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Die Geschichte der Herborner Häfner und ihre Verbindungen nach Breitscheid. Erdbach und Gusternhain (3)

Im selben Jahr, als die Häfner im Amt Herborn erstmals nicht mehr ihren Rohstoff Ton in Breitscheid und Erdbach kostenlos graben konnten, sondern bezahlen mussten, traten vier Herborner Käufer auf: Johann Georg Schwer, Johann Philipp Faß, Henrich Wilhelm Lehmann und Henrich Moritz. Ob die beiden letztgenannten auch Häfner waren, ist unwahrscheinlich, da sie sonst nicht als solche genannt wurden. Sie könnten Fuhrleute gewesen sein.

1787: In der Verkaufsliste der Herrschaftlichen Grube bei Breitscheid/ Erdbach stehen zwölf Herborner Namen (ohne die Pfeifenbäcker). Man wird annehmen können, dass von Herborner Fuhrleuten oder Händlern ein Handel mit Häfner- und Pfeifenbäckerton nach auswärts betrieben worden ist.

1788: Die Regierung in Dillenburg hat die Gemeinden Breitscheid, Erdbach und Schönbach mit dem Recht der Tongewinnung belehnt. Herborner Abnehmer sind: Johann Georg Schwer, Henrich Wilhelm Lehmann, Johann Philipp Künckler und Jost Henrich Cort (wahrscheinlich kein Häfner).

1791: Steubing nennt Häfnerwerkstätten am Merkenbacher Weg in Herborn (die Häfnerwerkstätten am Merkenbacher Weg lagen am Mühlbach in der heutigen Schloßstraße, wo sich noch um 1930 die Werkstätte nebst Brennofen des Herborner Häfners Schmidt befand). Früher (1765) wurde schon ein Platz vor dem Obertor genannt. Da die Werkstätten, zumindest aber die Brennöfen, durch Feuer ihre Umgebung gefährden konnten, mussten sie außerhalb der bebauten Ortsteile liegen.

1794: Ein Antrag des Butzbacher Häfners Johann Ludwig Schmidt, damals Geselle in Herborn, auf Zuzug und Einrichtung einer Häfnerei, wurde von der Regierung in Dillenburg abgelehnt.

1804: Die Zunft beantragt bei der Fürstlichen Regierung in Dillenburg die Schließung des Handwerks für Neuzugänge und die Beschränkung auf eine bestimmte Anzahl Meister. Zu dieser Zeit gab es 7 Stadtmeister (Häfner und Pfeifenbäcker) und 39 Landmeister, wobei die Driedorfer und Gusternhainer Häfner mitgezählt sind (die nicht Mitglieder der Häfnerzunft waren). Die Stadtmeister erbaten eine Verordnung darüber, wie oft die Meister auf dem Lande im Jahr brennen dürften; deren Häfnereien sollten überdies demnächst ganz eingehen. Sie machten auch darauf aufmerksam, dass beträchtliche Mengen "ausländischer" Ware (gemeint ist wohl Steinzeug aus dem Kannenbäckerland) heimlich und öffentlich verkauft würden.

1808: In einer Gewerbetabelle werden als Häfner aufgeführt: 3 Meister und 2 Gesellen in Herborn, 21 Meister in Breitscheid, 3 Meister in Erdbach. Für Breitscheid und Erdbach sind sicher auch Gesellen anzunehmen.

1809: Die von der französisch-bergischen Regierung kaum noch beachteten Zünfte werden außer Kraft gesetzt; deren Regeln und Verhalten vertragen sich nicht mit der Auffassung von "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit", dem Motto der französischen Revolution. Den Interessen der Herborner Zunftmeister konnte diese Entscheidung nicht entsprechen!

1814: Vom 1. Januar dieses Jahres an gelten auf Anordnung des wieder in seine Rechte eingesetzten Prinzen von Oranien und Fürsten zu Nassau erneut alle vor 1806 (1806 1813 französische Besatzungszeit im Dillenburger Land) gültigen Bestimmungen, Verordnungen und Gesetze, auch die Zunftartikel.

1819: Vom Landesherrn des Herzogtums Nassau, zu dem Nassau-Dillenburg seit 1815 gehört, werden alle Zünfte aufgelöst und Gewerbefreiheit verkündet. Damit enden die Zunftakten in den Archiven; für die weitere Erforschung der Geschichte des Herborner Häfnerhandwerks, das noch über hundert Jahre weiterlebte, müssen andere Quellen in Anspruch genommen werden.

Dieser Aufsatz von Ernst Henn wurde erstmals im "Mitteilungsblatt" des Herborner Geschichtsvereins veröffentlicht. Später erschien er noch im Arbeitsheft 7, "Irdenware im Westerwald" (1980), des Dokumentationszentrums Kannenbäckerland, Höhr-Grenzhausen, und im August 1981 in den "Heimatblättern".

Neu überarbeitet und publiziert von Manfred Thielmann, Breitscheid-Erdbach.

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Eine Gesellschaft hat keine Zukunft, wenn sie sich nicht an die Vergangenheit erinnert.
zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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