieb im Juli 1964 für die "Heimatblätter" nachstehenden Artikel über das Ende der Häfnerei in Breitscheid. Als Quellen dazu benutzte er das Pfarrarchiv Breitscheid, Kirchenbücher und Pfarrgüter-Verzeichnis und die Ortschronik von Breitscheid.

Vom sterbenden Handswerk
Das Ende der Häfnerei in Breitscheid

Im unaufhaltsamen Vordringen der Industrie mit neuen Werkstoffen und veränderten Arbeitsweisen gehen ländliche Handwerksberufe, die jahrhundertelang für die bäuerliche Bevölkerung (als Nebenbeschäftigung und zur Bedarfsdeckung) lebenswichtig waren, zugrunde. Weber und Nagelschmiede, Ziegler und Strohdecker sind in unserer Heimat ausgestorben; Wagner und Dorfschmiede können sich nur noch durch Umstellung auf die Bedürfnisse der durch Motorisierung und Mechanisierung veränderten Umwelt auf dem Lande halten.

Dieser Entwicklung ist auch ein Handwerksberuf zum Opfer gefallen, der als einer der ältesten und weitest verbreiteten angesehen werden kann: die Häfnerei oder Töpferei. Dank der günstigen Voraussetzungen - Tonvorkommen und Holzreichtum - hat sich dieses Handwerk in Breitscheid besonders lange halten können. Aber auch hier gehört es nunmehr der Vergangenheit an. Der letzte Meister hat den Kampf gegen industrielle Keramik, Metall und Kunststoffe aufgegeben und einen anderen Beruf gesucht. Die Drehscheiben stehen still, die Brennöfen rauchen nicht mehr - unser Heimatdorf ist um eine Besonderheit ärmer geworden!

Seit mehr als 250 Jahren ist die Häfnerei in Breitscheid urkundlich nachgewiesen. Wer als erster hier die Scheibe in Bewegung setzte, wissen wir nicht genau. Es wird Johann Markus Bechtum gewesen sein, der 1706 als Ziegler und Häfner im Kirchenbuch genannt wird. Er ist mit Familie in Breitscheid zugezogen, - woher ist nicht bekannt. Bis um die Wende des 18. Jahrhunderts sind weitere Häfner in Breitscheid ansässig geworden, meist aus dem Hessischen kommend. Aber auch schon bald nach der ersten Erwähnung der Häfnerei werden im Kirchenbuch Häfner mit alten Breitscheider Namen genannt - ein Beweis dafür, dass die bekannte bäuerliche Abneigung gegen das Neue hier nicht lange vorgehalten hat.

Über den zahlenmäßigen Umfang des Handwerks im 18. Jahrhundert sind wir noch nicht unterrichtet. Die Kirchenbücher geben nur unvollkommen Aufschluss, weil sie nur über die familiären Ereignisse (Taufen, Eheschließungen-und Sterbefälle) berichten. Andere Hinweise fehlen bis jetzt.

Ende des vorigen Jahrhunderts gab es in Breitscheid über 30 selbständige Häfner; etwa die gleiche Zahl Häfnergesellen und mithelfende Familienangehörige werden wir annehmen können. Die Zahl sank mit dem Aufkommen der Industrie um die Jahrhundertwende. Bessere Verdienstmöglichkeiten bei der Westerwälder Thonindustrie beeinflusste die jüngeren Häfner, fortan als Tongräber und Fabrikarbeiter zu arbeiten, was dem überbesetzten Handwerk Luft verschaffte und für die bei der Häfnerei Verbliebenen von Vorteil war.

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Eine Gesellschaft hat keine Zukunft, wenn sie sich nicht an die Vergangenheit erinnert.
zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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