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Der große Fabrikbrand in der Thonindustrie

Der Fabrikbrand in Breitscheid 1916

Ältere Einwohner in Breitscheid und in den umliegenden Dörfern erinnern sich noch an den größten Brand unseres Jahrhunderts in Breitscheid. Es war am Mittwoch, dem, 28. Juni 1916, mitten im Ersten Weltkrieg, als gegen Abend das Hornsignal der Feuerwehr im Dorf ertönte.

Aus dem Fabrikgebäude der Westerwälder Thonindustrie stiegen dicke Rauchwolken auf und bald sah man das mit Teerpappe gedeckte Dach in hellen Flammen stehen. Da manche Leute um diese Stunde noch in Feld und Wiese arbeiteten - es war vorgezogene Sommer-Uhrzeit und viele Männer waren im Krieg- dauerte es einige Zeit, bis die Breitscheider Wehren (Freiwillige und Pflicht-Feuerwehr) mit ihren Geräten am Brandplatz eintrafen und später von auswärts Hilfe bekamen.

Inzwischen waren Frauen und Kinder als Zuschauer zusammengeströmt. Sie wurden von dem Breitscheider Gendarm Hofmann, der mit blank-gezogenem Säbel im Laufschritt heraneilte, bis an den alten Kirchhof zurückgedrängt. Am Brandherd war die Feuerwehr machtlos: Die beiden Stockwerke über dem Ringofen hatten Decken aus Balken und Bohlen, das Dach bestand ebenfalls aus Holz und in den Geschossen der Formerei befanden sich Holzgestelle ("Stellagen") als Trockenanlagen für die frisch geformten Schamottesteine - das alles brannte wie Zunder. Dagegen konnte das Wohn- und Bürogebäude sowie ein Nebengebäude mit Stall, Remise und Kutscherwohnung vor dem Feuer geschützt werden.

Am nächsten Tage berichtete das "Herborner Tageblatt" aus Breitscheid: "Von einem verheerenden Feuer wurde gestern abend die Westerwälder Thonindustrie heimgesucht. Das ganze Werk bis auf das Direktorenhaus, einige Schuppen und das Kesselhaus ist den Flammen zum Opfer gefallen. Um 8 1/2 Uhr explodierte aus unbekannter Ursache ein Brennofen. . . . und bald darauf war das ganze Werk wie in ein Flammenmeer getaucht. Der Fernsprecher kündete den Nachbarorten das Unglück, und bald darauf waren die Feuerwehren der näheren und weitern Umgegend, auch die Herborner, auf dem Brandplatz versammelt und wetteiferten miteinander, um des Feuers Herr zu werden. Ihrer unermüdlichen Arbeit ist es auch zu danken, dass unser Ort selbst, in den die Funken regneten, vor Schaden bewahrt blieb. Unsere Einwohnerschaft, die ein solches Feuer noch nicht gesehen haben dürfte, bewährte sich vorzüglich. Die Großen und Kleinen, die Alten und die Jungen griffen tüchtig zu und waren bis in die Mor-genstunden, in denen jede Gefahr als beseitigt gelten durfte, tätig. Schwere Rauchwolken wälzten sich bei fast vollständiger Windstille weithin über unsere Wälder...."

Pfarrer Weyel schreibt u.a. in der Kirchen-Chronik: "Längere Zeit war auch das Dorf selber in Gefahr durch die weithin fliegenden Funken. Viele Bewohner räumten schon ihre Wohnungen und brachten ihre Habe größtenteils im Pfarrhaus unter, weil dasselbe massiv gebaut war."

Der Breitscheider Chronist Reinhold Kuhlmann (1876-1945) schrieb später aus seiner Erinnerung in die Ortschronik: "Der große Fabrikbrand war ein schaurig-schöner Anblick, der uns allen unvergesslich sein wird. " Unmittelbar nach dem Brand wurden zwei französische Kriegsgefangene, die im Werk beschäftigt waren, unter dem Verdacht der Brandstiftung festgenommen und nach Herborn abgeführt. Sie kamen aber bald wieder zurück, da sich der Verdacht nicht bestätigte. Da die Fabrik mit der Zulieferung feuerfester Erzeugnisse an die Stahlindustrie kriegswichtig war, wurde sie sofort wieder aufgebaut; für den großen Bedarf an Bauholz gab es eine Sonderfällung im Breitscheider Gemeindewald.

Aus der Heimatgeschichte 1995, bearbeitet von Manfred Thielmann, Erdbach


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Eine Gesellschaft hat keine Zukunft, wenn sie sich nicht an die Vergangenheit erinnert.
zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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