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Das Erdrecht

Ein Geschenk der Fürstlich Nassau-Oranischen Landesregierung an die Dörfer Breitscheid, Erdbach und Schönbach im Jahre 1788

"Uralt schon ist im Dorf der Mund, der von Erde spricht, und von jeher ist der weiße Ton gemeint, der unter Tag und Rasen liegt oberm Dorf im weiten Bogen. Und das älteste Recht im Dorf ist das Erdrecht, auch Herrenrecht geheißen, ein vergilbtes Pergament im Kasten der Gemeindestube.
Auf dem Blatt haben in gezierten Schnörkeln Seine Hochfürstliche Durchlaucht, erlauchter Herr über einen Schneiderflicken im vielgestückelten Armutsmantel römisch-deutscher Reichsherrlichkeit, der Gemeinde Sonnwalt (Breitscheid) die weiße Erde als ein Privilegium zugesprochen 'auf ewige Zeit'. Seitdem gehört das Erdrecht zu dem Wiegengut, das die Heimat jedem Erddörfler zubrachte, ob er's achtete oder nichtů"

In diesen Sätzen seines Romans "Weiße Erde" hat der Westerwalddichter Fritz Philippi (von 1896 bis 1904 Pfarrer in Breitscheid) eine Besonderheit seines damaligen Pfarrdorfes herausgestellt, die heute noch Gültigkeit und Bedeutung hat. Philippi erwähnt nicht, dass auch Erdbach und Schönbach im Besitz des "Erdrechts" sind. Bei dem Erdrecht handelt es sich um die Belehnung der drei Gemeinden mit den in ihren Gemarkungen vorkommenden Mineralien Ton und Walkererde durch einen Erlass der Landesregierung in Dillenburg vom 20. Oktober 1788. über die Vorgeschichte dieses Erlasses soll nachstehend berichtet werden.

***

Bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts lässt sich die Gewinnung von Ton oder "weißer Erde" in Breitscheid zurückverfolgen. In einem Verzeichnis der Pfarrgrundstücke vom Jahr 1571, das auf Niederschriften des Nikolaus Koch (Kaplan in Breitscheid von 1495 bis 1535) Bezug nimmt, ist ein Acker aufgeführt, der "obig dem Erfell" lag, was "über dem Erdfeld" bedeutet. Bis in die neueste Zeit wurde der Töpferton hierzulande "Erde" (Ähr) genannt; das Erdfeld war demnach ein Gelände, auf dem Ton gegraben wurde. Die Flur heißt heute in den Kataster-Karten "Oberstes Erdfeld" und liegt an der Langenaubacher Straße links unterhalb der Eisenbahnstrecke. Das frühere Grubenfeld ist jetzt z.T. überbaut oder wird als Acker- und Gartenland genutzt. Von der alten Tongräberei (vermutlich auch im Untertagebau) ist nichts mehr zu erkennen.

Ob der vor 400 Jahren und mehr in Breitscheid gegrabene Ton hier verarbeitet oder nach auswärts verkauft worden ist, konnte noch nicht ermittelt werden. Auch über die Art des Abbaus im alten "Erdfeld" wissen wir nicht allzu viel. Erst die Akten der Nassau-Oranischen Landesregierung in Dillenburg aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und die damalige Fachliteratur geben Auskunft über den hiesigen Tonbergbau. Dieser hatte nach 1700 durch das Aufkommen der gewerblichen Häfnereien in Breitscheid, Erdbach und Herborn größere Bedeutung erlangt. Wahrscheinlich wegen der günstigeren Lage zu den Verwendungsorten, war die Tongräberei inzwischen an die Breitscheid-Erdbacher Gemarkungsgrenze unterhalb von "Hermannsroth", nahe der Straße nach Schönbach, verlegt worden, wo die Spuren heute noch zu sehen sind. Den Abbau an dieser Stelle schildert im Jahr 1789 der nassauische Bergsekretär Johann Philipp Becher folgendermaßen: "Es ward eine Art von Schacht gehackt, der viereckend und im Durchschnitt acht Schuh (etwa 2,5 Meter) lang und ebenso breit war. Seine Zimmerung war sehr schlecht, denn sie bestand aus etlichen schlechten Pfählen, die nach der Art der Jöcher ineinander gefügt waren. Diese ganze Gewinnungsart taugte nichts, sondern war wahre Unwirtschaft".

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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